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Stand der Angaben: 04.10.2026512 Quellenangaben

Mobilität im Alltag· Anziehhilfen · Ratgeber

Anziehhilfe nach Hüft-OP: Socken, Hose und Schuhe ohne Bücken

199.052 Hüft-Erstimplantationen im Jahr 2024: was Klinik-Merkblätter danach vorgeben, wie lang Anziehhilfen sein müssen und wie lange ein Rezept aus dem Krankenhaus gilt.

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Diese Übersicht beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben — Herstellerangaben, Prüfberichte und Händlerdaten. Es wurde nicht selbst getestet. Wo eine Angabe fehlt, steht das da; sie wird nicht geschätzt. Wie ausgewertet wird, steht in der Methodik.

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Die Geräte im Überblick

MerkmalSNC HerdegenAnziehhilfe mit TeleskopstangenKekoySchuhlöffel 90 cm, 3-in-1KekoyKnie-Hüft-OP-Reha-Set, 4 Teile
SegmentMittelklasseEinstiegMittelklasse
ArtStrumpfanzieher, biegbare Kunststoffschale mit Teleskop-Haltegriffen oder Gurtenlanger Schuhlöffel mit S-Haken und verstellbarem GriffSet aus Greifzange, Anziehstock, Schuhlöffel und Sockenanziehhilfe
Längerund 88,5 cm nach Verzeichnisverstellbar von 62 bis 90 cm; zerlegt 32 cmGreifzange 80 cm; Längen der übrigen Teile ohne Angabe
TeileSchale mit Griffen; Gurte oder Teleskopstangen nach Angebotsseite3 Teile, ohne Werkzeug zu montieren4 Hilfen und eine Aufbewahrungstasche
Im Verzeichnis02.40.01.2015 — Artikelnummer 820500 deckungsgleichnein; keine eigene Produktart für Schuhlöffelnein
Für Kompressionsstrümpfekeine Angabenicht vorgesehen; Haken zum Ausziehen normaler Sockennein, laut Angebotsseite
Gewichtkeine Angabe; Versandgewicht mit Verpackung rund 259 g200 g nach Angebotsseitekeine Angabe; Versandgewicht mit Verpackung 720 g

199.052 neue Hüftgelenke und ein Paar Socken

199.052 Mal wurde im Jahr 2024 in Deutschland ein Hüftgelenk zum ersten Mal durch ein künstliches ersetzt, soweit das Endoprothesenregister Deutschland diese Operationen erfasst hat. So steht es im Jahresbericht 2025 des Registers. Das mediane Alter dieser Patientinnen und Patienten lag bei 71 Jahren, rund 60 Prozent waren Frauen, und 70,2 Prozent waren 65 Jahre oder älter.

Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Morgen, an dem jemand nach Hause kommt, sich auf die Bettkante setzt und feststellt, dass die Socke auf dem Stuhl liegt und der Fuß auf dem Boden steht und dazwischen eine Strecke, die man vor der Operation ohne nachzudenken überbrückt hat. Die Klinik hat ein Merkblatt mitgegeben, auf dem steht, dass das Hüftgelenk in den nächsten Wochen nicht über einen rechten Winkel gebeugt werden soll. Wer die Socke trotzdem anziehen will, braucht eine andere Lösung als das Bücken.

Dieser Ratgeber beschreibt diese Lösungen, und zwar in der Reihenfolge, in der sie in den ersten Tagen gebraucht werden: was die Klinik vorgibt, welche Hilfen es gibt, wie lang sie sein müssen, wie sie auf Rezept oder im Handel zu bekommen sind und wie lange ein Rezept gilt. Die Zahlen zur Operation stammen aus dem Register, die Regeln für die Zeit danach aus drei Merkblättern von Kliniken, die Regeln zur Versorgung aus der Hilfsmittel-Richtlinie und dem Sozialgesetzbuch.

Was er nicht tut: Er legt keine Bewegungsregeln fest. Die Merkblätter, die wir zitieren, unterscheiden sich in Fristen und Einzelheiten, und jedes gilt nach seinem eigenen Wortlaut nur, soweit die operierende Klinik nichts anderes festlegt. Maßgeblich ist, was die eigene Klinik, die Physiotherapie oder die Ergotherapie mitgibt.

Geplant oder nach einem Sturz

Nicht jede dieser Operationen hat einen Vorlauf. Das Register unterscheidet im Jahresbericht nach der Versorgungsform, und die Zahlen zeigen zwei sehr verschiedene Ausgangslagen. Bei 83,2 Prozent der Hüft-Erstimplantationen des Jahres 2024 handelte es sich um eine elektive, also geplante Totalendoprothese; das mediane Alter lag hier bei 69 Jahren. 11,4 Prozent waren Teilendoprothesen, mit einem medianen Alter von 85 Jahren, und 5,3 Prozent nicht-elektive Totalendoprothesen, mit einem medianen Alter von 74 Jahren.

Nach Altersgruppen verteilen sich die Operationen so: 1,8 Prozent betrafen Menschen unter 45 Jahren, 5,9 Prozent die 45- bis 54-Jährigen, 22,0 Prozent die 55- bis 64-Jährigen, 31,3 Prozent die 65- bis 74-Jährigen, 27,6 Prozent die 75- bis 84-Jährigen und 11,3 Prozent Menschen ab 85 Jahren. In jüngeren Altersgruppen war der Anteil der Männer nach dem Bericht deutlich höher und sank mit zunehmendem Alter. Die Patienteninformation des Registers fasst es so zusammen, dass in der Lebensspanne zwischen 55 und 84 Jahren die meisten Implantate eingesetzt werden.

Für die Frage nach der Anziehhilfe ist die Unterscheidung zwischen geplant und ungeplant die wichtigere. Wer eine Operation mit Termin vor sich hat, kann die Wohnung vorbereiten, die Sitzhöhe einrichten und die Hilfsmittel vorher ansehen. Die Patienteninformation des Registers weist für diese Zeit außerdem darauf hin, dass bei Hüft- und Kniegelenksimplantationen ein Anspruch auf eine Zweitmeinung besteht. Wer nach einem Sturz operiert wird, kommt aus dem Krankenhaus in eine Wohnung, die auf die neue Lage nicht eingestellt ist, und alles, was die Merkblätter verlangen, muss in den ersten Tagen danach geschehen. Für diese Lage ist der Abschnitt über das Rezept aus dem Krankenhaus der wichtigste dieses Ratgebers.

Zu den Erstimplantationen kamen im selben Jahr 19.656 Folgeeingriffe am Hüftgelenk, also Operationen an einem schon vorhandenen künstlichen Gelenk. Welche Regeln danach gelten, legt ebenfalls die Klinik fest; die Werkzeuge und Fristen dieses Ratgebers sind dieselben.

Was die Klinik mitgibt: drei Merkblätter, drei Fristen

Kliniken geben nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks schriftliche Regeln mit. Drei solcher Merkblätter haben wir gelesen: das Faltblatt „Alltagsrelevante Abläufe nach Hüftgelenksersatz" des Universitätsklinikums Dresden, die Patienteninformation „Verhalten mit künstlichem Hüftgelenk" des König-Ludwig-Hauses in Würzburg und die „Verhaltensregeln für den Alltag mit einem künstlichen Gelenk" der Fachkliniken Hohenurach. In einem Punkt sind sich alle drei einig: Das Hüftgelenk soll nicht über 90° gebeugt werden.

Bei der Dauer gehen sie auseinander. Dresden nennt 8 Wochen: „Wenn von Ihrem Operateur nicht anders verordnet, sollten Sie für 8 Wochen bestimmte Positionen und Bewegungen vermeiden." Hohenurach nennt drei Monate: „Soweit nicht anders verordnet, gelten die Regeln für drei Monate nach der Operation." Würzburg spricht von „den ersten Wochen" und nennt für das Kissen zwischen den Beinen in Seitenlage die ersten 6 Wochen.

In einem Detail widersprechen sich zwei Blätter sogar. Würzburg schreibt für das Schlafen: „Vorzugsweise bitte auf der operierten Seite liegen." Hohenurach schreibt: „Bei einer Hüft-TEP liegen Sie in Seitenlage immer auf die nichtoperierte Seite." Hohenurach rät zudem, die ersten 6 Wochen „vorwiegend in Rückenlage" zu verbringen, Dresden, das operierte Bein im Liegen nicht nach außen zu drehen und nicht über die Körpermitte zu bewegen. Für das Anziehen spielen diese Unterschiede keine Rolle, aber sie zeigen, warum ein fremdes Merkblatt kein Ersatz für das eigene ist. Die Regeln hängen am Operationsverfahren und an der Einschätzung der Klinik, und sie können verschieden ausfallen.

Geschrieben sind die Blätter von verschiedenen Stellen der Kliniken: das Würzburger vom Team der Physiotherapie, das aus Hohenurach von der Ergotherapie, das Dresdner von der Schule für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums. Würzburg verweist für alles Weitere ausdrücklich an diese Stelle: „Weitere Fragen besprechen Sie bitte mit Ihrer/-m Therapeutin/-en, z.B. bei Bedarf über die Versorgung mit Hilfsmitteln." Wer wissen will, welche Anziehhilfe zur eigenen Lage passt, hat in der Physio- oder Ergotherapie der Klinik die erste Ansprechperson, noch vor dem Sanitätshaus.

Der rechte Winkel und der Weg zum Fuß

Der rechte Winkel ist beim Sitzen schnell erreicht. Dresden beschreibt die richtige Sitzhaltung mit dem Hüftgelenk über dem Kniegelenk und den Beinen hüftbreit auseinander; beim Schuhanziehen soll der Oberkörper nicht nach vorn gelehnt werden, „damit das Hüftgelenk nicht mehr als 90° (rechter Winkel) gebeugt wird". Den Fuß mit der Hand zu erreichen, verlangt im Sitzen ein Vorbeugen des Oberkörpers, und genau das begrenzen die Merkblätter. Der Weg zum Fuß führt deshalb in diesen Wochen über ein Werkzeug.

Dresden stellt allen Regeln zwei allgemeine voran: Bewegungen und Positionswechsel „langsam und unter Anspannung der Beinmuskulatur" ausführen und den Oberkörper nicht gegen die Beine verdrehen. Für die Hose ohne Hilfsmittel wiederholt das Blatt die Grenze: „Achten Sie darauf, das Hüftgelenk nicht mehr als 90° (rechter Winkel) zu beugen!" Würzburg schreibt für die Schuhe: „Wenn Sie Schuhe im Sitzen anziehen, benutzen Sie bitte einen langen Schuhlöffel."

Für Socken nennt Dresden den Strumpfanzieher: „Der Strumpfanzieher kann Ihnen nach der Operation von Ihrem behandelnden Orthopäden verordnet werden." Für die Hose nennt das Blatt eine Regel und zwei Hilfsmittel: „Das operierte Bein immer zuerst anziehen und zuletzt ausziehen", und als Hilfe einen „langen, umgedrehten Schuhlöffel (mit Haken) oder eine Greifzange". Für Schuhe einen langen Schuhlöffel, der „über die Innenseite des Beines an der Ferse" angesetzt wird, ohne die Fußspitze nach außen oder innen zu drehen.

Würzburg nennt dieselben Werkzeuge und eine Alternative für den Strumpf, die ohne Hilfsmittel auskommt: „Stehen mit gestreckter Hüfte, das Knie wird nach hinten gebeugt, sodass der Fuß auf einem Stuhl aufliegen kann. Den Strumpf dann in dieser Position anziehen. Bitte darauf achten, dass keine Rotations-Bewegungen stattfinden." Ob diese Technik im Einzelfall in Frage kommt, hängt an Gleichgewicht und Belastbarkeit des Beins; das klärt die Physiotherapie.

Hohenurach fasst es in einem Satz zusammen: Das Waschen und Anziehen „sollte immer im Sitzen stattfinden", mit „Greifzangen/Schuhlöffel/Körperbürsten/Strumpfanziehhilfe etc.", um „eine zu tiefe Beugung nach vorne und Drehbewegungen zu vermeiden". Drei Kliniken, vier Werkzeuge: Strumpfanzieher, Greifzange, langer Schuhlöffel und Schuhlöffel mit Haken.

Wie lang ein Hilfsmittel sein muss

Ein Werkzeug für diese Wochen muss vom Boden bis zur Hand reichen, ohne dass sich jemand dafür vorbeugt. Das klingt selbstverständlich, entscheidet aber über die Auswahl. Die Grafik stellt die Längen, die Verzeichnis und Angebotsseiten nennen, an einer Skala ab dem Boden auf.

Vom Boden bis zur Hand: Längen gegen die eigene ReichweiteLängen nach Verzeichnis und Angebotsseiten, Stand 04.10.2026; Figur nicht maßstäblich90°nicht vorbeugen?Fingerspitzenim Sitzen:selbst messen020406080100cmSocky langrund 60Greifzange80RFM-Band81SNC Teleskoprund 88,5Schuhlöffel62–90Alle Balken beginnen am Boden, dort, wo der Fuß steht. Reicht ihr oberes Ende bis zur Hand,muss sich niemand über den rechten Winkel hinaus vorbeugen.
Längen: Socky lang und Rehaforum nach Verzeichnis, SNC Herdegen nach Verzeichnis (02.40.01.2015), Greifzange und Schuhlöffel nach den Angebotsseiten von Kekoy. Die Winkelvorgabe stammt aus Klinik-Merkblättern und gilt nur, soweit die eigene Klinik nichts anderes festlegt.

Die gestrichelte Linie ist die Leerstelle der Grafik, und sie ist mit Absicht leer. Wie hoch die Fingerspitzen im Sitzen über dem Boden hängen, hängt an Körpergröße, Armlänge und Sitzhöhe, und keine Quelle kann es für einen bestimmten Menschen sagen. Gemessen wird es auf dem Stuhl, auf dem später angezogen wird, mit hängenden Armen und aufrechtem Oberkörper, mit einem Zollstock vom Boden bis zu den Fingerspitzen.

Liegt das Ende eines Werkzeugs unter dieser Höhe, muss sich die Hand ihm entgegenbeugen, und mit ihr der Oberkörper. Liegt es darüber, reicht es. Der Schuhlöffel von Kekoy lässt sich nach seiner Angebotsseite zwischen 62 und 90 Zentimetern einstellen und deckt damit die größte Spanne ab. Die Anziehhilfe von SNC Herdegen mit Teleskopgriffen ist nach dem Verzeichnis rund 88,5 Zentimeter lang. Der lange Socky von ETAC liegt nach seinem Eintrag bei rund 60 Zentimetern und ist damit das kürzeste Werkzeug im Bild.

Eine Folge der Merkblätter wird dabei leicht übersehen. Wer den Stuhl oder das Bett erhöht, wie Dresden und Würzburg es verlangen, hebt auch die Hände an. Das Werkzeug muss dann länger sein als auf dem alten, niedrigeren Stuhl. Die Reihenfolge ist deshalb: erst die Sitzhöhe einrichten, dann die Höhe der Fingerspitzen messen, dann das Werkzeug wählen. Wer andersherum vorgeht, misst an einem Stuhl, auf dem später nicht mehr angezogen wird.

Wie das Messen am eigenen Körper bei einer Gehhilfe funktioniert, beschreibt der Beitrag über die richtige Höhe eines Gehstocks; das Prinzip, ein Hilfsmittel an einem selbst genommenen Maß auszurichten, ist dasselbe.

Welcher Strumpfanzieher in diesen Wochen

Das Hilfsmittelverzeichnis nennt die Lage nach einer Operation an Hüfte oder Knie nicht beim Namen, aber es beschreibt sie. In der Beschreibung der Produktart 02.40.01.2 heißt es, die Strumpfanziehhilfen könnten teilweise mit Griffverlängerungen ausgestattet sein, „die bei Hüft- bzw. Kniegelenkversteifungen erforderlich sind, um erst den Fuß- und Unterschenkelbereich erreichen zu können". Eine versteifte Hüfte und eine Hüfte, die nicht über 90° gebeugt werden soll, sind medizinisch nicht dasselbe, aber für die Reichweite stellen sie dieselbe Frage.

Unter den 17 Einträgen dieser Produktart gibt es mehrere, die für diese Frage gebaut sind. Die Anziehhilfe von SNC Herdegen hat Teleskop-Haltegriffe und ist rund 88,5 Zentimeter lang. Der Sockenanzieher von Rehaforum hat 81 Zentimeter lange Bänder. Der lange Socky von ETAC hat zusätzlich zu den Zuggurten einen Handgriff. Die Anziehhilfe von GeDa gibt es nach ihrem Eintrag in „vier verschiedenen Größen bzw. Grifflängen", ohne dass die Längen genannt werden.

Eine Bauweise passt zu der Technik im Stehen, die das Würzburger Blatt beschreibt: das Gestell Socks-on von arthroven, das es nach dem Verzeichnis „in zwei Größen (maxi und mini) zur stehenden und sitzenden Nutzung" gibt. Ob jemand in den ersten Wochen sicher genug auf einem Bein steht, um einen Strumpf im Stehen anzuziehen, beurteilt die Physiotherapie; das Gestell nimmt nur die Arbeit der Hände ab, nicht die des Gleichgewichts.

Im Handel sind Schalen mit Kordeln oder Gurten verbreitet, wie die Sockenhilfe im Reha-Set von Kekoy, deren Schale nach der Angebotsseite rund 24 mal 12 mal 8 Zentimeter misst. Wie sich Schale, Gleithülle und Gestell im Gebrauch unterscheiden und welche Bauweise für welche Hand und welchen Fuß gebaut ist, beschreibt der Vergleich der Strumpfanzieher, der weiter unten verlinkt ist.

Vor der Operation: was sich vorbereiten lässt

Bei einer geplanten Operation liegt zwischen Termin und Eingriff Zeit, und die Merkblätter geben Hinweise, wofür sie sich nutzen lässt. Keines davon verlangt, etwas vorher zu kaufen; sie beschreiben, was zu Hause gebraucht wird.

Sitzhöhe

Dresden schreibt: „Sitzmöbel und Betten müssen hoch genug sein", und nennt drei Wege: das Auflegen einer zweiten Matratze oder einer Decke, einen Sitzkeil und eine Toilettensitzerhöhung. Würzburg rät zu einer einfachen Regel: „Höhe des Bettes = Höhe des Stuhles!", und nennt bei den Sitzpositionen zu tiefe und zu weiche Sessel als zu vermeidende Beispiele. Ein Sitzkeil verbessere nach diesem Blatt die Haltung.

Wie hoch eine Toilettensitzerhöhung sein muss und welche Maße es gibt, beschreibt der Vergleich welche Sitzerhöhung auf welches Becken passt. Welche Winkel und Höhen Sitzkeile haben, steht im Vergleich Keilkissen nach Höhe und Winkel. Beide Hilfsmittel nennen die Merkblätter ausdrücklich.

Kleidung und Schuhe

Hohenurach rät, unnötige Laufwege zu vermeiden und „vorher die benötigte Kleidung bereit" zu legen, auf praktische Kleidung und festes geschlossenes Schuhwerk zu achten. Dresden empfiehlt als Tipp „Schuhe mit langen elastischen Schnürsenkeln oder Klettverschluss", Würzburg feste Schuhe mit weicher Sohle und ohne hohe Absätze. Wer in der Woche vor der Operation die Kleidung für die ersten Tage danach so legt, dass sie ohne Bücken erreichbar ist, nimmt diese Hinweise vorweg. Hohenurach rät allgemein, die Alltagsgegenstände „auf eine entsprechende Arbeitshöhe" zu bringen, Würzburg, selten Gebrauchtes in die unteren Schränke zu räumen und das Häufige oben zu lassen.

Die Hilfsmittel selbst

Ob die Anziehhilfen vor der Operation beschafft werden oder danach, ist eine Frage des Weges. Ein Rezept kann aus dem Krankenhaus kommen oder aus der Praxis; im Handel lassen sie sich jederzeit kaufen. Beide Wege beschreiben die nächsten Abschnitte, mit den Fristen, die für Rezepte gelten.

Ein Rezept aus dem Krankenhaus gilt sieben Tage

Das Krankenhaus darf beim Übergang nach Hause selbst Hilfsmittel verordnen. § 39 Absatz 1a SGB V rechnet zur Krankenhausbehandlung ein Entlassmanagement und erlaubt den Krankenhäusern, soweit es für die Versorgung unmittelbar nach der Entlassung erforderlich ist, unter anderem Hilfsmittel zu verordnen. Die Einzelheiten stehen in § 6a der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Derselbe Absatz des Gesetzes gibt Versicherten gegenüber ihrer Krankenkasse einen „Anspruch auf Unterstützung des Entlassmanagements", und er bestimmt, dass Kranken- und Pflegekassen zusammenarbeiten, soweit Hilfen der Pflegeversicherung in Betracht kommen. Das Entlassmanagement selbst darf nur „mit Einwilligung und nach vorheriger Information" der versicherten Person stattfinden. Wer im Krankenhaus nach Hilfsmitteln für die Zeit danach fragt, fragt also nach einer Leistung, die zur Krankenhausbehandlung gehört.

Für Hilfsmittel, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind, gilt die Begrenzung auf sieben Kalendertage nach demselben Absatz nicht, wenn sie länger gebraucht werden. Ein Strumpfanzieher oder eine Greifzange ist kein Verbrauchsgut; eine Verordnung aus dem Krankenhaus deckt sie also nicht nur für eine Woche ab. Auf der Verordnung müssen das voraussichtliche Entlassungsdatum und eine Kennzeichnung „Entlassmanagement" stehen. Ausgenommen sind nach demselben Absatz in der Regel Hilfsmittel, die individuell angefertigt werden, eine ärztliche Nachkontrolle brauchen und auf Dauer gedacht sind; eine Anziehhilfe aus dem Verzeichnis gehört nicht zu dieser Gruppe.

Die Frist liegt woanders. Nach § 6a Absatz 2 verliert die Verordnung „sieben Kalendertage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Gültigkeit, wenn die Hilfsmittelversorgung nicht innerhalb dieses Zeitraumes aufgenommen wurde". Wer mit einem Rezept aus dem Krankenhaus nach Hause geht, hat damit eine Woche, um es bei einem Sanitätshaus einzulösen. Das Krankenhaus informiert nach Absatz 3 die weiterbehandelnde Praxis über die Verordnung.

Dieselben Regeln gelten nach Absatz 4 für Ärztinnen und Ärzte in Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation. Wer nach der Operation in eine stationäre Reha geht, kann die Anziehhilfe also auch von dort verordnet bekommen. Wie die Verordnung einer Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber zum Rezept für Kompressions-Anziehhilfen.

Ein Rezept aus der Praxis gilt 28 Tage

Vorher: Hilfe beim Anziehen durch einen Pflegedienst

Für die Zeit unmittelbar nach dem Krankenhaus kennt das Gesetz noch einen zweiten Weg, der nicht über ein Hilfsmittel führt. Nach § 37 Absatz 1a SGB V erhalten Versicherte „insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt" die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung, soweit keine Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie nennt das Unterstützungspflege und begrenzt den Anspruch in § 5 auf bis zu vier Wochen, mit Ausnahmen in begründeten Fällen.

Zur Grundpflege gehört nach dem Leistungsverzeichnis der Richtlinie ausdrücklich das „An- oder Auskleiden", mit der „Hilfe beim An- oder Ausziehen der Kleidung, von Strümpfen, von Strumpfhosen". Voraussetzung ist nach § 2c unter anderem, dass sich die versicherte Person „nicht mehr selbstständig in den Bereichen Grundpflege und Hauswirtschaft versorgen kann" und der Bedarf voraussichtlich nur vorübergehend besteht. Wie bei jeder häuslichen Krankenpflege muss die Kasse genehmigen, und sie darf es nur, soweit niemand im Haushalt die Hilfe übernehmen kann.

Die Anziehhilfe und der Pflegedienst schließen sich damit nicht aus. Die eine setzt voraus, dass jemand mit Werkzeug selbst anziehen kann, der andere, dass das nicht gelingt. Für Kompressionsstrümpfe verweist die Richtlinie auf eine eigene Nummer, 31b; wie sie und die Anziehhilfe zusammenhängen, beschreibt der Ratgeber zum Rezept, der oben verlinkt ist.

Das Rezept aus der Praxis

Kommt das Rezept später aus der Hausarzt- oder Orthopädiepraxis, gilt die allgemeine Frist. Nach § 8 Absatz 2 der Hilfsmittel-Richtlinie verliert eine Verordnung ihre Gültigkeit, wenn die Versorgung „nicht innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen" wird; geht der Leistungsantrag in dieser Zeit bei der Kasse ein, gilt die Frist als gewahrt.

Was auf dem Rezept stehen kann, regelt § 7 derselben Richtlinie. Bei einem Hilfsmittel aus dem Verzeichnis kann die Produktart oder die siebenstellige Positionsnummer angegeben werden; das Einzelprodukt wählt dann das Sanitätshaus nach den Verträgen mit der Kasse aus. Eine Verordnung eines bestimmten Produkts mit der zehnstelligen Nummer bleibt möglich, braucht aber „eine entsprechende Begründung".

Für die Länge eines Werkzeugs ist eine andere Stelle desselben Paragrafen wichtig. Nach § 7 Absatz 2 soll die Verordnung neben Diagnose, Bezeichnung und Anzahl erforderlichenfalls Hinweise enthalten, „zum Beispiel über Zweckbestimmung, Funktionalität des Hilfsmittels, Art der Herstellung, Material, Abmessungen". Die Höhe der Fingerspitzen im Sitzen, gemessen auf dem erhöhten Stuhl, ist genau eine solche Angabe. Steht sie als Hinweis auf dem Rezept, hat das Sanitätshaus sie bei der Auswahl vor sich, und ein Strumpfanzieher mit zu kurzen Bändern fällt früher auf.

Fällt es erst bei der Abgabe auf, sieht § 8 Absatz 1 der Richtlinie einen Rückweg vor: Ergibt sich bei der Anpassung oder Abgabe, dass mit dem verordneten Hilfsmittel „das Versorgungsziel nicht erreicht werden kann", informiert das Sanitätshaus die verordnende Praxis, und diese prüft, ob die Verordnung geändert oder ergänzt werden muss. Eine Anziehhilfe, die im Sanitätshaus erkennbar nicht bis zur Hand reicht, ist ein solcher Fall.

Was im Verzeichnis steht und was nicht

  • Strumpfanzieher für gewöhnliche Socken: eigene Produktart 02.40.01.2 mit 17 belegten Plätzen.
  • Greifzangen: eigene Untergruppe 02.40.04; ein Eintrag, 02.40.04.1057 von SNC Herdegen, verbindet die Greifzange mit einem Schuhanzieher.
  • Toilettensitzerhöhungen: eigene Produktgruppe 33.
  • Langer Schuhlöffel: keine eigene Produktart in der Untergruppe der Anziehhilfen.

Der Schuhlöffel ist damit ein Werkzeug, das alle drei Merkblätter nennen und das als eigenes Hilfsmittel im Verzeichnis nicht vorkommt. Wie es um Greifzangen im Verzeichnis steht, hat der Beitrag über Greifhilfen und die Krankenkasse ausgewertet; welche Strumpfanzieher gelistet sind, steht im Vergleich von Schale, Gleithülle und Gestell für Socken.

Kaufen statt verordnen: was sofort geht

Rezept und Handel unterscheiden sich vor allem in der Zeit. Das Rezept führt zur Versorgung über die Kasse, aber es braucht einen Weg über Praxis, Sanitätshaus und gegebenenfalls eine Genehmigung. Der Handel hat die Hilfen sofort, und mit ihnen eine Auswahl, die das Verzeichnis nicht kennt.

Unter den Angeboten, die wir am 4. Oktober 2026 gesichtet haben, fallen Sets auf, die genau für diese Lage zusammengestellt sind. Das Knie-Hüft-OP-Reha-Set von Kekoy enthält nach seiner Angebotsseite vier Teile, eine 80 Zentimeter lange Greifzange, einen langen Anziehstock, einen Schuhlöffel und eine Sockenanziehhilfe, dazu eine Tasche; es hat 4,5 Sterne aus 1.707 Bewertungen. Ein einzelner Schuhlöffel desselben Anbieters, verstellbar von 62 bis 90 Zentimetern, hat 4,5 Sterne aus 463 Bewertungen.

Die Angebotsseiten nennen lange Listen von Anwendungsfällen; der Schuhlöffel etwa bezeichnet sich als „ideal für Senioren, Personen mit eingeschränkter Mobilität, Schwangere, Gelenkentzündungen, nach Operationen". Das sind Werbeaussagen, und wir übernehmen sie nicht als Eignungsangabe. Ob ein Werkzeug passt, entscheiden Länge, Handhabung und die Vorgaben der Klinik.

Keines dieser Angebote steht im Verzeichnis, und beide sagen über die Sockenhilfe dasselbe Wichtige: Sie ist „Nicht für Kompressionsstrümpfe geeignet". Wer nach der Operation Kompressions- oder Thrombosestrümpfe tragen soll, braucht für diese Strümpfe etwas anderes; der Abschnitt zu Thrombosestrümpfen weiter unten geht dem nach.

Der Weg über den Handel schließt den Weg über das Rezept nicht aus; beide stehen nebeneinander, und für jedes Werkzeug kann ein anderer der richtige sein. Wie die Versorgung über die Kasse grundsätzlich abläuft, beschreibt der Beitrag über den Weg eines Hilfsmittels über die Kasse.

Drei Hilfen im Abgleich

Die drei Hilfen hier folgen derselben Regel wie alle Produktkarten dieses Portals: Eine Hilfe steht hier, wenn ihre Angebotsseite mindestens 200 Bewertungen bei mindestens 4,3 Sternen aufweist oder wenn ihre Artikelnummer zu einem Eintrag im Hilfsmittelverzeichnis passt. Unter 200 Bewertungen zeigen wir keine Sterne. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge.

SNC Herdegen Anziehhilfe mit Teleskopstangen

SNC Herdegen

Anziehhilfe mit Teleskopstangen

Mittelklasse

Kunststoffschale mit Teleskop-Haltegriffen, im Verzeichnis mit passender Artikelnummer für Strümpfe und Strumpfhosen gelistet.

Art
Strumpfanzieher, biegbare Kunststoffschale mit Teleskop-Haltegriffen oder Gurten
Länge
rund 88,5 cm nach Verzeichnis
Teile
Schale mit Griffen; Gurte oder Teleskopstangen nach Angebotsseite
Im Verzeichnis
02.40.01.2015 — Artikelnummer 820500 deckungsgleich
Für Kompressionsstrümpfe
keine Angabe
Gewicht
keine Angabe; Versandgewicht mit Verpackung rund 259 g

Spricht dafür

  • Steht mit passender Artikelnummer im Verzeichnis
  • Längste Verbindung zwischen Hand und Schale im Feld dieses Beitrags
  • Nach Verzeichnis auch für Strumpfhosen

Spricht dagegen

  • Nur 65 Bewertungen auf der Angebotsseite
  • Keine Angabe zu Kompressionsstrümpfen
  • Kein Gewicht ohne Verpackung abrufbar

Die Anziehhilfe von SNC Herdegen ist die einzige der drei mit Verzeichnisnummer: Die Modellnummer 820500 auf der Angebotsseite entspricht dem Eintrag 02.40.01.2015, der eine „Anziehhilfe aus Kunststoff und Stahl für Strümpfe und Strumpfhosen, mit Teleskop-Haltegriffen" beschreibt. Die Angebotsseite nennt einen „niedrigen Einstieg" und die Wahl zwischen Gurten und Teleskopstangen; sie hat 3,5 Sterne aus 65 Bewertungen, zu wenig Stimmen für ein Urteil. Als Material nennt die Angebotsseite „verstärktes schwarzes Polypropylen" für den Ausschnitt, der Eintrag Kunststoff und Stahl; dazu gibt die Seite 2 Jahre Garantie an.

Kekoy Schuhlöffel 90 cm, 3-in-1

Kekoy

Schuhlöffel 90 cm, 3-in-1

Einstieg

Verstellbarer langer Schuhlöffel mit S-Haken für Hemd, Hose und das Ausziehen von Socken, zerlegbar.

Art
langer Schuhlöffel mit S-Haken und verstellbarem Griff
Länge
verstellbar von 62 bis 90 cm; zerlegt 32 cm
Teile
3 Teile, ohne Werkzeug zu montieren
Im Verzeichnis
nein; keine eigene Produktart für Schuhlöffel
Für Kompressionsstrümpfe
nicht vorgesehen; Haken zum Ausziehen normaler Socken
Gewicht
200 g nach Angebotsseite

Spricht dafür

  • Größte Längenspanne im Feld: 62 bis 90 cm
  • Haken für Hemd und Hose, wie ihn ein Klinik-Merkblatt beschreibt
  • Zerlegbar auf 32 cm für unterwegs

Spricht dagegen

  • Kein Hilfsmittel im Sinne des Verzeichnisses, keine Verordnung
  • Werbeaussagen zu Anwendungsgruppen ohne Beleg

Der Schuhlöffel von Kekoy ist nach seiner Angebotsseite drei Werkzeuge in einem: ein Schuhlöffel von 62 bis 90 Zentimetern, ein S-förmiger Haken zum Anziehen von Hemden und Hochziehen von Hosen und eine Hilfe zum Ausziehen von Socken. Er lässt sich in drei Teile zerlegen, ist dann 32 Zentimeter lang und wiegt 200 Gramm. Für die Montage braucht er nach der Seite kein Werkzeug, und mit dem Haken lässt er sich an die Wand hängen. Den Griff kann man nach der Angebotsseite in der Mitte oder oben anbringen, je nachdem, ob im Sitzen oder im Stehen angezogen wird. Die Merkblätter nennen genau diese Kombination aus langem Schuhlöffel und Haken.

Kekoy Knie-Hüft-OP-Reha-Set, 4 Teile

Kekoy

Knie-Hüft-OP-Reha-Set, 4 Teile

Mittelklasse

Vier Anziehhilfen in einer Tasche: Greifzange, Anziehstock, Schuhlöffel und Sockenhilfe.

Art
Set aus Greifzange, Anziehstock, Schuhlöffel und Sockenanziehhilfe
Länge
Greifzange 80 cm; Längen der übrigen Teile ohne Angabe
Teile
4 Hilfen und eine Aufbewahrungstasche
Im Verzeichnis
nein
Für Kompressionsstrümpfe
nein, laut Angebotsseite
Gewicht
keine Angabe; Versandgewicht mit Verpackung 720 g

Spricht dafür

  • Breite Rückmeldungsbasis: 1.707 Bewertungen
  • Deckt vier Werkzeuge ab, die Klinik-Merkblätter nennen
  • Greifzange mit drehbarem Kopf, faltbar

Spricht dagegen

  • Länge von Schuhlöffel und Anziehstock nicht angegeben
  • Sockenhilfe nicht für Kompressionsstrümpfe
  • Kein Hilfsmittel im Sinne des Verzeichnisses, keine Verordnung

Das Reha-Set bündelt vier der Werkzeuge, die die Merkblätter nennen. Die Greifzange hat nach der Angebotsseite einen um 90° drehbaren Kopf und ist faltbar, die Schale der Sockenhilfe misst rund 24 mal 12 mal 8 Zentimeter. Der nächste Abschnitt hält das Set gegen die Merkblätter.

Die Vergleichstabelle zu diesen Angaben steht am Anfang der Seite, direkt über dem Inhaltsverzeichnis.

Das Reha-Set gegen die Merkblätter gelesen

Ein Set ist bequem, weil es die Auswahl abnimmt. Ob es zu den Vorgaben passt, zeigt ein Abgleich Teil für Teil mit dem, was die drei Merkblätter nennen.

  • Greifzange, 80 Zentimeter: nennen Dresden (für die Hose), Würzburg (für Hose und Haushalt) und Hohenurach. Ob 80 Zentimeter im Sitzen bis zum Boden reichen, hängt an der eigenen Reichweite.
  • Langer Anziehstock: ähnelt dem „langen, umgedrehten Schuhlöffel (mit Haken)", den Dresden für die Hose nennt.
  • Schuhlöffel: nennen alle drei Blätter. Seine Länge nennt die Angebotsseite des Sets nicht.
  • Sockenanziehhilfe: nennen alle drei Blätter als Strumpfanzieher oder Strumpfanziehhilfe. Nach der Angebotsseite nicht für Kompressionsstrümpfe.

Zwei Dinge fehlen im Set, die die Merkblätter ebenfalls nennen. Das eine betrifft die Höhe: Sitzkeil, Toilettensitzerhöhung oder eine zweite Matratze. Das andere betrifft das Bad: Würzburg nennt einen Badesitz und eine rutschfeste Unterlage, einen Schwamm mit langem Stab oder eine Rückenbürste. Ein Set für das Anziehen ersetzt diese Hilfen nicht.

Und eine Angabe fehlt auf der Angebotsseite selbst: die Länge des Schuhlöffels im Set. Wer die Probe aus der Grafik oben macht, kann sie nur am Gerät prüfen. Der einzelne Schuhlöffel desselben Anbieters nennt seine Länge; das Set nennt nur die der Greifzange.

Thrombosestrümpfe sind keine Kompressionsstrümpfe

Ob nach der Operation Strümpfe getragen werden und welche, legt die Klinik fest. Für die Frage nach einer Anziehhilfe kommt es darauf an, welche Strümpfe es sind. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns schreibt: „Im Gegensatz zu Kompressionsstrümpfen sind Anti-Thrombosestrümpfe keine Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung." Die Versorgung im Zusammenhang mit ambulanten Operationen bleibe gesonderten vertraglichen Regelungen vorbehalten.

Das hat eine Folge, die in keinem der Texte ausdrücklich steht. Die Anziehhilfen der Produktart 02.40.01.3 sind nach dem Verzeichnis für medizinische Kompressionsstrümpfe beschrieben, die Strumpfanzieher der Produktart 02.40.01.2 für gewöhnliche Strümpfe. Ob ein Strumpfanzieher für einen Thrombosestrumpf taugt, sagt keiner der Einträge, und die beiden Handelsangebote oben schließen nur Kompressionsstrümpfe ausdrücklich aus. Welche Strümpfe nach der Operation getragen werden und wie lange, legt die Klinik fest; ob sich eine Hilfe dafür eignet, beantworten Sanitätshaus oder Station.

Dieselbe Trennung zieht die Produktgruppe 17 des Verzeichnisses: Anti-Thrombosestrümpfe sind danach „keine Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung". Und die Nummer 31b der Häusliche Krankenpflege-Richtlinie, nach der ein Pflegedienst Strümpfe an- und auszieht, spricht von ärztlich verordneten Kompressionsstrümpfen der Klassen I bis IV. Ob sie Thrombosestrümpfe erfasst, sagt sie nicht ausdrücklich. Für gewöhnliche Strümpfe gilt die Grundpflege, die der Abschnitt über das Rezept aus der Praxis beschreibt.

Für Kompressionsstrümpfe, die länger getragen werden sollen, gibt es eigene Hilfen in großer Zahl. Welche Bauformen es gibt und wie sie sich unterscheiden, steht im Vergleich der Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe, und was beim Anziehen mit Gleiter oder Gestell schiefgehen kann, im Ratgeber zu Fehlern beim Anziehen.

Ein Morgen in Etappen, als Beispiel

Wie die Regeln der Merkblätter im Alltag zusammenkommen, lässt sich an einem Morgen in der zweiten Woche nach der Operation zeigen. Das folgende Beispiel ist erfunden, aber jeder Schritt beruht auf einem der drei Merkblätter oder auf der Anleitung des Hilfsmittels; es beschreibt keine bestimmte Person.

  1. Aufstehen: Würzburg rät, aus dem Bett immer zur operierten Seite hin aufzustehen und beide Hände zu Hilfe zu nehmen. Hohenurach beschreibt das „en-block-Prinzip": Bein und Oberkörper bewegen sich zusammen.
  2. Hinsetzen: auf einen Stuhl, der hoch genug ist, sodass das Hüftgelenk über dem Kniegelenk liegt; die Kleidung liegt seit dem Vorabend in Reichweite.
  3. Socken: mit dem Strumpfanzieher, der vor dem Fuß auf dem Boden liegt; die Hand hält die Bänder, der Oberkörper bleibt aufrecht.
  4. Hose: das operierte Bein zuerst, mit Greifzange oder Anziehstock, so wie Dresden es beschreibt.
  5. Schuhe: mit dem langen Schuhlöffel, über die Innenseite des Beines an der Ferse angesetzt, ohne die Fußspitze zu drehen.
  6. Aufstehen vom Stuhl: mit beiden Händen abstützen, ohne den Oberkörper gegen die Beine zu verdrehen.

Der Morgen dauert länger als vor der Operation, und das ist eingeplant. Hohenurach rät, „unnötige Laufwege" zu vermeiden und die Kleidung vorher bereitzulegen; ein Morgen, an dem jedes Kleidungsstück erst gesucht werden muss, verlangt mehr Bewegungen, als nötig sind. Wer allein lebt, kann die Reihenfolge vor der Operation einmal mit den Werkzeugen durchspielen.

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beim Anziehen hilft, gelten für die helfende Person dieselben Regeln wie für die operierte: das operierte Bein zuerst in die Hose, die Fußspitze beim Schuhanziehen nicht drehen, den Oberkörper der operierten Person nicht gegen die Beine verdrehen. Die Merkblätter richten sich an die Patientin oder den Patienten; wer hilft, liest sie am besten mit, bevor die Hilfe beginnt.

Abends kehrt sich der Ablauf um, mit einer Ausnahme, die Dresden ausdrücklich nennt: Das operierte Bein wird zuletzt ausgezogen. Für Socken hat der Schuhlöffel von Kekoy einen Haken, der nach seiner Angebotsseite zum Ausziehen gewöhnlicher Socken gedacht ist; viele Strumpfanzieher sind dagegen nur zum Anziehen beschrieben.

Bad, Toilette und Bettkante

Das Anziehen ist nicht der einzige Moment des Tages, an dem der rechte Winkel eine Rolle spielt. Würzburg widmet dem Bad einen eigenen Abschnitt. In die Badewanne soll in den ersten Wochen nicht auf dem üblichen Weg gestiegen werden; empfohlen werden ein Badesitz und eine rutschfeste Unterlage, ein Hocker direkt neben der Wanne, von dem aus zuerst mit dem operierten, dann mit dem anderen Bein eingestiegen wird, und das Wasser gegebenenfalls erst einzulassen, wenn man in der Wanne sitzt.

Hohenurach beschreibt den Einstieg anders: das operierte Bein „nach hinten über den Wannenrand heben", dazu rutschfeste Matten und Haltegriffe. Auch hier gilt, was für alle Regeln dieses Ratgebers gilt: Die eigene Klinik legt fest. Welche Haltegriffe es für den Wannenrand gibt und was über die Kasse oder die Pflegekasse läuft, beschreibt der Vergleich mobiler und festmontierter Wannengriffe; wie ein Hocker für die Dusche gebaut sein muss, der Vergleich höhenverstellbarer Duschhocker.

Vor dem Anziehen nach dem Waschen kommt ein Schritt, den Würzburg eigens erwähnt: Um die Füße abzutrocknen, wird ein großes Badetuch benutzt, und für den Rücken ein Schwamm mit langem Stab oder eine Rückenbürste, über die ein Waschlappen gestülpt wird. Auch das ist ein Weg zum Fuß ohne Bücken, und er kommt vor dem Strumpfanzieher an die Reihe.

Für die Toilette nennen Dresden und Würzburg die Toilettensitzerhöhung, Würzburg ausdrücklich „für große Personen" und zusammen mit einem Haltegriff an der Wand. Für die Bettkante, auf der viele Menschen morgens sitzen, gilt Dresdens Hinweis zur Sitzhöhe: Eine zweite Matratze oder eine Decke kann das Bett erhöhen. Würzburg hält die Höhe des Bettes und die des Stuhles gleich.

Wenn etwas auf den Boden fällt

Beim Anziehen fällt früher oder später etwas herunter: eine Socke, der Schuhlöffel, ein Gurt. Die Merkblätter beschreiben für diesen Moment zwei Wege. Der eine ist die Greifzange, die Würzburg ausdrücklich „um Gegenstände aufzuheben" nennt. Der andere ist eine Technik, bei der das operierte Bein nach hinten gestreckt wird, während sich der Oberkörper vorbeugt.

Würzburg nennt sie „Bück-Technik zum Aufheben von Gegenständen": mit einer Hand auf einem Tisch abstützen, auf dem nicht operierten Bein stehen, dann den Körper nach vorn beugen und gleichzeitig das operierte Bein nach hinten heben, „so kann die freie Hand leicht den Boden berühren". Dresden schreibt unter „Bücken und Knien" knapp: „Operiertes Bein immer weit nach hinten strecken!" und ergänzt, man könne sich nur dann auf das operierte Bein knien, wenn es voll belastet werden darf.

Die Technik verlangt Gleichgewicht und einen festen Halt; ob sie in der eigenen Lage in Frage kommt, zeigt die Physiotherapie. Für die meisten Tage ist die Greifzange der einfachere Weg. Ob eine Zange mit 80 Zentimetern, wie im Reha-Set, reicht, zeigt dieselbe Probe wie für alle Werkzeuge in diesem Ratgeber, im Stehen wie im Sitzen. Welche Längen und Mechaniken es bei Greifzangen gibt, beschreibt der Beitrag über Länge und Mechanik von Greifzangen.

Gehhilfe, Treppe, Auto

Die Merkblätter reichen über das Anziehen hinaus, und drei weitere Hinweise betreffen Hilfsmittel aus anderen Beiträgen dieses Portals. Würzburg schreibt zum Gehen, auf unebenem Gelände könne „ein Stock hilfreich sein". Hohenurach schreibt: „Für die Nutzung von Gehhilfsmitteln gilt die individuelle Empfehlung des:der Arzt:in." Welche Gehhilfe in den ersten Wochen benutzt wird, entscheidet also nicht die Frage nach dem Anziehen.

Für das Auto beschreibt Dresden eine Einstellung: Sitz ganz nach hinten, Sitzfläche ganz nach oben, Rückenlehne nach hinten geneigt, die Beine nacheinander ins Auto stellen und das operierte Bein mit den Händen unterstützen. Würzburg lässt sich seitlich setzen und Beine und Körper gleichzeitig hineindrehen. Auch hier unterscheiden sich die Blätter im Einzelnen.

Würzburg warnt außerdem vor öffentlichen Verkehrsmitteln „bei der Anfahrt, in Kurven und beim Anhalten". Zu den Sturzgefahren nennt Hohenurach Kabel, Türschwellen, Teppiche und Läufer, und für Einkäufe rät das Blatt, sie zu rollen oder zu schieben und Gegenstände körpernah zu tragen, etwa im Rucksack oder Trolley. Welche Gehstöcke es gibt und welche Angaben ein Hersteller dazu machen muss, beschreibt der Überblick über Gehstöcke und ihre Normen.

Wenn die Frist endet

Nach 8 Wochen, nach drei Monaten oder nach dem, was die eigene Klinik festgelegt hat, ändern sich die Regeln. Dresden nennt ausdrücklich, was danach wieder erlaubt ist: „Das Überkreuzen der Beine ist 8 Wochen nach der Operation wieder erlaubt." Ob und wann tieferes Beugen wieder möglich ist, sagen die Blätter nicht; das klärt die Nachkontrolle. Zwischen den 8 Wochen aus Dresden und den drei Monaten aus Hohenurach liegen mehrere Wochen, in denen ein Mensch nach dem einen Blatt schon wieder freier wäre und nach dem anderen noch nicht. Auch das spricht dafür, das eigene Blatt nicht durch ein fremdes zu ersetzen.

Für die Hilfsmittel hat das Ende der Frist eine praktische Seite. Ein Strumpfanzieher der Produktart 02.40.01.2 ist nach dem Verzeichnis „nicht für den Wiedereinsatz vorgesehen"; wer ihn auf Rezept bekommen hat, behält ihn. Ob er danach noch gebraucht wird, hängt nicht an der Operation, sondern an der Beweglichkeit danach.

Für manche Menschen ist die Operation der Anlass, Hilfen kennenzulernen, die sie auch danach behalten: einen langen Schuhlöffel, eine Greifzange für den Haushalt. Würzburg nennt dafür auch eine Schaufel und einen Handfeger mit langem Stiel und einen Schwamm oder Abzieher mit langem Stiel, und für die Arbeit im Haushalt einen hohen, stabilen Stuhl oder, bei gutem Gleichgewicht, einen Stuhl mit Rollen. Welche Greifhilfen es über die Zange hinaus gibt, beschreibt der Überblick über sieben Arten von Greifhilfen.

Und das Knie?

Das Register zählt für 2024 neben den Hüften 173.252 Erstimplantationen am Kniegelenk. Auch nach einer Knieoperation ist das Anziehen in den ersten Wochen oft mühsam, aber die Regeln, die dieser Ratgeber zitiert, gelten für die Hüfte. Der rechte Winkel als Grenze steht in den drei Merkblättern für das Hüftgelenk.

Für das Knie enthält von den drei Blättern nur das aus Hohenurach eigene Hinweise, und sie betreffen das Liegen: in Rückenlage das Knie möglichst nicht unterlagern, in Seitenlage ein Kissen zwischen die Knie. Eine Regel zum Anziehen nach einer Knieoperation nennen die Blätter nicht. Das Verzeichnis nennt das Knie dagegen ausdrücklich: Griffverlängerungen an Strumpfanziehhilfen seien „bei Hüft- bzw. Kniegelenkversteifungen" erforderlich.

Wer nach einer Knieoperation nach einer Anziehhilfe sucht, findet die Werkzeuge dieses Ratgebers also im selben Verzeichnis, aber nicht dieselben Vorgaben für ihren Gebrauch. Was nach dem Eingriff erlaubt ist, steht im Merkblatt der eigenen Klinik.

Was diese Seite nicht ersetzt

Dieser Ratgeber ersetzt weder das Merkblatt der eigenen Klinik noch die Anleitung der Physiotherapie oder der Ergotherapie. Er zitiert drei Blätter, die sich in Fristen und Einzelheiten unterscheiden, und er löst diese Unterschiede nicht auf. Er sagt nicht, welches Operationsverfahren welche Regeln nach sich zieht, und er sagt nichts darüber, wann jemand wieder Auto fahren, Sport treiben oder knien darf.

Die Zahlen zur Operation stammen aus dem Jahresbericht 2025 des Endoprothesenregisters und beschreiben die Operationen, die das Register erfasst hat. Korrekturen nehmen wir über die Seite für Korrekturen auf; wie wir Klinik-Merkblätter, Richtlinien und Angebotsseiten gewichten, beschreibt die Methode hinter unseren Auswertungen.

Womit sich das kombinieren lässt

Die Anziehhilfen nach der Operation sind ein Teil einer größeren Untergruppe, die auch Knöpfhilfen, Wandstangen für Jacken und die vielen Hilfen für Kompressionsstrümpfe umfasst. Den Zusammenhang zeigt der Überblick über Anziehhilfen im Verzeichnis.

Dreizehn Fragen für die Wochen nach der Operation

Wie viele Hüftgelenke werden in Deutschland ersetzt?
Das Endoprothesenregister Deutschland hat für 2024 insgesamt 199.052 Erstimplantationen am Hüftgelenk erfasst. Das mediane Alter lag bei 71 Jahren, rund 60 Prozent waren Frauen.
Wie lange gelten die Bewegungsregeln nach der Operation?
Das legt die operierende Klinik fest. In den drei ausgewerteten Merkblättern stehen 8 Wochen, drei Monate und „die ersten Wochen", jeweils mit dem Zusatz, soweit nichts anderes verordnet ist.
Warum darf die Hüfte nicht über 90 Grad gebeugt werden?
Alle drei ausgewerteten Klinik-Merkblätter nennen diese Grenze für die ersten Wochen. Die Begründung und die Dauer gehören zum Gespräch mit der eigenen Klinik; dieser Ratgeber gibt die Vorgabe nur wieder.
Bekomme ich einen Strumpfanzieher auf Rezept?
Strumpfanzieher stehen im Hilfsmittelverzeichnis in der Produktart 02.40.01.2. Das Dresdner Merkblatt schreibt, der Strumpfanzieher könne nach der Operation vom behandelnden Orthopäden verordnet werden; ob die Kasse übernimmt, entscheidet sie im Einzelfall.
Kann schon das Krankenhaus Hilfsmittel verordnen?
Ja. Nach § 6a der Hilfsmittel-Richtlinie kann das Krankenhaus im Entlassmanagement Hilfsmittel verordnen. Die Verordnung verliert sieben Kalendertage nach der Entlassung ihre Gültigkeit, wenn die Versorgung bis dahin nicht aufgenommen wurde.
Wie lange gilt ein Rezept aus der Praxis?
Nach § 8 Absatz 2 der Hilfsmittel-Richtlinie 28 Kalendertage ab Ausstellung. Geht der Leistungsantrag in dieser Zeit bei der Kasse ein, gilt die Frist als gewahrt.
Wie lang muss ein Schuhlöffel oder eine Greifzange sein?
So lang, dass das obere Ende im Sitzen bis zu den Fingerspitzen reicht, ohne dass sich der Oberkörper vorbeugt. Gemessen wird die Höhe der Fingerspitzen über dem Boden auf dem Stuhl, auf dem angezogen wird.
Wie ziehe ich die Hose nach der Hüft-OP an?
Das Dresdner Merkblatt nennt die Regel, das operierte Bein immer zuerst anzuziehen und zuletzt auszuziehen, und als Hilfe einen langen, umgedrehten Schuhlöffel mit Haken oder eine Greifzange.
Taugt ein Strumpfanzieher für Thrombosestrümpfe?
Das sagt keiner der Verzeichniseinträge. Anti-Thrombosestrümpfe sind nach der KVB keine Hilfsmittel der Krankenversicherung, die beiden Handelsangebote im Beitrag schließen nur Kompressionsstrümpfe ausdrücklich aus. Sanitätshaus oder Station geben Auskunft.
Lohnt ein Reha-Set mit mehreren Teilen?
Ein Set bündelt Werkzeuge, die die Merkblätter nennen. Beim ausgewerteten Set fehlen die Längen von Schuhlöffel und Anziehstock, und die Sockenhilfe ist nicht für Kompressionsstrümpfe gedacht.
Was gilt nach Ablauf der Frist?
Was danach wieder erlaubt ist, legt die Nachkontrolle fest. Das Dresdner Merkblatt nennt das Überkreuzen der Beine ab der 8. Woche. Ein verordneter Strumpfanzieher ist nicht für den Wiedereinsatz vorgesehen und bleibt bei der Person.
Hilft ein Pflegedienst in den ersten Wochen beim Anziehen?
Nach einem Krankenhausaufenthalt kennt § 37 Absatz 1a SGB V die Unterstützungspflege; zur Grundpflege gehört nach der Häusliche Krankenpflege-Richtlinie die Hilfe beim An- oder Ausziehen von Kleidung und Strümpfen, bis zu vier Wochen und nur mit Genehmigung der Kasse.
Gelten die Regeln auch nach einer Knieoperation?
Nein. Die zitierten Merkblätter beschreiben die Grenze von 90 Grad für das Hüftgelenk. Für das Knie enthält nur eines der drei Blätter eigene Hinweise, und die betreffen das Liegen. Maßgeblich ist das Merkblatt der eigenen Klinik.

Quellen

  1. [01]Endoprothesenregister Deutschland, Jahresbericht 2025 (Operationsjahr 2024) · abgerufen am 04.10.2026
  2. [02]Endoprothesenregister Deutschland, Patienteninformation 2025 · abgerufen am 04.10.2026
  3. [03]Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Faltblatt „Alltagsrelevante Abläufe nach Hüftgelenksersatz" · abgerufen am 04.10.2026
  4. [04]König-Ludwig-Haus Würzburg, Patienteninformation „Verhalten mit künstlichem Hüftgelenk", gültig ab 16.02.2015 · abgerufen am 04.10.2026
  5. [05]Fachkliniken Hohenurach, Patienteninformation „Verhaltensregeln für den Alltag mit einem künstlichen Gelenk", Stand 10.2021 · abgerufen am 04.10.2026
  6. [06]Gemeinsamer Bundesausschuss, Hilfsmittel-Richtlinie, Fassung vom 20.02.2025, in Kraft seit 16.05.2025 · abgerufen am 04.10.2026
  7. [07]§ 39 SGB V, Krankenhausbehandlung (Entlassmanagement) · abgerufen am 04.10.2026
  8. [08]Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Verordnung Aktuell: Kompressionsstrümpfe und Anziehhilfen, Stand 29.07.2020 · abgerufen am 04.10.2026
  9. [09]GKV-Hilfsmittelverzeichnis bei REHADAT-GKV, Eintrag 02.40.01.2015 SNC Herdegen · abgerufen am 04.10.2026
  10. [10]Kekoy Knie-Hüft-OP-Reha-Set, Amazon-Angebotsseite* · abgerufen am 04.10.2026
  11. [11]Gemeinsamer Bundesausschuss, Häusliche Krankenpflege-Richtlinie, zuletzt geändert am 16.10.2025, in Kraft seit 12.12.2025 · abgerufen am 04.10.2026
  12. [12]§ 37 SGB V, Häusliche Krankenpflege · abgerufen am 04.10.2026
  13. [13]GKV-Spitzenverband, Fortschreibung der Produktgruppe 17 „Hilfsmittel zur Kompressionstherapie" vom 06.06.2023 · abgerufen am 04.10.2026

Änderungen an diesem Beitrag

  1. Erstveröffentlichung. Zahlen aus dem EPRD-Jahresbericht 2025, drei Klinik-Merkblätter im Wortlaut verglichen, Hilfsmittel-Richtlinie §§ 6a, 7 und 8 in der Fassung vom 20.02.2025, Angebotsseiten am selben Tag abgerufen.