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Stand der Angaben: 04.10.2026499 Quellenangaben

Mobilität im Alltag· Anziehhilfen · Überblick

Anziehhilfen: 91 gelistete Produkte, 70 davon für Kompressionsstrümpfe

Von 91 Anziehhilfen im Hilfsmittelverzeichnis dienen 70 dem Kompressionsstrumpf. Für Hemd, Jacke und Knöpfe stehen bundesweit vier Produkte im Verzeichnis.

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Angaben geprüft

Diese Übersicht beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben — Herstellerangaben, Prüfberichte und Händlerdaten. Es wurde nicht selbst getestet. Wo eine Angabe fehlt, steht das da; sie wird nicht geschätzt. Wie ausgewertet wird, steht in der Methodik.

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Die Geräte im Überblick

MerkmalFanwerKnopfhaken und Reißverschlusshilfe
SegmentEinstieg
BauformKnopfhaken mit Drahtschlaufe, dazu Reißverschluss-Funktion
Griffgepolstert, rutschfest, nach Angebotsseite
MaterialStahldraht, nach Angebotsseite
Längekeine Angabe
Im Verzeichnisnein — Produktkarte über die Bewertungsregel

Die meisten Anziehhilfen sind nicht für Kleidung gebaut

Wer nach einer Anziehhilfe sucht, denkt an einen Knopf, der nicht mehr durch das Loch will, an eine Socke, die sich im Sitzen nicht mehr über die Ferse ziehen lässt, an eine Jacke, deren zweiter Ärmel unerreichbar hinter dem Rücken hängt. Das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung denkt an etwas anderes. Von 91 Anziehhilfen, die es in seiner Untergruppe 02.40.01 führt, dienen 70 dem Anziehen eines einzigen Gegenstands: des medizinischen Kompressionsstrumpfes.

Das ist keine Schätzung. Wir haben am 4. Oktober 2026 alle 105 Nummernplätze der Untergruppe einzeln abgerufen, für jeden belegten Platz den Hersteller und den Merkmalstext gelesen und gezählt. 70 von 91 sind 77 Prozent. Für Hemd, Jacke, Mantel und Knöpfe zusammen stehen bundesweit vier Produkte im Verzeichnis.

Der Grund steht in der Definition der Produktgruppe 02 selbst. Adaptionshilfen dienen danach dem Behinderungsausgleich, wenn „Geräte und Gegenstände des täglichen Lebens sowie Kompressionsstrümpfe bzw. –strumpfhosen nicht mehr zweckentsprechend genutzt werden können". Der Kompressionsstrumpf steht in diesem Satz neben dem Gegenstand des täglichen Lebens, obwohl er selbst ein Hilfsmittel ist, verordnet aus der Produktgruppe 17. Die größte Produktart der Anziehhilfen ist damit ein Hilfsmittel für ein Hilfsmittel.

Dieser Überblick legt die vier Produktarten nebeneinander, prüft ihre Einträge auf das, was sie sagen und was nicht, und schreibt dabei für die Leserinnen und Leser, die die meisten Anfragen zu diesem Thema stellen: Angehörige, die für einen anderen Menschen suchen. Sie sehen die Mühe beim Anziehen oft eher als die betroffene Person selbst, und sie müssen die Maße kennen, ohne das Bein vor sich zu haben.

Vier Produktarten in einer Untergruppe

Die Fortschreibung der Produktgruppe 02 vom 7. Juli 2023 gliedert die Untergruppe 02.40.01 in vier besetzte Produktarten und eine fünfte, die im Inhaltsverzeichnis als „Nicht besetzt" geführt wird. Alle vier tragen dasselbe Aufnahmedatum vom November 2018 und dasselbe Änderungsdatum vom Juli 2023. Ihre Beschreibungen sind kurz, und jede hat eine Eigenheit.

  • 02.40.01.0, An- und Ausziehhilfen für Kleidungsstücke: Wandhalterung mit Stangenkonstruktion, „ausschließlich ortsgebunden nutzbar".
  • 02.40.01.1, Knöpfhilfen: Knöpfhaken oder Knöpfgeräte mit Haken oder Drahtschlinge und Griff.
  • 02.40.01.2, Strumpf- bzw. Strumpfhosenan-/ausziehhilfen: textile Hilfen oder Gestelle, teils mit Griffverlängerung; „nicht für den Wiedereinsatz vorgesehen".
  • 02.40.01.3, Strumpfan- und -ausziehhilfen für Kompressionsstrümpfe: Gestelle, Kunststoffrahmen und Gleithilfen.

Die Indikationstexte unterscheiden sich in Nuancen, die für die Auswahl nicht gleichgültig sind. Bei den Kleidungsstücken und den Strümpfen ist von „Schädigungen der Funktion der oberen Extremität" die Rede, bei den Knöpfhilfen von der „Hand und/oder Fingerfunktion". Nur bei den Strumpfanziehhilfen steht, dass Griffverlängerungen „bei zusätzlicher Schädigung der Wirbelsäulen-, Hüft- oder Kniefunktion" erforderlich sind, und nur bei den Kompressions-Anziehhilfen kommt die „Kraftminderung" hinzu. Wir geben diese Texte wieder, wie sie stehen; welche Situation im Einzelfall vorliegt, beurteilt die Ärztin oder der Arzt.

Für alle vier Produktarten gilt derselbe Versorgungsbereich 02A nach § 126 SGB V und dieselbe einzige produktbezogene Qualitätsanforderung: „Anwendungsmöglichkeit, ohne auf Dauer am Kleidungsstück befestigt werden zu müssen". Eine Knöpfhilfe, die man an jede Bluse nähen müsste, wäre damit ausgeschlossen. Nutzungsdauer, Wiedereinsatz und medizinischer Nutzen sind als Abschnitte vorhanden und leer.

105 Plätze, 91 Produkte, 37 Hersteller

Jeder Eintrag im Verzeichnis hat eine zehnstellige Nummer. Die ersten sieben Stellen bezeichnen die Produktart, die letzten drei das einzelne Produkt. Ein Platz kann belegt sein oder „nicht besetzt" — dann ist er vergeben gewesen und wieder geräumt worden, oder er wurde nie vergeben. Die Grafik zeigt, wie sich die 105 Plätze der Untergruppe verteilen.

Wohin 105 Nummernplätze fließenUntergruppe 02.40.01, REHADAT-GKV, Stand 04.10.2026 — Bandbreite proportional zur Anzahl105 Plätze91 belegt14 frei.3 Kompressionsstrümpfe 70.2 Strümpfe 17.1 Knöpfe 2.0 Kleidung 2Gestelle 34Gleiter 25Ausziehhilfen 7sonstige, unklar 4Gestrichelt: freie Plätze ohne Produkt. Bauformen nach eigener Zuordnung des Merkmalstexts.
Von 105 Nummernplätzen sind 91 belegt. 70 der 91 Produkte dienen dem Anziehen eines Kompressionsstrumpfes. Quelle: REHADAT-GKV, Einzelabruf aller Plätze am 04.10.2026.

Drei Zahlen tragen das Bild. 14 von 105 Plätzen sind frei, das sind 13 Prozent; bei den Knöpfhilfen sind es drei von fünf. 37 verschiedene Herstellerangaben stehen bei den 91 Produkten, und keine erreicht ein Fünftel: Arion hat mit 12 Einträgen den größten Anteil, Sundo Homecare folgt mit 7, Westcare mit 5. Und die Produktart mit den meisten Herstellern ist die größte: 29 Herstellerangaben bei den 70 Kompressions-Anziehhilfen.

In Anteilen gerechnet entfallen 77 Prozent der belegten Plätze auf die Kompressions-Anziehhilfen, 19 Prozent auf die Strumpfanzieher und je 2 Prozent auf Kleidungsstücke und Knöpfe. Die freien Plätze verteilen sich umgekehrt: Bei den Kleidungsstücken sind 50 Prozent der Plätze frei, bei den Knöpfhilfen 60 Prozent, bei den Strumpfanziehern 15 Prozent und bei den Kompressions-Anziehhilfen 8 Prozent. Je kleiner die Produktart, desto größer der Anteil der Plätze ohne Produkt.

Zwei Hersteller sind in drei der vier Produktarten vertreten. Sundo Homecare führt einen Anziehstab, eine Knöpf- und Reißverschlusshilfe und fünf Kompressionsstrumpf-Gestelle; ETAC eine Knöpfhilfe, zwei Strumpfanzieher und einen Strumpfanzieher für Kompressionsstrümpfe. Kein Hersteller deckt alle vier Produktarten ab.

Zum Vergleich: Bei den Greifhilfen in der Nachbar-Untergruppe stellt eine einzige Bauart 88 Prozent der Einträge, und für vier Produktarten gibt es bundesweit genau ein Produkt. Bei den Anziehhilfen ist die Verteilung ähnlich schief, aber die große Produktart ist hier zugleich die mit den meisten Anbietern.

Die Wandstange, die nur an einer Stelle funktioniert

Die Produktart 02.40.01.0 beschreibt eine Konstruktion, die im Handel kaum vorkommt: eine Wandhalterung mit einer Stange, an deren Ende ein Kleidungsstück befestigt wird, damit man mit der Hand nicht hinter den Rücken muss. Die Beschreibung endet mit dem Satz: „Sie sind ausschließlich ortsgebunden nutzbar."

Dieser eine Eintrag eines Einzelherstellers sagt mehr über die Nutzung als die meisten Angebotsseiten: Übung ist nötig, und die Hilfe ersetzt keine Funktion, sie setzt Restfähigkeiten voraus. Wer für einen Angehörigen sucht, hat damit eine Frage, die vor jeder Auswahl steht: Ist die Person bereit, einen neuen Ablauf zu üben, und gibt es jemanden, der ihn die ersten Male begleitet?

Der zweite belegte Platz der Produktart widerspricht ihrer Beschreibung. Der „An- und Ausziehstab DELUXE" von Sundo Homecare, aufgenommen am 12. April 2016, ist laut Eintrag ein „Holzstab mit Metallhaken, ca. 70 cm lang" — also ein Stab, den man in der Hand hält und überallhin mitnehmen kann. „Ausschließlich ortsgebunden" ist er nicht. Er steht trotzdem unter dieser Produktart, weil es für den Anziehstab keine andere gibt. Zwei Plätze der Produktart sind frei.

Ein solcher Stab wird im Handel oft als Teil eines Sets nach einer Hüftoperation angeboten, zusammen mit Greifzange, Schuhlöffel und Sockenanzieher. Wie diese Sets zusammengesetzt sind und was ihre Teile im Verzeichnis gelten, behandelt der Beitrag zur Zeit nach der Operation.

Zwei Knöpfhilfen für ein ganzes Land

Die Produktart 02.40.01.1 hat fünf Nummernplätze, und drei davon sind frei. Belegt sind der „Butler Knopfhilfe-Knopfschließer" von ETAC, Artikelnummer 8060 2004, aufgenommen am 10. Dezember 2008, und die „Knöpf- und Reißverschlusshilfe KOMFORT" von Sundo Homecare, Artikelnummern 25233 bis 25235, aufgenommen am 12. April 2016. Der erste besteht laut Eintrag aus einem „langen Kunststoffgriff und einem gebogenen Draht mit Knopföffnung", der zweite aus einem „Kunststoffhandgriff und einer Drahtschlinge, ca. 20 cm lang".

Die KOMFORT-Hilfe steht mit drei Artikelnummern unter einem Nummernplatz, 25233 bis 25235. Das Verzeichnis sagt nicht, worin sich die drei unterscheiden; bei anderen Einträgen stehen hinter mehreren Artikelnummern Größen oder Farben. Wer über die Kasse versorgt wird, bekommt eine dieser drei Nummern, und welche, entscheidet das Sanitätshaus.

Das Prinzip beschreibt die Produktart genau: Die Drahtschlinge wird durch das Knopfloch gesteckt, um den Knopf gelegt und mit dem Knopf zurück durch das Loch gezogen. Die Hand muss dafür den Griff halten und eine kurze Zugbewegung machen können, nicht aber Knopf und Stoff gleichzeitig mit den Fingerspitzen führen. Das ist der ganze Unterschied, und er ist für viele Menschen der entscheidende.

Im Handel ist die Auswahl größer als im Verzeichnis, und die Unterschiede liegen im Griff. Die Knöpfhilfe mit den meisten Bewertungen, die wir auf amazon.de gefunden haben, ist ein Knopfhaken von Fanwer mit 4,5 Sternen aus 5.674 Bewertungen. Er steht nicht im Verzeichnis und erreicht die Produktkarte oben auf dieser Seite über die Bewertungsregel, nicht über eine Listung.

Die Angebotsseite nennt neben der Knopffunktion Arthritis und Karpaltunnel als Anwendungsfälle. Das sind Werbeaussagen eines Händlers, keine geprüften Angaben, und wir übernehmen sie nicht. Was die Seite belegt, ist eine Bauform: Drahtschlaufe aus Stahl, gepolsterter Griff. Mehr verlangt das Verzeichnis von einer Knöpfhilfe auch nicht.

Strumpfanzieher für gewöhnliche Strümpfe

Die Produktart 02.40.01.2 hat 20 Plätze, davon 17 belegt, mit 11 Herstellerangaben. MEYRA führt vier Einträge, Thomashilfen, ETAC und Ludwig Bertram je zwei. Nach dem Merkmalstext lassen sich drei Bauweisen unterscheiden: acht Kunststoffschalen mit Bändern oder Griffen, zwei davon mit Frotteebezug und eine mit Teleskopgriffen von rund 88,5 Zentimetern Länge; sechs textile Gleithüllen oder Gleitschienen; zwei Gestelle auf einer Bodenplatte. Bei einem Eintrag geht die Bauweise aus dem Text nicht hervor.

Die Beschreibung der Produktart unterscheidet ebenfalls zwei Prinzipien. Gewebeartige Anziehhilfen „vermindern die Reibung, sodass ein wesentlich geringerer Kraftaufwand beim Hochziehen der Strümpfe erforderlich ist". Gestelle erreichen „eine Vordehnung, die ein leichteres Anziehen ermöglicht". Dazu kommt die Griffverlängerung, die das Verzeichnis bei Versteifungen von Hüfte oder Knie für erforderlich hält, „um erst den Fuß- und Unterschenkelbereich erreichen zu können".

Die Einträge dieser Produktart sind die einzigen der Untergruppe, die regelmäßig Maße nennen. Der Sockenanzieher RFM Nylon von Rehaforum misst 24 mal 15 Zentimeter und hat 81 Zentimeter lange Bänder. Die Strumpf-Anziehhilfe aus Kunststoff von Ludwig Bertram ist 22 Zentimeter lang mit kleinen Nuten und 23,5 Zentimeter mit großen, flach liegend rund 19,5 Zentimeter breit und wiegt 48 beziehungsweise 53 Gramm. Der Socky von ETAC ist kurz rund 40 Zentimeter und lang rund 60 Zentimeter lang, die Anziehhilfe von SNC Herdegen mit Teleskop-Haltegriffen rund 88,5 Zentimeter. Zwischen der kürzesten und der längsten Angabe liegt der Faktor 4.

Ein Hersteller zeigt die ganze Spannweite der Produktart allein. MEYRA führt vier Strumpfanzieher, alle mit demselben Änderungsdatum vom 28. September 2017: eine Kunststoffschale mit zwei Bändern, den „Butler" aus zwei keilförmigen textilen Teilen mit Klettverschluss und Zugschlaufen, eine textile Hülle mit Kunststoff-Gleitschiene und Zugseil sowie eine Strumpfhosen-Anziehhilfe aus Führungsschiene und textiler Hülle mit zwei Zugschlaufen. Schale, Gleithülle und Führung — drei Prinzipien unter einem Namen.

Zehn der 17 Einträge tragen kein Aufnahmedatum. Die datierten stammen aus den Jahren 2013 bis 2023; der jüngste ist die Kunststoff-Anziehhilfe von Ludwig Bertram, aufgenommen am 28. Juni 2023, vier Wochen vor dem letzten Eintrag der ganzen Untergruppe.

Auffällig ist ein Satz, der nur bei dieser Produktart steht: „Die Hilfsmittel sind nicht für den Wiedereinsatz vorgesehen." Ein Strumpfanzieher, der einmal abgegeben ist, geht nicht an eine zweite Person. Bei den Kompressions-Anziehhilfen fehlt der Satz.

Im Handel ist diese Produktart die mit dem größten Angebot ohne Verzeichnisbezug. Unter „Sockenanzieher" erscheinen Produkte mit vier- und fünfstelligen Bewertungszahlen, die keiner der 17 Einträge kennt. Wie sich Schale, Gleithülle und Gestell im Alltag unterscheiden und welche Angebote im Verzeichnis stehen, beschreibt der Vergleich von Schale, Gleithülle und Gestell.

Siebzig Hilfen für einen einzigen Gegenstand

Die Produktart 02.40.01.3 ist die größte der Untergruppe: 76 Plätze, 70 belegt, 29 Herstellerangaben, Aufnahmedaten von 2006 bis 2023. Alle großen Hersteller von Kompressionsstrümpfen sind darunter. Die Leitlinie der Fachgesellschaft unterscheidet „Gleiter, Gestelle und Sonderformen", und nach dieser Einteilung haben wir die 70 Einträge zugeordnet: 34 Gestelle, 25 Gleiter, 7 Ausziehhilfen, 4 sonstige oder nicht beschriebene.

Was diese Produktart von den anderen trennt, ist die Bedingung, die in ihrer Beschreibung steht: Die Hilfen sollen das selbstständige An- und Ausziehen ermöglichen, „wenn die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Versicherten oder des Versicherten dies ermöglichen". Ein einzelner Eintrag, der des HandyLegs-Gestells, buchstabiert diese Fähigkeiten aus: auf einem Küchenstuhl ohne Armlehnen sitzen, mit den Händen bis zur Mitte der Wade reichen, Bein und Fuß aktiv strecken, genug Kraft in beiden Händen und Armen haben.

Die Produktart ist zugleich die, deren Einträge am längsten zurückreichen. Der älteste datierte Eintrag ist ein Gleiter vom 7. November 2006, der jüngste stammt vom 28. Juli 2023, und das stärkste Jahr war 2016 mit 11 Aufnahmen. Zehn Einträge tragen kein Datum. Wer eine Hilfe auswählt, wählt damit aus einem Bestand, der über 17 Jahre gewachsen ist und seit über 3 Jahren nicht mehr.

Für Angehörige ist diese Liste die nützlichste Stelle im ganzen Verzeichnis, weil sie sich zu Hause beobachten lässt, ohne zu messen. Welche Bauform zu welcher dieser Fähigkeiten passt, wie Gleiter und Gestelle mechanisch arbeiten und welche Größenangaben es gibt, steht im Vergleich von Gleiter, Gestell und Sonderform.

Die Fachgesellschaft hat sich zu dieser Produktart klar geäußert. Die S2k-Leitlinie zur Kompressionstherapie in der Fassung vom 16. Juli 2026 enthält als Empfehlung 18 den Satz: „Bei eingeschränkter Beweglichkeit und Problemen beim An- und Ausziehen des MKS sollten geeignete An- und Ausziehhilfen verordnet werden." Die Empfehlung ist als „sollte"-Empfehlung mit einem Pfeil gekennzeichnet — die stärksten Empfehlungen der Leitlinie heißen „soll" und tragen zwei — und wurde als starker Konsens mit 100 Prozent Zustimmung beschlossen. Im selben Abschnitt steht, dass diese Hilfen „auf einem separaten Rezept" zu verordnen sind, also nicht auf demselben Rezept wie der Strumpf. Was daraus für den Weg in die Versorgung folgt, beschreibt der Ratgeber zu Rezept, Pflegedienst und zwei Strümpfen.

Zwei Einträge dieser Produktart richten sich ausdrücklich nicht an die Person, die den Strumpf trägt. Easy-Slide Kids und Magnide Kids sind Anziehhilfen für Narbenkompressionsstrümpfe von Kindern, beschrieben „als Anzieh-Adaptionshilfe für die Eltern". Hier ist die Anziehhilfe von vornherein für die zweite Reihe gebaut.

Ein ausgeschlossenes Wort in sechs Einträgen

Die Fortschreibung der Produktgruppe 02 schließt eine Gruppe von Produkten ausdrücklich aus, und zwar in einem Absatz, den wir in keinem Vergleichsportal zu diesem Thema gefunden haben.

Dieselbe Produktart, in der dieser Ausschluss gilt, listet Gleithilfen. In sechs dieser gelisteten Einträge steht das ausgeschlossene Wort im Merkmalstext: „Nylonschlüpfhilfe" beim VenoTrain glider, „Polyamidschlüpfhilfe" bei mediven 2 in 1 und beim Socky für Kompressionsstrümpfe, „Schlüpfhilfe aus Polyamid (Segeltuch)" bei Ofa fit, „als Schlüpfhilfe aus gleitfähigem, textilem Material" beim Compressana Snapper und „eine Schlüpfhilfe aus glattem Material" im DressBuddy-Paket.

Wir lesen daraus keinen Fehler des Verzeichnisses, sondern eine Abgrenzung, die nicht über Wörter läuft. Ausgeschlossen ist das Stück Gewebe, das dem Strumpf beiliegt. Gelistet ist das eigenständige Produkt mit eigener Positionsnummer, das dieselbe Aufgabe hat. Für Angehörige, die im Sanitätshaus oder im Versandhandel einkaufen, heißt das: Entscheidend ist nicht, wie ein Produkt heißt, sondern ob es eine Hilfsmittelnummer 02.40.01.3xxx hat.

Wie die Kostenfrage in beiden Fällen läuft und welche zwei anderen Wege die Regelwerke neben der Anziehhilfe kennen, stellt der Beitrag zur Verordnung dar. Wie dieselbe Abgrenzung zwischen Hilfsmittel und Gebrauchsgegenstand bei einem ganz anderen Produkt aussieht, zeigt der Beitrag zur Grenze zwischen Hilfsmittel und Gebrauchsgegenstand beim Keilkissen.

Was die Einträge über sich selbst verraten

Ein Verzeichniseintrag ist eine amtliche Angabe, aber er ist von Menschen geschrieben, und manche Einträge widersprechen sich selbst. Wir haben die Befunde gesammelt, ohne sie zu bewerten; wer eine Hilfe auswählt, sollte sie kennen.

  1. Eintrag 3003 heißt „Strumpfanziehhilfe Dr. Hoch", der Merkmalstext beschreibt ein „Ausziehgestell".
  2. Eintrag 3069 heißt „HandyLegs Ausziehhilfsmittel", der Merkmalstext beginnt mit „Anziehhilfe" und ist wortgleich mit dem Eintrag 3062.
  3. Eintrag 3033 trägt den Satz „Das Produkt wird nicht mehr hergestellt/vertrieben" und ist weiter belegt.
  4. Drei Einträge der Kompressions-Produktart nennen in den Merkmalen Stützstrümpfe, zwei davon bestehen überwiegend aus Werbesätzen.
  5. Eintrag 3020 gibt für die Größen L und XL einen Wadenumfang von 38 bis 40 Zentimetern an, schmaler als die 30 bis 38 Zentimeter für S und M.
  6. Der Datensatz enthält Tippfehler wie „Sim-slide" statt Slim-Slide, „Strumpfanzeiher" und „Strunpfhosenanziehhilfe".
  7. Beim Strumpfhelfer M1 L4 von Servoprax nennt der Eintrag eine „Polyethylen-Kunststoffschale", die Angebotsseite desselben Produkts „weiches PVC".
  8. Bei der ETAC-Knöpfhilfe steht im Merkmalstext „Eintrag am: 15.08.2008", als Aufnahmedatum der 10.12.2008 — zwei Daten für denselben Vorgang.

Seit dem Sommer 2023 kein neuer Eintrag mit Datum

Das jüngste dokumentierte Aufnahmedatum der ganzen Untergruppe ist der 28. Juli 2023. Bei 21 von 91 Einträgen steht als Aufnahmedatum „keine Angabe". Die Fortschreibung selbst stammt vom 7. Juli 2023. Zwischen ihr und unserem Abruf liegen damit gut drei Jahre, in denen sich der Handel stark verändert hat: Unter dem Suchwort „Anziehhilfe Kompressionsstrümpfe" erscheinen heute Mehrfachpackungen ohne Herstellerbezug mit ein bis zwölf Bewertungen, die im Verzeichnis nicht vorkommen.

Für die Auswahl bedeutet das zweierlei. Ein Produkt, das nicht im Verzeichnis steht, ist deshalb nicht schlechter, aber seine Verordnung braucht nach der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns eine eigene Begründung. Und ein Produkt, das im Verzeichnis steht, ist deshalb nicht neu; mancher Eintrag beschreibt eine Ausführung, die es so nicht mehr gibt.

Für einen anderen Menschen aussuchen

Die meisten Fragen zu Anziehhilfen kommen nicht von den Menschen, die sie benutzen sollen. Sie kommen von Töchtern und Söhnen, Partnerinnen und Partnern, Nachbarn, die beim Besuch bemerken, dass morgens Socken fehlen oder der Kompressionsstrumpf im Schrank liegt. Das ist eine Lage, in der man leicht über einen Menschen hinweg entscheidet.

Die Regelwerke geben dafür einen Rahmen, der sich auch privat anwenden lässt. Die Hilfsmittel-Richtlinie verlangt, wie die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns zusammenfasst, eine Gesamtbetrachtung, in der „der Bedarf, die Fähigkeit zur Nutzung, die Prognose und das Ziel" ermittelt werden, „auf der Grundlage realistischer, für die Versicherte oder den Versicherten alltagsrelevanter Anforderungen". Übersetzt in eine Familie heißt das: erst fragen, was am Morgen tatsächlich nicht geht, dann zusehen, dann aussuchen.

Was sich aus der Ferne messen lässt

Vier Angaben lassen sich am Telefon oder beim nächsten Besuch klären, ohne dass jemand sich ausziehen muss.

  1. Die Schuhgröße — für Gleiter und Strumpfanzieher, deren Größen danach gestaffelt sind.
  2. Der Wadenumfang an der stärksten Stelle, mit einem Maßband über der Hose gemessen gibt er eine Obergrenze. Für Kompressionsstrümpfe kennt ihn das Sanitätshaus aus der Strumpfversorgung.
  3. Ob der Kompressionsstrumpf eine offene oder geschlossene Fußspitze hat — das steht auf der Verpackung.
  4. Wo angezogen wird: auf welchem Stuhl, mit oder ohne Armlehnen, mit wie viel Platz davor.

Eine fünfte Angabe lässt sich nur beobachten, und sie ist die wichtigste: wie weit die Hände im Sitzen nach unten kommen. Reicht es bis zur Wade, ist ein Gleiter möglich. Reicht es nur bis zum Knie, braucht es eine Hilfe mit Griffen. Das lässt sich bei einem Besuch ansehen, ohne eine Prüfung daraus zu machen.

Wenn der Arm oder ein Kind den Strumpf trägt

Kompressionsstrümpfe gibt es auch für den Arm, und für den Arm gibt es eigene Anziehhilfen. Das Verzeichnis führt das Arm-Gestell von Hermes-Perfekt in vier Größen mit einer Tischhalterung unter eigener Artikelnummer, die Compressana-Anziehhilfe für Ärmel in zwei Größen, den Strumpfanzieher für Arme von Proflebo und beim mediven Butler die Versionen Arm-Butler und Big-Arm-Butler. Wer für einen Menschen mit einem Armstrumpf sucht, sucht in einer Teilmenge von wenigen Einträgen, und die Tischhalterung zeigt, dass die Hilfe dort am Tisch arbeitet und nicht am Boden.

Für Kinder führt das Verzeichnis zwei Einträge, beide von Arion: Easy-Slide Kids in den Größen XS und S und Magnide Kids in einer Universalgröße. Beide werden ausdrücklich „als Anzieh-Adaptionshilfe für die Eltern" beschrieben, bei Easy-Slide Kids für Narbenkompressionsstrümpfe an Armen oder Beinen. Es sind die einzigen Einträge der Untergruppe, die ausdrücklich für eine andere Person als die Trägerin oder den Träger gebaut sind; die VENOSAN-Eureka-Modelle nennen immerhin „Träger oder die Pflegekraft" als mögliche Anwender.

Wenn das Anziehen ein Dienst wird

Für Kompressionsstrümpfe gibt es einen Weg, der Angehörige direkt betrifft. Die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses führt unter der Nummer 31b das „An- oder Ausziehen von ärztlich verordneten Kompressionsstrümpfen/-strumpfhosen der Kompressionsklassen I bis IV" als verordnungsfähige Leistung eines Pflegedienstes, „jeweils 1 x täglich", unter engen Voraussetzungen. Im selben Absatz steht: „Zur Ermöglichung eines selbständigen An- und Ausziehens … ist jeweils die Verordnung von Anziehhilfen in Betracht zu ziehen." Die Anziehhilfe und der Pflegedienst stehen damit im selben Text nebeneinander, als zwei Antworten auf dieselbe Frage.

Was im Verzeichnis fehlt

Einige Hilfen, die beim Anziehen eine Rolle spielen, kommen in der Untergruppe nicht vor. Das hat einen Grund im Wortlaut der Produktgruppe: „Von der Leistungspflicht ausgeschlossen sind Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, auch wenn sie behindertengerecht gestaltet sind."

  • Anziehhandschuhe: In keinem der 91 Einträge kommt das Wort Handschuh vor. Arion nimmt seine eigenen Handschuhe in der Produktübersicht ausdrücklich von der Erstattungsfähigkeit aus.
  • Schuhlöffel und Schuhanzieher: Eine eigene Produktart gibt es nicht. Als Gerät zum Anziehen von Schuhen erscheint ein Schuhanzieher nur als Teil einer Greifzange, Eintrag 02.40.04.1057 von SNC Herdegen; im Eintrag 3004 beschreibt das Wort lediglich die Form einer Ausziehhilfe.
  • Reißverschlusshilfen: Nur als Funktion der Sundo-Knöpfhilfe KOMFORT, die im Titel „Knöpf- und Reißverschlusshilfe" heißt. Der Reißverschluss am Strumpf selbst ist ein Zusatz der Produktgruppe 17, Positionen 17.99.99.2014 und .2015.
  • Hosenanziehhilfen und Gürtelhilfen: kein Eintrag.

Außerhalb der Untergruppe gibt es zwei verwandte Positionen. Unter 02.99.99.0006 führt das Verzeichnis eine Abrechnungsposition „Zubehörteile für Anziehhilfen". Und in der Produktgruppe 24 für Beinprothesen steht unter 24.79.07 eine Prothesenanziehhilfe von Arion — eine Anziehhilfe für ein drittes Hilfsmittel.

Die Greifzange mit Schuhanzieher führt zu einer Frage, die Angehörige oft stellen: ob eine Greifzange die Anziehhilfe ersetzen kann. Viele Zangen tragen am Ende einen Haken, mit dem sich eine Socke hochziehen lässt. Wie solche Geräte gebaut sind und warum ihre Länge seltener entscheidet als ihre Mechanik, steht im Vergleich der Greifzangen nach Länge und Mechanik.

Die Gebrauchsanweisung als Auswahlkriterium

Die Produktgruppe 02 stellt an Anziehhilfen kaum technische Anforderungen, aber sie stellt ungewöhnlich genaue Anforderungen an die Gebrauchsanweisung. Für die Aufnahme ins Verzeichnis ist unter anderem nachzuweisen:

  • eine Gebrauchsanweisung in einer für blinde und sehbehinderte Versicherte geeigneten Form
  • eine barrierefreie Gebrauchsanweisung in leichter und/oder einfacher Sprache
  • Anwendungshinweise, zulässige Einsatzbedingungen, Reinigungs- und Wartungshinweise, Zusammenbau- und Montageanweisung
  • die „Angabe der Körperseite (Links-Rechtshänder)"

Für Angehörige ist die letzte Zeile die wichtigste. Eine Knöpfhilfe, ein Anziehstab oder ein Gestell mit einseitigem Griff wird mit einer Hand geführt, und diese Hand ist nicht immer die gewohnte. Wer für einen Menschen aussucht, dessen eine Seite schwächer ist, fragt nach dieser Angabe, bevor er bestellt.

Die Gebrauchsanweisungen, die wir ausgewertet haben, zeigen, wie verschieden diese Pflicht umgesetzt wird. BORT beschreibt die AktiVen in 14 nummerierten Schritten und in neun Sprachen; Bauerfeind stellt für den VenoTrain glider eine eigene barrierefreie Fassung bereit; für die Ofa Fit Expert nennt die Herstellerseite acht Stichpunkte. Eine ausführliche Anleitung ist kein Beweis für ein gutes Produkt, aber eine fehlende ist ein Hinweis, dass die Einweisung im Sanitätshaus umso wichtiger wird.

Neun Pflichtangaben, zwei Gebrauchsanweisungen

Die Fortschreibung zählt die Angaben auf, die eine Gebrauchsanweisung „mindestens" enthalten muss: Anwendungshinweise, Zweckbestimmung und Indikation, zulässige Einsatzbedingungen und Einsatzorte, bestehende Anwendungsrisiken und Kontraindikationen, Reinigungshinweise, Wartungshinweise, technische Daten, Zusammenbau- und Montageanweisung sowie die Angabe der Körperseite. Das sind 9 Punkte. Wir haben die beiden Gebrauchsanweisungen, die wir vollständig vorliegen hatten, gegen diese Liste gelesen.

  • BORT AktiVen, Stand 09.2024: Zweckbestimmung, Indikationen, Kontraindikationen, Anwendungsrisiken, eine Anleitung in 14 Schritten, Einsatzbedingung (Tisch und Stuhl mit vier freistehenden Beinen), Material, Reinigung, Nutzungsdauer und Entsorgung sind vorhanden. Technische Maße und eine Angabe zur Körperseite fehlen; die Größenwerte stehen auf der Angebotsseite, die Anleitung überlässt die Größenwahl dem Fachpersonal.
  • Bauerfeind VenoTrain glider: Zweckbestimmung, Indikation („eingeschränkte Mobilität"), Anwendungsrisiken, Kontraindikationen („sind nicht bekannt"), Anleitung in 7 Bildern am Bein und 3 am Arm, Reinigung, Material und Entsorgung sind vorhanden. Maße, Gewicht und eine Angabe zur Körperseite fehlen.

Beide Anleitungen sind ausführlicher als alles, was wir auf Angebotsseiten gefunden haben, und beiden fehlt dieselbe Zeile: die Körperseite. Bei einem Gestell mit zwei Griffen und einem Gleiter, der mit beiden Händen geführt wird, mag das folgerichtig sein. Bei Knöpfhilfen und Anziehstäben, die mit einer Hand geführt werden, ist es die Angabe, nach der Angehörige zuerst fragen sollten.

Die BORT-Anleitung enthält außerdem einen Abschnitt, der auf Angebotsseiten nie steht: eine Meldepflicht. Kommt es bei der Anwendung zu einer schwerwiegenden Verschlechterung des Gesundheitszustands, soll das dem Fachhändler oder dem Hersteller sowie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gemeldet werden. Auf keiner der Angebotsseiten, die wir für diesen Cluster gesichtet haben, steht ein solcher Hinweis.

Was das Sanitätshaus schuldet

Die Fortschreibung formuliert für die Leistungserbringer Pflichten, die Angehörige kennen sollten, weil sie bei der Versorgung oft dabei sind. Die Beratung in den Räumen des Sanitätshauses hat „in einem akustisch und optisch abgegrenzten Bereich/Raum zu erfolgen". Dem Wunsch nach einer geschlechtsspezifischen Beratung „ist Rechnung zu tragen". Bei Kindern und Jugendlichen ist die Beratung „unter Mitwirkung des Kindes/Jugendlichen und der Betreuungsperson/Angehörigen" umzusetzen. Und wer eine Versorgung mit Mehrkosten wählt, bei dem dokumentiert das Sanitätshaus, „welchen Mehrnutzen oder welche Merkmale das abgegebene Hilfsmittel gegenüber einem geeigneten mehrkostenfreien Hilfsmittel hat".

Die Fortschreibung schreibt außerdem ausdrücklich, dass sich die Anforderungen je nach Fall an Angehörige, Eltern oder gesetzliche Vertreter richten können: „je nach konkretem Versorgungsfall sind ggf. deren oder dessen Angehörige/Eltern bzw. gesetzliche Vertreterin oder gesetzlicher Vertreter als Adressat zu verstehen". Die zweite Reihe ist damit im Verzeichnis selbst vorgesehen.

Diese Einweisung ist im Verzeichnis selbst geregelt. Der Leistungserbringer hat zu beraten, „nach Möglichkeit vor Ort", auf Wunsch oder wenn erforderlich auch am Wohnort, und über den Anspruch auf eine mehrkostenfreie Versorgung aufzuklären. Wie solche Beratungspflichten für andere Hilfsmittel aussehen, zeigt der Beitrag zum Versorgungsweg bei Toilettensitzerhöhungen.

Welche Frage welcher Beitrag beantwortet

Dieses Thema ist auf mehrere Beiträge verteilt, die je eine Frage beantworten. Wer zwischen einem Gleiter und einem Gestell für Kompressionsstrümpfe schwankt, findet im Hauptvergleich der Kompressions-Anziehhilfen die Mechanik beider Bauformen, die Größenangaben aller 70 Einträge und fünf Modelle, deren Angebotsseiten wir mit dem Verzeichnis abgeglichen haben.

Wenn das Anziehen mit einer solchen Hilfe nicht gelingt, ordnet der Ratgeber zu sieben Fehlerbildern beim Anziehen jedes Symptom dem Handgriff zu, den die Gebrauchsanweisung dafür vorsieht. Der Beitrag zur Zeit nach einer Hüftoperation folgt und wird hier eingeführt, sobald er erscheint.

Über den Cluster hinaus gibt es mehrere Nachbarn. Wer nach einer Operation zugleich eine Gehhilfe braucht, findet die Maße und die Positionsnummern im Überblick über Gehstöcke, wer eine fahrbare Gehhilfe für die Wohnung sucht, im Überblick über Rollatoren. Wenn die Hand zum Greifen insgesamt zu schwach wird, zeigt der Beitrag zu Greifhilfen, die ohne Fingerkraft auskommen, wie weit die Produktgruppe 02 dann reicht. Wer vor allem im Bad Halt sucht, beim Aus- und Ankleiden nach dem Duschen, findet die Bauarten im Überblick über Duschhocker.

Was dieser Überblick nicht entscheidet

Dieser Text sagt nicht, ob ein Mensch eine Anziehhilfe braucht, und nicht, welche Erkrankung welche Hilfe verlangt. Er zitiert die Indikationstexte, weil sie zeigen, wie das Verzeichnis denkt, und er überlässt die Beurteilung denen, die sie zu treffen haben: der Ärztin oder dem Arzt bei der Verordnung, dem Sanitätshaus bei der Auswahl und der Person selbst bei der Frage, ob sie die Hilfe benutzen will.

Er sagt auch nicht, welcher Kompressionsstrumpf der richtige ist. Wenn ein Strumpf sich nicht anziehen lässt, kennen die Regelwerke mehrere Antworten, und nur eine davon ist eine Anziehhilfe. Die anderen sind ärztliche Entscheidungen.

Unsere Zählung ist ein Stand vom 4. Oktober 2026. Wenn sich Einträge ändern, ziehen wir die Zahlen nach und vermerken das im Änderungsprotokoll unten. Hinweise auf Fehler nehmen wir über die Liste der Korrekturen auf, und wie wir Quellen gewichten, beschreibt die Seite zu unserer Methode.

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Neun Fragen aus der zweiten Reihe

Welche Anziehhilfen führt das Hilfsmittelverzeichnis?
Vier Produktarten der Untergruppe 02.40.01: Anziehhilfen für Kleidungsstücke, Knöpfhilfen, Strumpf- und Strumpfhosenanziehhilfen sowie An- und Ausziehhilfen für Kompressionsstrümpfe. Von 105 Nummernplätzen waren am 04.10.2026 genau 91 belegt.
Warum dienen so viele Anziehhilfen den Kompressionsstrümpfen?
Die Produktgruppe 02 nennt den Kompressionsstrumpf in ihrer Definition ausdrücklich neben den Gegenständen des täglichen Lebens. 70 der 91 gelisteten Anziehhilfen gehören zu dieser einen Produktart, mit 29 Herstellerangaben.
Gibt es Anziehhilfen für Jacken und Mäntel?
Im Verzeichnis zwei: eine wandmontierte Stange mit kleiderbügelförmigen Auslegern und einen Anziehstab aus Holz mit Metallhaken von rund 70 Zentimetern. Die Produktart beschreibt die Hilfen als ausschließlich ortsgebunden, was für den Stab nicht zutrifft.
Wie funktioniert eine Knöpfhilfe?
Eine Drahtschlinge oder ein Haken wird durch das Knopfloch gesteckt, um den Knopf gelegt und mit dem Knopf zurückgezogen. Die Hand muss den Griff halten und ziehen können. Im Verzeichnis stehen zwei Knöpfhilfen, drei von fünf Plätzen sind frei.
Ist eine Schlüpfhilfe ein Hilfsmittel?
Nicht, wenn sie als seidiges Gewebe zur Abgabe eines Kompressionsstrumpfes gehört; die Produktgruppe 02 schließt sie ausdrücklich aus. Gelistete Gleithilfen mit eigener Positionsnummer sind dagegen Hilfsmittel, auch wenn in sechs Einträgen das Wort Schlüpfhilfe steht.
Welche Angaben brauche ich, wenn ich für jemand anderen aussuche?
Schuhgröße, Wadenumfang an der stärksten Stelle, die Art der Fußspitze des Kompressionsstrumpfes und den Ort, an dem angezogen wird. Dazu kommt eine Beobachtung: wie weit die Hände im Sitzen nach unten reichen.
Kann ein Pflegedienst die Kompressionsstrümpfe anziehen?
Die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie führt das An- oder Ausziehen ärztlich verordneter Kompressionsstrümpfe der Klassen I bis IV unter Nr. 31b, einmal täglich, unter engen Voraussetzungen. Im selben Absatz steht, dass jeweils die Verordnung von Anziehhilfen in Betracht zu ziehen ist.
Stehen Anziehhandschuhe im Hilfsmittelverzeichnis?
Nein. In keinem der 91 Einträge der Untergruppe kommt das Wort Handschuh vor, und Arion nimmt seine eigenen Handschuhe in der Produktübersicht ausdrücklich von der Erstattungsfähigkeit aus.
Wie aktuell sind die Einträge?
Die Fortschreibung stammt vom 07.07.2023, das jüngste dokumentierte Aufnahmedatum eines Produkts ist der 28.07.2023. Bei 21 von 91 Einträgen fehlt das Aufnahmedatum, ein Eintrag nennt ein Produkt, das nicht mehr hergestellt wird.

Quellen

  1. [01]GKV-Spitzenverband, Fortschreibung der Produktgruppe 02 „Adaptionshilfen" vom 07.07.2023 · abgerufen am 04.10.2026
  2. [02]GKV-Hilfsmittelverzeichnis bei REHADAT-GKV, Produkteinträge der Untergruppe 02.40.01 · abgerufen am 04.10.2026
  3. [03]GKV-Spitzenverband, Fortschreibung der Produktgruppe 17 „Hilfsmittel zur Kompressionstherapie" vom 06.06.2023 · abgerufen am 04.10.2026
  4. [04]AWMF-Leitlinie 037-005, Kompressionstherapie der Extremitäten, Version 5.1 vom 16.07.2026 · abgerufen am 04.10.2026
  5. [05]Gemeinsamer Bundesausschuss, Häusliche Krankenpflege-Richtlinie, zuletzt geändert am 16.10.2025 · abgerufen am 04.10.2026
  6. [06]Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Verordnung Aktuell: Kompressionsstrümpfe, Stand 29.07.2020 · abgerufen am 04.10.2026
  7. [07]§ 126 SGB V, Versorgung durch Vertragspartner · abgerufen am 04.10.2026
  8. [08]§ 139 SGB V, Hilfsmittelverzeichnis, Qualitätssicherung · abgerufen am 04.10.2026
  9. [09]Arion, Produktübersicht An- und Ausziehhilfen 2021 · abgerufen am 04.10.2026
  10. [10]BORT, AktiVen Anziehhilfe 599 010, Gebrauchsanweisung, Stand 09.2024 · abgerufen am 04.10.2026
  11. [11]Bauerfeind, VenoTrain glider, Gebrauchs- und Pflegeanweisung · abgerufen am 04.10.2026

Änderungen an diesem Beitrag

  1. Erstveröffentlichung. Alle 105 Nummernplätze der Untergruppe 02.40.01 einzeln abgerufen, für jeden der 91 belegten Plätze Hersteller und Merkmalstext ausgewertet, die vier Produktartbeschreibungen der Fortschreibung vom 07.07.2023 im Wortlaut aufgenommen.
  2. Korrektur: Die Aussage, ein nicht gelistetes Produkt lasse sich nicht über die Krankenkasse beziehen, war zu eng. Nach der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns braucht seine Verordnung eine eigene Begründung.
  3. Verweise auf die neuen Beiträge zu Strumpfanziehern, zur Verordnung und zum Anziehen mit Anziehhilfe ergänzt.