Sicherheit im Bad· Duschklappsitze · Ratgeber
Duschklappsitz Höhe: messen, bevor gebohrt wird
Für Wandsitze gibt es keine Standardhöhe. Wie du barfuß an der Vorderkante misst, warum Sitzhöhe und Bohrhöhe verschieden sind und welche Raster es gibt.
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Diese Übersicht beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben — Herstellerangaben, Prüfberichte und Händlerdaten. Es wurde nicht selbst getestet. Wo eine Angabe fehlt, steht das da; sie wird nicht geschätzt. Wie ausgewertet wird, steht in der Methodik.
Wie hoch ist die Kante, auf der du sitzen wirst?
Die Frage klingt einfach, und im Netz steht auf sie meist eine einfache Antwort: 45 bis 50 Zentimeter, oder 46 bis 48. Keine dieser Zahlen ist falsch, aber keine ist deine. Ein Duschklappsitz an der Wand hat keine Standardhöhe. Seine Höhe entsteht in dem Moment, in dem jemand die Löcher in die Fliesen bohrt, und danach lässt sie sich bei den meisten Sitzen nicht mehr ändern, ohne neu zu bohren.
Deshalb lohnt es sich, vor dem Bohren drei Dinge auseinanderzuhalten. Erstens das Maß an deinem Körper: wie hoch eine Sitzfläche sein darf, damit deine Füße flach auf dem Boden stehen. Zweitens den Bezugspunkt in der Dusche: vom Boden der Duschtasse aus, nicht vom Badboden. Drittens die Bohrhöhe: wo die Schrauben in die Wand gehen, und das ist bei keinem Sitz dieselbe Zahl wie die Sitzhöhe.
Diese Anleitung führt dich durch alle drei, mit den Zahlen aus den Gebrauchsanweisungen von sechs Herstellern, den Einträgen im Hilfsmittelverzeichnis und dem Leitfaden der Bayerischen Architektenkammer zu DIN 18040-2, alles abgerufen am 14. Oktober 2026. Du brauchst einen Zollstock oder ein Maßband, einen Stuhl, auf dem du gut sitzt, und zehn Minuten. Eine zweite Person macht das Messen genauer.
Welche Sitze es überhaupt gibt und wie sie an der Wand halten, steht im Überblick über Duschklappsitze. Hier geht es nur um eine Zahl, aber um die, die nach dem Bohren am schwersten zu korrigieren ist.
Warum es keine Standardhöhe gibt
Für Duschhocker schreibt das Hilfsmittelverzeichnis eine Höhe vor: Die Sitzfläche muss sich von mindestens 460 bis 530 mm verstellen lassen. Für Duschsitze an der Wand steht in den Anforderungen der Produktart keine Höhe. Die Einträge, die eine nennen, reichen von 43 bis 60 cm, und ein Eintrag, der des Normbau-Klappsitzes Serie 300, schreibt schlicht „beliebig“.
Die oft zitierten 46 bis 48 cm stammen aus DIN 18040-2. Im Leitfaden der Bayerischen Architektenkammer stehen sie in einem farbig hinterlegten Block:
DIN 18040-2 ist die Norm für barrierefreie Wohnungen. Der Leitfaden der Bayerischen Architektenkammer zu dieser Norm führt den nachrüstbaren Duschklappsitz mit 46 bis 48 cm Sitzhöhe ausdrücklich in dem Block, der mit „R“ gekennzeichnet ist. Das R steht für Wohnungen mit uneingeschränkter Rollstuhlnutzung. Für den Grundstandard nennt der Leitfaden keine Sitzhöhe. Die Zahl ist also eine Planungsvorgabe für einen bestimmten Wohnungstyp, keine Empfehlung für jeden Menschen.
Dieselben Werte tauchen an anderen Stellen auf, jeweils mit eigenem Rahmen. Für öffentlich zugängliche Gebäude nennt DIN 18040-1 nach der Zusammenfassung von Baunetz Wissen einen mindestens 45 cm tiefen, klappbaren Duschsitz in 46 bis 48 cm Höhe. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt in ihrem Planungsflyer eine Montagehöhe von 46 bis 48 cm. Der Hersteller Koch nennt für seine Klappsitze „450-550 mm vom Boden der Duschtasse oder des Bades aus gemessen“ als Standardhöhe. HEWI gibt für Einhängesitze je Land andere Werte an, für Deutschland 460 bis 480 mm, für Belgien und Skandinavien 500 mm.
Wer einen Duschhocker kennt, kennt immerhin eine Spanne: Die Produktart der Hocker verlangt eine Verstellbarkeit von mindestens 460 bis 530 mm. Mit diesem Band überschneiden sich die Spannen aller Wandsitze mit Beinen in der Rastertabelle. Für einen Sitz ohne Beine ist es kein Maß; seine Höhe entsteht beim Bohren.
Dabei verlangt die Fortschreibung von den Herstellern sehr wohl eine Angabe: In der Liste der technischen Daten, die mit dem Antrag einzureichen sind, steht „Sitzhöhe in Zentimeter“. Im öffentlich abrufbaren Verzeichnis haben aber nur 9 der 36 Einträge das Feld Sitzhöhe ausgefüllt. Für die anderen bleibt die Gebrauchsanweisung die einzige Quelle.
Wie derselbe Geltungsbereich der Norm bei der Toilette wirkt, zeigt der Beitrag zur Sitzhöhe am WC. Für die Dusche gilt dasselbe: Wer nicht für eine Wohnung mit uneingeschränkter Rollstuhlnutzung plant, misst.
Messen in sechs Schritten
Die Hersteller beschreiben zwei Wege, die eigene Höhe zu finden. Drive lässt für den DKS 130 die Person auf einem gewöhnlichen Stuhl sitzen, auf dem sie bequem sitzt, und misst dessen Sitzhöhe. Meyra verlangt für den MoBaLux, dass die Person „sich beim Sitzen sicher mit beiden Füßen auf dem Boden abstützen kann“. Beides lässt sich in einem Ablauf verbinden.
Die eigene Sitzhöhe messen
Sechs Schritte, zehn Minuten. Am Ende steht eine Zahl in Millimetern, gemessen an der Vorderkante.
- 01Barfuß messen In der Dusche sitzt du ohne Schuhe. Eine Sohle verfälscht die Höhe um ihre Dicke.
- 02Einen Stuhl suchen, auf dem du gut sitzt Die Füße stehen flach, die Oberschenkel liegen auf, ohne dass die Vorderkante in die Kniekehlen drückt.
- 03An der Vorderkante messen Vom Boden bis zur Oberkante der Sitzfläche, genau an der vorderen Kante, nicht in der Mitte.
- 04Die Kniekehle gegenprüfen Im Sitzen, Unterschenkel senkrecht: Boden bis Kniekehle. Liegt die Stuhlkante darüber, stehen die Füße nicht flach.
- 05Zweimal messen Zwischen zwei Messungen sollten nicht mehr als fünf Millimeter liegen.
- 06Notieren, wovon aus gemessen wurde Badboden, Teppich oder Fliese. Die Zahl zählt in der Dusche später vom Boden der Duschtasse aus.
Wenn kein passender Stuhl da ist
Nicht jeder Haushalt hat einen Stuhl, auf dem die Füße flach stehen und die Kante nicht drückt. Dann misst du die Kniekehle direkt: Setz dich auf eine höhere Fläche, lass die Unterschenkel senkrecht hängen, stell die Füße flach auf den Boden, und miss vom Boden bis zur Kniekehle. Die Anleitung des geklebten Varioporto schlägt außerdem vor, sich an Sitzgelegenheiten zu orientieren, die du sonst benutzt. Beides ergibt einen Wert, der nicht über der Kniekehle liegen darf.
Warum barfuß? Beim Gehstock gehören die Schuhe zum Maß, weil er draußen mit Schuhen benutzt wird; wie das dort gemessen wird, steht in der Anleitung zur richtigen Länge eines Gehstocks. In der Dusche ist es umgekehrt. Eine Sohle von 2 cm, mit der du am Stuhl misst, fehlt dir in der Dusche, und deine Füße hängen dann um genau diese 2 cm in der Luft.
Warum die Kniekehle? Sie ist die Kontrolle für Meyras Bedingung. Wenn die Vorderkante eines Sitzes höher liegt als deine Kniekehle über dem Boden, kannst du nicht mit flachen Füßen sitzen. Liegt sie deutlich tiefer, sitzt du mit stark angewinkelten Knien. Welcher Winkel für dich richtig ist, sagt keine Gebrauchsanweisung; das ist eine Frage für Ergotherapie oder Physiotherapie, wenn es eine Vorgabe gibt.
Vom Badboden oder vom Wannenboden?
Die Zahl, die du gemessen hast, bezieht sich auf den Boden unter dem Stuhl. In der Dusche stehen deine Füße aber auf dem Boden der Duschtasse, und der liegt in vielen Bädern tiefer oder höher als der Badboden. Drive formuliert die Regel ausdrücklich: Das gewählte Maß wird „vom Boden der Duschtasse auf die Wand“ übertragen. Auch Koch misst seine Standardhöhe „vom Boden der Duschtasse oder des Bades“.
Bei einer Duschtasse mit Rand
Steht eine Duschtasse auf dem Badboden, liegt ihr Boden um die Höhe der Tasse über dem Badboden, abzüglich ihrer Tiefe. Miss deshalb nicht an der Wand außen, sondern innen in der Tasse, an der Stelle, an der deine Füße stehen werden. Bei Sitzen mit Stützbeinen ist das außerdem die Stelle, an der die Beine aufsetzen.
Bei einer bodengleichen Dusche
Ein bodengleicher Duschplatz hat nach DIN 18040-2 einen niveaugleichen Übergang, ausnahmsweise mit höchstens 2 cm Absenkung, und eine Neigung zur Entwässerung. Der Boden ist also nicht überall gleich hoch. Miss am Fußpunkt, nicht am Ablauf und nicht an der Wand. Wie viel das ausmacht, steht im Abschnitt zum Gefälle.
Bei einer Badewanne
Für Sitze über einer Badewanne beschreiben die ausgewerteten Anleitungen kein eigenes Messverfahren, und Stützbeine setzen einen Boden voraus, auf dem sie stehen. Für Griffe am Wannenrand misst man ohnehin anders; wie, beschreibt der Beitrag zum Messen am Wannenrand.
Die Vorderkante zählt, nicht die Mitte
Wo an der Sitzfläche gemessen wird, steht selten dabei. Dietz schreibt es ausdrücklich: Die Sitzhöhe des 9404-A ist die „Sitzhöhe (Vorderkante)“, 470 bis 570 mm. Die Vorderkante ist der Punkt, der an deine Kniekehle grenzt, und deshalb der Punkt, auf den es für flache Füße ankommt. Miss am Stuhl und später am Sitz an derselben Stelle.
Eine Sitzfläche ist nicht immer waagerecht. Dietz lässt sie über eine Justierschraube an einem Bein „in eine Waagrechte oder in eine gewünschte Neigung“ bringen. Für den geklebten Varioporto verlangt die Anleitung, die Sitzfläche dürfe „nicht nach vorne geneigt sein“. Und Meyra gibt für den MoBaLux eine Maßtoleranz von ±15 mm und ±2° an. Zwei Grad Neigung machen auf einer Sitztiefe von 250 mm, so tief ist die Sitzfläche des MoBaLux, rechnerisch rund 9 mm Höhenunterschied zwischen Vorder- und Hinterkante.
Auch die Dicke der Sitzfläche gehört zur Höhe. Dietz gibt die Sitzfläche des 9404-A mit 400 × 400 × 40 mm an; gemessen wird die Sitzhöhe an ihrer Oberkante, nicht an der Unterseite des Rahmens. Bei gepolsterten Sitzen wie dem MoBaLux oder dem Normbau Serie 300 gibt das Polster unter Last nach; wie viel, nennt keiner der Hersteller.
Für die Messung heißt das: Lege nach der Montage eine Wasserwaage auf die Sitzfläche und miss die Höhe an der Vorderkante. Steht die Libelle nicht in der Mitte, ist die Höhe an der Vorderkante eine andere als in der Mitte, und nur die vordere zählt für deine Füße.
Sitzhöhe ist nicht Bohrhöhe
Der häufigste Denkfehler beim Wandsitz ist, die Bohrlöcher auf die Sitzhöhe zu setzen. Die Schrauben sitzen in einer Wandplatte, und die Wandplatte liegt über oder unter der Sitzfläche, je nach Bauweise. Wie weit, legt der Hersteller fest, meist über eine Bohrschablone.
Selbst Fachstellen trennen die beiden Wörter nicht immer. Der Planungsflyer der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt für den Duschklappsitz eine „Montagehöhe 46 – 48 cm“ und meint damit die Höhe der Sitzfläche; die Stützgriffe sollen „28 cm über der Sitzfläche des Klappsitzes“ sitzen. Wer den Flyer wörtlich nimmt und auf 46 cm bohrt, setzt den Sitz zu tief oder zu hoch, je nachdem, wo die Wandplatte liegt.
Sitze mit Stützbeinen: die Schablone folgt der Beinlänge
Am genauesten beschreibt Invacare das Verfahren für den Aquatec Sansibar. Erst wird die individuelle Sitzhöhe gemessen und die Beinlänge mit Adaptern eingestellt: Die Gesamthöhe G der Stützbeine beträgt 291 mm plus 23 mm je Adapter, höchstens drei Adapter je Seite. Dann wird die Tiefe T der Duschwanne gemessen und von G abgezogen. Auf die so entstandene Höhe H wird die Bohrschablone zugeschnitten und so an die Wand gehalten, dass die Schnittkante bündig mit dem oberen Rand der Duschwanne ist.
Ein Rechenbeispiel mit einer angenommenen Wannentiefe: Mit zwei Adaptern je Seite ist G = 291 + 2 × 23 = 337 mm. Bei einer Wannentiefe von 40 mm wird die Schablone auf 337 − 40 = 297 mm zugeschnitten. Die Wannentiefe ist hier eine Annahme für die Rechnung; miss deine eigene. Die Sitzhöhe selbst liegt mit zwei Adaptern laut der älteren Sansibar-Anleitung im Bereich von 485 bis 507 mm.
Sitze ohne Beine: die Höhe wird an die Wand übertragen
Drive lässt beim DKS 130 das nächstliegende der vier möglichen Maße wählen und „vom Boden der Duschtasse auf die Wand“ übertragen; in die Bohrschablone wird ein Sichtfenster um die Mittellinie geschnitten. Meyra beschreibt es für den MoBaLux noch direkter: Sitzfläche waagerecht in der gewünschten Höhe halten und die Bohrlöcher „durch die Wandhalter an der Wand“ markieren. Etac nennt für den Relax eine Klebeschablone für die Bohrpunkte.
In keiner der Unterlagen steht der Abstand zwischen Bohrloch und Sitzfläche als Zahl. Er steckt in der Schablone oder in der Wandplatte selbst. Für dich heißt das: Bohre nie nach einer Zahl aus einem anderen Datenblatt, und bohre nie ohne Schablone oder ohne den Sitz in der Hand.
Die Wannentiefe messen
Für Sitze mit Stützbeinen brauchst du neben deiner Sitzhöhe eine zweite Zahl: die Tiefe der Duschtasse. Invacare nennt sie in der Anleitung zum Sansibar T und zieht sie von der Beinlänge ab. Gemeint ist der Abstand vom Boden der Tasse, dort, wo die Füße der Beine stehen, bis zum oberen Rand der Tasse an der Wand.
- Zollstock senkrecht auf den Boden der Duschtasse stellen, an der Stelle, an der später ein Fuß des Sitzes steht.
- Eine gerade Latte oder eine Wasserwaage waagerecht über den Rand der Tasse legen, bis sie den Zollstock kreuzt.
- Am Kreuzungspunkt ablesen. Das ist T an dieser Stelle.
- Dasselbe am zweiten Fuß wiederholen. Weichen die Werte ab, hat der Boden Gefälle; die Stellfüße gleichen den Unterschied aus.
Bei einer bodengleichen Dusche gibt es keinen Rand. Dann ist der Bezugspunkt der Boden an der Wand, und T ist der Unterschied zwischen dem Boden unter den Füßen des Sitzes und dem Boden an der Wand. Bei einem Gefälle zur Wand hin kann T dann sogar negativ werden: Der Boden unter den Füßen liegt höher als an der Wand. Die Anleitung des Sansibar beschreibt diesen Fall nicht; er folgt aus derselben Rechnung.
Für Sitze ohne Beine brauchst du T nicht. Dort zählt nur der Boden unter deinen Füßen, und Drive überträgt die Sitzhöhe von dort direkt auf die Wand.
Sechs Anleitungen, sechs Wege zur Höhe
Jeder Hersteller beschreibt den Weg von der Höhe zur Wand etwas anders. Wenn dein Sitz einer dieser sechs ist, lohnt ein Blick auf genau seinen Weg; die Anleitung liegt dem Sitz bei oder hängt beim Händler am Angebot.
Drive DKS 130
Sitzhöhe an einem gewöhnlichen Stuhl messen, das nächstliegende der vier Maße wählen, 465, 490, 515 oder 540 mm, und vom Boden der Duschtasse auf die Wand übertragen. In die Bohrschablone ein Sichtfenster um die Mittellinie schneiden, die 8 Bohrungen übertragen, wenn möglich in den Fugen. Danach die Fußstützen über die Fixierklammer auf die gewählte Höhe stellen und den einen Fuß mit Feinjustierung auf den Boden einstellen.
Aquatec Sansibar
Individuelle Sitzhöhe messen, Beinlänge mit Adaptern einstellen, Wannentiefe T messen und von der Beinlänge G abziehen, Schablone auf H zuschneiden und bündig an den Wannenrand halten. Die Anleitung verlangt außerdem, dass die Wandfläche eben ist, und lässt die fünf Befestigungspunkte mit 8 mm bohren. Zum Schluss mit der Wasserwaage ausrichten und die Füße drehen, im Uhrzeigersinn zum Verlängern.
MEYRA MoBaLux
Sitzfläche waagerecht in der gewünschten Höhe zum Boden ausrichten, mit der Bedingung, dass die Person sich mit beiden Füßen sicher auf dem Boden abstützen kann, und die Bohrlöcher durch die Wandhalter markieren. Bohren und Montieren mit für die Wand geeignetem Material soll ein qualifizierter Fachmann. Der Sitz hat keine Beine; die Höhe ist danach fest.
DIETZ 9404-A
Bohrlöcher mit der Schablone markieren, mit 8 mm bohren, Wandplatte lose anschrauben, mit der Wasserwaage ausrichten, festziehen. Dann die Höhe über die beiden Teleskopbeine einstellen, beide gleich lang, und die Sitzfläche über die Justierschraube waagerecht bringen. Montage und Funktionsprüfung übernimmt laut Anleitung der Fachhandel.
delficare varioporto
Ab Werk 47 cm; für mehr Höhe Adapter zu 2,5 cm an beiden Fußenden einstecken, höchstens zwei je Seite. Die Höhe orientiert sich laut Anleitung an Sitzgelegenheiten, die die Person sonst benutzt. Die Montagehöhe wird über eine Markierung auf der Montagefolie festgelegt, wenn die Sitzeinheit in die Wandstütze eingeführt ist.
Etac Relax
Montage durch einen Fachmann, drei Befestigungspunkte, eine Klebeschablone für die Bohrpunkte laut Broschüre. Mit Stützbeinen liegt die Sitzhöhe laut Verzeichnis bei 45 bis 55 cm; eine Schrittweite nennen die Unterlagen nicht.
Gemeinsam ist allen sechs nur eines: Die Höhe wird vor dem Bohren festgelegt, und zwar am Körper der Person, die sitzen wird. Keine Anleitung nennt eine feste Zahl, die ohne Messen gelten soll.
Welche Höhen ein Sitz überhaupt kennt
Sitze mit Stützbeinen lassen sich in der Höhe verstellen, aber nur in Stufen. Wenn deine gemessene Höhe zwischen zwei Stufen liegt, sitzt du entweder etwas höher oder etwas tiefer. Die Tabelle zeigt, wie fein die Raster sind.
| Sitz | Spanne | Raster | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Drive DKS 130 | 465 bis 540 mm | 4 Höhen, 3 Schritte zu 25 mm | Anleitung 2022 |
| Dietz 9404-A | 470 bis 570 mm | 4 Höhen, rechnerisch 3 Schritte zu rund 33 mm | Verzeichnis, Anleitung |
| Rehaforum RFM | 50 bis 60 cm | 4 Stufen, rechnerisch 3 Schritte zu rund 33 mm | Verzeichnis |
| Aquatec Sansibar | 460 bis 530 mm | 23 mm je Adapter, höchstens 3 je Seite | Anleitung 1470054-C |
| delficare Varioporto | 450 bis 525 mm | ab Werk 47 cm, 2,5 cm je Adapter, höchstens 2 je Seite | Anleitung 2021 |
| HEWI Klappsitz Komfort | 420 bis 510 mm | 4 Stufen zu je 30 mm | Datenblatt |
| Sundo Deluxe mit Stützbein | 46 oder 53 cm | 2 Höhen, 7 cm Abstand | Verzeichnis |
| Etac Relax mit Stützbeinen | 45 bis 55 cm | keine Angabe | Verzeichnis |
| Herdegen mit Stützbeinen | 43 bis 58 cm | keine Angabe | Verzeichnis |
| Normbau Serie 300 | „beliebig“ | Höhe entsteht beim Bohren | Verzeichnis |
Zum Rechnen eine Regel, die oft falsch angewandt wird: Ein Sitz mit n Höhen hat n − 1 Schritte dazwischen. Vier Höhen zwischen 470 und 570 mm, wie beim Dietz 9404-A, ergeben drei Schritte, also rund 33 mm je Schritt — nicht 25 mm, wie man beim Teilen durch vier erhielte. Beim DKS 130 nennt die Anleitung die vier Höhen ausdrücklich: 465, 490, 515 und 540 mm.
Wie die Adapter einer gemessenen Stuhlhöhe zugeordnet werden, zeigt die ältere Anleitung zum Aquatec Sansibar als kleine Tabelle.
- Stuhlhöhe bis 460 mm: kein Adapter
- Stuhlhöhe von 461 bis 484 mm: ein Adapter je Seite
- Stuhlhöhe von 485 bis 507 mm: zwei Adapter je Seite
- Stuhlhöhe von 508 bis 530 mm: drei Adapter je Seite, der dritte laut neuerer Anleitung optional
Die Tabelle ist das klarste Beispiel dafür, wie aus deiner Zahl eine Einstellung wird. Bei anderen Herstellern rechnest du selbst: gemessene Höhe gegen die Liste der möglichen Höhen, und die nächstliegende darunter, wenn die Füße flach stehen sollen.
Am gröbsten ist das Raster beim Sundo Deluxe mit Stützbein: zwei Höhen, 46 oder 53 cm. Wer 50 cm misst, sitzt entweder 4 cm unter seinem Maß oder 3 cm darüber. Nach der Bedingung, dass beide Füße flach stehen, bleibt nur die tiefere Stufe. Bei einem Raster von 7 cm ist die Messung deshalb nicht weniger wichtig, sondern wichtiger: Sie entscheidet, ob ein Sitz mit nur zwei Höhen überhaupt in Frage kommt.
Feiner als jedes Raster sind die Stellfüße. Der DKS 130 hat einen Fuß mit Feinjustierung, gekontert mit zwei Muttern. Beim Sansibar sind beide Füße einstellbar, beim Varioporto ebenfalls. Damit gleichst du Unebenheiten aus, nicht die Sitzhöhe; wer mit dem Stellfuß die Höhe sucht, verschenkt den Ausgleich für das Gefälle.
Wie dieselbe Frage bei Duschhockern aussieht, die von 460 bis 530 mm verstellbar sein müssen, zeigt der Vergleich höhenverstellbarer Duschhocker. Die Raster dort sind ähnlich grob, und auch dort gilt: Die Stufe neben deiner Zahl ist die Zahl, mit der du lebst.
Sitztiefe und der Platz für die Knie
Die Höhe ist nur eine Zahl der Sitzposition. Die zweite ist die Tiefe: wie weit die Vorderkante von der Wand entfernt ist. Wo die Einträge im Verzeichnis eine Sitztiefe nennen, reicht sie von 23 cm beim Sundo Deluxe bis 45 cm beim Etac Relax; dazwischen liegen 31, 32, 38, 39, 40 und 41 cm. Für öffentlich zugängliche Gebäude nennt DIN 18040-1 nach Baunetz Wissen einen mindestens 45 cm tiefen Sitz, die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt ebenfalls 45 cm.
Für die Höhe hat die Tiefe eine Folge. Je tiefer der Sitz, desto weiter vorn liegt die Vorderkante, und desto weiter vorn stehen deine Füße. Bei einem bodengleichen Duschplatz mit Gefälle liegen sie damit auf einer anderen Höhe als bei einem flachen Sitz. Bei einem kurzen Sitz von 23 cm sitzt du mit dem Rücken nah an der Wand; bei 45 cm hast du Abstand, aber die Kniekehle liegt weiter vorn auf der Kante.
Ein Beispiel aus den Daten: Der MoBaLux von Meyra ist ausgeklappt 370 mm tief, seine Sitzfläche aber nur 250 mm. Die übrigen 120 mm liegen zwischen Wand und Sitzfläche, in Wandhalter und Scharnier. Die Vorderkante, an der du misst, liegt also 370 mm vor der Wand, und dort stehen ungefähr deine Kniekehlen, wenn du sitzt.
Vor dem Sitz brauchst du Platz für Knie und Füße. DIN 18040-2 sieht für den Duschplatz einer barrierefreien Wohnung eine Bewegungsfläche von 120 × 120 cm vor, im Standard für uneingeschränkte Rollstuhlnutzung 150 × 150 cm. Ein Sitz mit 45 cm Tiefe lässt in einem Duschplatz von 120 cm Tiefe noch 75 cm vor der Kante. Ob das für Beine, Hände und eine helfende Person reicht, entscheidet dein Bad; wie weit die einzelnen Sitze ausgeklappt in den Raum reichen, steht im Vergleich der Wandsitze.
Wenn deine Zahl am Rand liegt
Die meisten Spannen in der Rastertabelle überschneiden sich zwischen 470 und 530 mm. Wer dort misst, findet unter den Sitzen mit Beinen mehrere, deren Raster passt. Schwieriger wird es, wenn deine Zahl am Rand liegt.
Unter 450 mm
Nach unten reichen nur wenige Angaben. Der Herdegen-Sitz mit Stützbeinen beginnt laut Verzeichnis bei 43 cm, der HEWI Klappsitz Komfort laut Datenblatt bei 420 mm, und der Varioporto nennt 450 mm als Untergrenze. Drive, Dietz und Invacare beginnen bei 465, 470 und 460 mm. Wer 440 mm misst, findet unter den ausgewerteten Sitzen mit verstellbarer Höhe also zwei, deren Spanne so tief reicht: den Herdegen-Sitz und den HEWI Komfort. Ein Sitz ohne Beine hat diese Grenze nicht: Seine Höhe entsteht beim Bohren, und Normbau schreibt für die Serie 300 „beliebig“.
Über 550 mm
Nach oben ist das Feld ebenso schmal. Dietz reicht bis 570 mm, die Sitze von Dr. Junghans und Rehaforum laut Verzeichnis bis 60 cm. Drive endet bei 540, Invacare bei 530 mm, der Varioporto bei 525 mm, der HEWI Komfort bei 510 mm. Wer 580 mm misst, findet unter den Einträgen mit Höhenangabe zwei, die so hoch reichen. Auch hier ist der Sitz ohne Beine und ohne Verstellung die Bauweise ohne Obergrenze, solange die Wand an der Stelle trägt.
Für die Auswahl heißt das: Liegt deine Zahl am Rand, entscheidet sie über die Bauweise, bevor Marke oder Ausstattung eine Rolle spielen. Wie die Sitze sich bei Last, Befestigung und Tiefe unterscheiden, zeigt der Vergleich der Wandsitze; die Höhe sortiert das Feld vorher.
Gefälle: der Boden unter den Füßen ist schief
Ein bodengleicher Duschplatz ist nicht eben, er hat ein Gefälle zum Ablauf. DIN 18040-2 erlaubt nach dem Leitfaden der Bayerischen Architektenkammer eine Neigung von höchstens 2 Prozent, wenn die Fläche als Bewegungsfläche mitgenutzt wird. 2 Prozent heißt: 2 cm auf 1 m.
Für einen Wandsitz bedeutet das zweierlei. Erstens steht dein Fuß nicht auf derselben Höhe wie der Boden an der Wand. 40 cm vor der Wand, etwa dort, wo deine Fersen stehen, kann der Boden bei 2 Prozent bis zu 8 mm tiefer oder höher liegen als direkt an der Wand, je nachdem, in welche Richtung das Gefälle läuft. Zweitens stehen bei Sitzen mit Beinen die beiden Füße womöglich nicht auf derselben Höhe.
Zur Größenordnung drei Werte, gerechnet mit der Höchstneigung von 2 Prozent: 30 cm vor der Wand sind es bis zu 6 mm, 40 cm vor der Wand bis zu 8 mm, 50 cm vor der Wand bis zu 10 mm. Das ist weniger als ein Rasterschritt. Für die Bedingung „beide Füße flach“ zählt trotzdem jeder Millimeter, den die Füße tiefer stehen als gedacht.
Zum Boden gehört außerdem der Belag. Für den Duschplatz verlangt DIN 18040-2 nach dem Leitfaden einen rutschhemmenden Bodenbelag mindestens der Bewertungsgruppe B für nassbelastete Barfußbereiche. Für die Höhe spielt das keine Rolle, für die Füße, die flach stehen sollen, sehr wohl: Sie stehen nass und barfuß.
Die Hersteller lösen den zweiten Punkt mit Stellfüßen. Drive schreibt für den DKS 130: „Um eventuelle Unebenheiten in der Dusche auszugleichen ist ein Standfuß mit einer Feinjustierung ausgerüstet.“ Der Varioporto gleicht laut Anleitung „das Gefälle der Duschwanne“ über die Stellfüße aus. Den ersten Punkt löst niemand für dich: Miss die Höhe dort, wo deine Füße stehen werden, nicht dort, wo die Wand beginnt.
Zwei Menschen, eine Dusche
Benutzen zwei Menschen denselben Sitz, gibt es zwei Zahlen und ein Bohrbild. Die Frage, wie man das löst, beantwortet keine Gebrauchsanweisung mit einer Zahl. Aber die Unterlagen zeigen, welche Bauweisen mehr Spielraum lassen.
- Sitze mit verstellbaren Beinen: Die Höhe lässt sich nach der Montage in den Stufen der Tabelle ändern, beim DKS 130 zwischen 465 und 540 mm. Wo die Wandplatte sitzt, bleibt aber gleich; die Anleitungen beschreiben das Verstellen innerhalb des Rasters.
- Wandsitze mit verstellbarer Sitzhöhe: HEWI gibt für den Klappsitz Komfort vier Stufen von 420 bis 510 mm an, je 30 mm, ohne Beine.
- Einhängesitze: Sie lassen sich abnehmen, ihre Höhe folgt aber der Höhe des Griffs und ist damit für alle gleich.
- Sitze ohne Beine und ohne Verstellung: Die Höhe ist mit dem Bohren festgelegt. Eine andere Höhe heißt neue Löcher; Invacare verlangt beim Neupositionieren stets neue Dübel und Schrauben.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten zeigt, wie das Raster wirkt. Angenommen, die eine Person misst 470 mm, die andere 505 mm. Beim DKS 130 liegen die Höhen bei 465, 490, 515 und 540 mm. Für die erste Person passt 465 mm, 5 mm unter ihrem Maß. Für die zweite liegt 490 mm 15 mm darunter, 515 mm 10 mm darüber; bei 515 mm stünde die erste Person nicht mehr flach. Der Sitz lässt sich zwischen beiden umstellen, über die Fixierklammer an den Fußstützen, aber nicht ohne Werkzeug und nicht im Vorbeigehen.
Wenn die beiden Zahlen weit auseinanderliegen, spricht das für einen Sitz mit verstellbaren Beinen. Liegen sie nah beieinander, ist die Wahl kleiner, als sie aussieht: Ein Raster von 25 oder 33 mm schluckt Unterschiede in dieser Größenordnung ohnehin. Prüfe für beide die Bedingung von Meyra: Beide Füße flach auf dem Boden. Die Höhe, bei der das für die kleinere Person noch gilt, ist die obere Grenze.
Die Griffe gehören zur Höhe
Ein Sitz steht selten allein. Neben ihm hängt oft ein Griff, und dessen Höhe hängt an der Sitzhöhe. Der Leitfaden zu DIN 18040-2 nennt für den Standard mit uneingeschränkter Rollstuhlnutzung Stützklappgriffe beidseitig neben dem Klappsitz, mit der Oberkante 28 cm über der Sitzhöhe. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz übernimmt diese 28 cm in ihrem Planungsflyer und nennt eine Grifflänge von 60 cm. Bei 47 cm Sitzhöhe läge die Oberkante des Griffs damit bei 75 cm.
Für Einhängesitze ist die Abhängigkeit umgekehrt: Der Griff ist zuerst da, und der Sitz hängt in einem festen Abstand darunter. Normbau nennt für seinen Care-Einhängesitz bei einer Oberkante des Duschhandlaufs von 850 mm eine Sitzhöhe von 480 mm. Was du am Griff messen musst, damit ein Sitz passt, steht im Ratgeber zum Einhängesitz am vorhandenen Griff.
Die Verbraucherzentrale ergänzt im selben Flyer zwei Planungsfragen, die mit der Höhe zusammenhängen: Stützgriffe „nachrüstbar und hochklappbar einplanen“ und „bedenken, ob Nutzer Links- oder Rechtshänder ist“. Eine fest montierte Duschstange mit höhenverstellbarem Duschkopf kann nach dem Flyer zugleich als Haltegriff dienen. Wer die Sitzhöhe festlegt, legt damit auch fest, wo die Hand beim Aufstehen den nächsten Halt findet.
Für öffentlich zugängliche Gebäude ist DIN 18040-1 nach der Zusammenfassung von Baunetz Wissen noch genauer: waagerechte Haltegriffe in 85 cm Höhe über dem fertigen Fußboden und hochklappbare Stützgriffe auf beiden Seiten des Duschsitzes im Abstand von 65 bis 70 cm. Für Wohnungen gelten diese Werte nicht unmittelbar, aber sie zeigen, wie eng Sitzhöhe und Griffhöhe in der Planung zusammenhängen.
Der Leitfaden zeigt für den Duschplatz im R-Standard außerdem eine Einhebel-Duscharmatur in 85 cm Höhe, „aus der Sitzposition erreichbar“, und rät nach der Verbraucherzentrale zu einer Lösung über Eck, damit Sitz und Armatur nicht auf derselben Wand liegen. Wenn du die Höhe festlegst, lohnt ein Blick zur Seite: Erreichst du die Armatur, ohne aufzustehen?
Wenn Klinik oder Therapie eine Höhe vorgeben
Manchmal ist die Höhe keine Frage des Messens, sondern einer Vorgabe. Nach einer Operation an der Hüfte geben Kliniken Regeln für das Sitzen mit, etwa dass das Hüftgelenk nicht mehr als 90 Grad gebeugt werden soll. Was drei Klinik-Merkblätter dazu und zum Bad schreiben, steht im Beitrag zu Anziehhilfen nach der Hüftoperation. Wenn eine solche Vorgabe besteht, geht sie jeder Zahl in dieser Anleitung vor.
Die Merkblätter, die der Beitrag auswertet, beschreiben die Sitzhaltung, nicht eine Sitzhöhe in Zentimetern: Eines nennt das Hüftgelenk über dem Kniegelenk und die Beine hüftbreit auseinander, ein anderes hält Bett und Stuhl auf gleicher Höhe. Wie hoch ein Sitz sein muss, damit diese Haltung gelingt, hängt an deinem Körper, und das ist genau die Zahl, die du mit dem Verfahren dieser Anleitung misst.
Eine Vorgabe dieser Art ist eine medizinische Entscheidung, und wir beurteilen sie nicht. Das Messverfahren bleibt trotzdem dasselbe: Wenn die Klinik einen Winkel vorgibt, misst die Therapie oder das Sanitätshaus die Höhe, bei der dieser Winkel eingehalten wird, und dann gelten die Schritte dieser Anleitung für den Weg von der Zahl zur Wand.
Bei einer Versorgung über die Kasse ist die Höhe ohnehin Teil der Leistung. Die Fortschreibung der Produktgruppe 04 verpflichtet den Leistungserbringer zu einer „fachgerechten Anpassung und Einstellung des Hilfsmittels auf die individuellen Bedürfnisse“; wie der Weg dorthin aussieht, beschreibt der Ratgeber zur Kostenfrage beim Wandsitz.
Was beim Bohren an der Höhe noch verrutscht
Zwischen der Zahl auf deinem Zettel und dem Loch in der Wand gibt es drei Stellen, an denen die Höhe sich verschiebt.
- Fugen: Drive empfiehlt, „wenn möglich die Fugen zum Bohren nutzen“, um die Fliesen nicht zu beschädigen. Liegt eine Fuge wenige Millimeter neben deinem Bohrpunkt, ist die Versuchung groß, in die Fuge zu bohren. Bei Sitzen mit Beinen gleicht das Raster das aus, bei Sitzen ohne Beine nicht.
- Waagerechte: Dietz lässt die Wandplatten erst lose anschrauben, mit der Wasserwaage ausrichten und dann festziehen. Wer ohne Waage bohrt, bekommt einen schiefen Sitz und an einer Seite eine andere Höhe.
- Fliesenversatz: Liegen zwei Fliesen nicht in einer Ebene, verlangt die Anleitung des geklebten Varioporto Dübel und Schrauben. Für verschraubte Sitze heißt Versatz, dass die Wandplatte hohl liegt und beim Anziehen nachgibt.
Eine vierte Stelle nennen zwei Anleitungen ausdrücklich: die Wand selbst. Invacare verlangt, „dass die für die Anbringung vorgesehene Wandfläche eben ist“, Koch eine „stabile, tragfähige Wand mit glatter Oberfläche“ für alle vier Wandbefestigungsschrauben. Eine unebene Wand kippt die Wandplatte, und eine gekippte Wandplatte hebt oder senkt die Vorderkante des Sitzes.
Dazu kommt die Toleranz des Sitzes selbst. Meyra nennt ±15 mm. Das ist mehr als die Hälfte eines Rasterschritts von 25 mm, wie ihn der DKS 130 hat. Für einen Sitz ohne Beine wie den MoBaLux heißt das: Selbst bei exakter Bohrung kann die Sitzhöhe um bis zu 15 mm von der Zahl im Datenblatt abweichen. Miss nach dem Anschrauben nach.
Nachmessen nach der Montage
Wenn der Sitz hängt, prüfst du in vier Handgriffen, ob die Höhe stimmt. Das dauert eine Minute und ist der Moment, in dem sich ein Fehler noch mit wenig Aufwand beheben lässt.
- Wasserwaage auf die Sitzfläche legen, quer und längs. Bei Sitzen mit Beinen über die Stellfüße nachstellen.
- Mit dem Zollstock vom Boden der Duschtasse bis zur Oberkante an der Vorderkante messen.
- Barfuß hinsetzen: Stehen beide Füße flach? Drückt die Vorderkante in die Kniekehlen?
- Bei Sitzen mit Teleskopbeinen prüfen, ob beide Beine gleich lang eingestellt sind und die Stift-Clips eingerastet sind.
Für das Nachstellen nennen die Anleitungen jeweils ein Werkzeug. Beim Varioporto wird die Kontermutter mit Schlüsselweite 13 gelöst, der Stellfuß gedreht und wieder gekontert. Beim DKS 130 wird der Fuß mit Feinjustierung herein- oder herausgeschraubt und mit zwei Kontermuttern gesichert. Beim Dietz 9404-A wird zuerst die Kontermutter der Justierschraube gelöst, dann die Schraube gedreht und die Mutter wieder festgezogen. Wer das nach der Montage einmal gemacht hat, weiß, wie viel Aufwand eine spätere Änderung bedeutet.
Der letzte Punkt ist eine Sicherheitsfrage, keine Komfortfrage. Dietz warnt vor Kippgefahr, wenn die Teleskopbeine nicht gleich lang eingestellt sind, und verlangt, dass der Stift-Clip „sichtbar und spürbar aus der Bohrung“ austritt. Wer die Höhe später verstellt, macht diese Prüfung jedes Mal neu. Eine Höhenverstellung in Stufen gibt es auch am Rollator; wie dort die Griffhöhe gemessen und nachgeprüft wird, beschreibt die Anleitung zum Einstellen eines Rollators.
Und noch ein Grund zum Nachmessen: Die Lastangabe eines Sitzes gilt für den Sitz, wie der Hersteller ihn vorsieht. Wie Sitz, Befestigung und Wand zusammen tragen, zeigt der Vergleich mit den Lastangaben von Sitz, Armlehne und Stützbein. Für geklebte Sitze gelten eigene Prüfungen, die der Ratgeber darüber beschreibt, was die Klebung voraussetzt.
Die Höhe später ändern
Eine Höhe, die heute passt, passt nicht für immer. Ein zweiter Mensch zieht ein, eine Therapie gibt neue Vorgaben, ein Sitz wird gegen einen anderen getauscht. Wie aufwendig eine Änderung ist, hängt an der Bauweise, und die Anleitungen sagen dazu mehr, als man erwartet.
- Sitze mit Beinen: innerhalb des Rasters ohne neue Löcher, über Fixierklammer, Stift-Clip oder Adapter. Die Wandplatte bleibt, wo sie ist.
- Sitze ohne Beine und ohne Verstellung: nur mit neuen Löchern. Invacare verlangt beim Neupositionieren „stets neue Dübel und Schrauben“.
- Ausgeschlagene Bohrungen: Meyra schließt „ausgeschlagene Befestigungsbohrungen durch häufige Montagearbeiten“ aus der Garantie aus.
- Geklebte Sitze: Die Anleitung des Varioporto beschreibt das Einstellen der Höhe vor der Montage; danach wird die Sitzeinheit nur zur Demontage gelöst.
Wer heute schon weiß, dass sich die Höhe ändern könnte, hat damit ein Argument für einen Sitz mit verstellbaren Beinen, auch wenn eine Person allein ihn heute benutzt. Wer einen Sitz ohne Beine und ohne Verstellung wählt, wählt eine Höhe für die Lebensdauer des Bohrbilds. Bei Hilfsmitteln über die Kasse ist eine spätere Anpassung Sache des Leistungserbringers, der nach der Fortschreibung die fachgerechte Anpassung und Einstellung schuldet.
Sieben Höhenfehler und ihre Ursache
- Mit Schuhen gemessen. In der Dusche fehlt die Sohle, die Füße hängen um ihre Dicke in der Luft.
- Vom Badboden gemessen. Der Boden der Duschtasse liegt tiefer oder höher; gemessen wird dort, wo die Füße stehen.
- In der Mitte der Sitzfläche gemessen. Für flache Füße zählt die Vorderkante.
- Die Bohrlöcher auf Sitzhöhe gesetzt. Die Wandplatte liegt über oder unter der Sitzfläche; den Abstand kennt nur die Schablone.
- Bei Sitzen mit Beinen die Wannentiefe vergessen. Invacare zieht sie von der Beinlänge ab, bevor die Schablone zugeschnitten wird.
- Die Stufen falsch gerechnet. Vier Höhen ergeben drei Schritte, nicht vier.
- 46 bis 48 cm als Standard übernommen. Der Wert gilt nach DIN 18040-2 für Wohnungen mit uneingeschränkter Rollstuhlnutzung, nicht für jeden Körper.
Sechs der sieben Fehler passieren vor dem Bohren, und keiner lässt sich am Sitz selbst erkennen. Deshalb steht am Ende dieser Anleitung kein weiterer Wert, sondern ein Protokoll.
Ein Messprotokoll für den Fachbetrieb
Die Hersteller weisen die Montage einer Fachkraft zu, bei einer Versorgung über die Kasse übernimmt sie auf Wunsch der Leistungserbringer. Was du vorher aufschreibst, macht die Montage genauer, egal wer bohrt. Ein Protokoll mit sieben Zeilen genügt.
- Gemessene Sitzhöhe an der Vorderkante, barfuß, in Millimetern, und ob sie für eine oder zwei Personen gilt.
- Höhe der Kniekehle über dem Boden, im Sitzen gemessen.
- Art der Dusche: Duschtasse mit Rand und deren Tiefe, oder bodengleich.
- Messpunkt des Bodens: wo genau die Füße und, bei Sitzen mit Beinen, die Beine stehen werden.
- Gewähltes Modell und seine Höhenstufen laut Anleitung.
- Vorgaben von Klinik oder Therapie, falls es welche gibt.
- Lage von Armatur und Griffen, damit der Sitz nicht auf derselben Wand wie die Armatur landet.
Ein ausgefülltes Beispiel
Mit angenommenen Werten könnte das Protokoll so aussehen: Sitzhöhe an der Vorderkante 480 mm, barfuß, eine Person; Kniekehle 495 mm; Duschtasse mit Rand, Tiefe an den Fußpunkten 35 und 38 mm; Füße 40 cm vor der Wand; Modell Aquatec Sansibar, Raster 23 mm je Adapter; keine Vorgaben der Klinik; Armatur an der Seitenwand. Daraus folgt nach der älteren Sansibar-Anleitung ein Adapter je Seite für Sitzhöhen von 461 bis 484 mm, also G = 291 + 23 = 314 mm, und eine Schablonenhöhe von 314 − 35 = 279 mm am flacheren Fußpunkt. Den Unterschied von 3 mm zum zweiten Fußpunkt gleicht der einstellbare Fuß aus. Alle Werte in diesem Beispiel sind angenommen; sie zeigen den Rechenweg, nicht deine Zahlen.
Mit diesen Zeilen lässt sich die Rechnung aus der Grafik oben für jedes Modell nachvollziehen, und eine zweite Person kann prüfen, ob die Schablone an der richtigen Stelle sitzt, bevor gebohrt wird.
Was die Höhe nicht beantwortet
Eine richtig gemessene Höhe sagt nichts darüber, ob die Wand den Sitz trägt, ob er über die Kasse kommt oder ob ein Sitz in deiner Situation die richtige Lösung ist. Für diese Fragen gibt es eigene Beiträge in diesem Themenbereich und, wo es um Gesundheit geht, Ärztinnen, Ärzte und Therapie.
Drei Zahlen nimmst du aus dieser Anleitung mit: deine Sitzhöhe an der Vorderkante, barfuß gemessen; den Boden, auf den sie sich bezieht, also den Boden der Duschtasse dort, wo die Füße stehen; und, bei Sitzen mit Beinen, die Wannentiefe. Alles andere, die Schablone, die Bohrung, die Feineinstellung, folgt aus diesen drei Zahlen und den Vorgaben des Herstellers. Wer sie aufgeschrieben hat, kann jedes Datenblatt in diesem Themenbereich daraufhin lesen, ob der Sitz zu ihm passt.
Offen bleibt auch nach den Unterlagen eine Zahl: der Abstand zwischen Bohrloch und Sitzfläche. Keine der ausgewerteten Anleitungen nennt ihn, er steckt in Schablonen und Wandplatten. Wer ohne Schablone bohren muss, braucht den Sitz in der Hand.
Fehler in dieser Anleitung kannst du über die Korrekturseite des Portals melden. Wie wir Zahlen aus Anleitungen und Verzeichnis prüfen, steht in der Beschreibung der Methodik.
Zehn Fragen, bevor das erste Loch gebohrt wird
- Wie hoch sollte ein Duschklappsitz montiert werden?
- Eine Standardhöhe gibt es nicht. Gemessen wird die eigene Sitzhöhe, barfuß und an der Vorderkante: so hoch, dass beide Füße flach auf dem Boden stehen. Übertragen wird sie vom Boden der Duschtasse aus, nicht vom Badboden.
- Gilt die Höhe von 46 bis 48 cm aus der DIN 18040-2 für alle?
- Nein. Der Leitfaden der Bayerischen Architektenkammer zu DIN 18040-2 führt den Klappsitz mit 46 bis 48 cm im Block für Wohnungen mit uneingeschränkter Rollstuhlnutzung. Für den Grundstandard nennt er keine Sitzhöhe.
- Wo wird die Sitzhöhe gemessen?
- An der Vorderkante der Sitzfläche, von deren Oberkante bis zum Boden, auf dem die Füße stehen. Dietz gibt die Sitzhöhe des 9404-A ausdrücklich als Sitzhöhe an der Vorderkante an.
- Ist die Höhe der Bohrlöcher die Sitzhöhe?
- Nein. Die Schrauben sitzen in einer Wandplatte über oder unter der Sitzfläche. Den Abstand legt die Bohrschablone des Herstellers fest; als Zahl steht er in keiner der ausgewerteten Anleitungen.
- Wie rechnet man die Bohrhöhe bei einem Sitz mit Stützbeinen?
- Invacare beschreibt es für den Sansibar: Beinlänge G einstellen, 291 mm plus 23 mm je Adapter, die Tiefe T der Duschwanne abziehen, die Schablone auf H = G − T zuschneiden und bündig an den Wannenrand legen.
- In welchen Schritten lassen sich Duschklappsitze verstellen?
- Je nach Modell in 23 mm (Sansibar), 25 mm (Drive DKS 130, Varioporto), 30 mm (HEWI Komfort), rund 33 mm (Dietz 9404-A) oder 7 cm (Sundo Deluxe mit Stützbein, zwei Höhen). Vier Höhen ergeben drei Schritte. Sitze ohne Beine und ohne Verstellung lassen sich nach dem Bohren nur mit neuen Löchern in der Höhe ändern.
- Was macht das Gefälle einer bodengleichen Dusche aus?
- DIN 18040-2 erlaubt bis zu 2 Prozent Neigung. 40 cm vor der Wand kann der Boden damit bis zu 8 mm höher oder tiefer liegen als an der Wand. Gemessen wird deshalb dort, wo die Füße stehen; Stellfüße gleichen Unebenheiten unter den Beinen aus.
- Wie hoch gehören Griffe neben den Duschklappsitz?
- Für Wohnungen mit uneingeschränkter Rollstuhlnutzung nennt der Leitfaden zu DIN 18040-2 Stützklappgriffe beidseitig mit der Oberkante 28 cm über der Sitzhöhe. Beim Einhängesitz ist es umgekehrt: Normbau nennt für einen Handlauf mit Oberkante 850 mm eine Sitzhöhe von 480 mm.
- Was tun, wenn zwei Menschen den Sitz benutzen?
- Sitze mit verstellbaren Beinen oder verstellbarer Sitzhöhe lassen sich in ihren Stufen nachstellen, Sitze ohne Beine und ohne Verstellung nicht. Die obere Grenze ist die Höhe, bei der die kleinere Person noch mit beiden Füßen flach auf dem Boden sitzt.
- Was gilt nach einer Hüftoperation?
- Dann gehen die Vorgaben der Klinik oder Therapie jeder allgemeinen Zahl vor. Das Messverfahren bleibt gleich: Die Höhe, bei der die Vorgabe eingehalten wird, wird gemessen und vom Boden der Duschtasse aus übertragen.
Quellen
- [01]GKV-Spitzenverband, Fortschreibung der Produktgruppe 04 „Bade- und Duschhilfen“ vom 15.10.2025, S. 23, 27 · abgerufen am 14.10.2026
- [02]Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes, Produktart 04.40.03.0, Sitzhöhen der Einträge · abgerufen am 14.10.2026
- [03]Bayerische Architektenkammer, StMB, StMAS: Barrierefreies Bauen 02 – Barrierefreie Wohnungen, Leitfaden zur DIN 18040-2, S. 102–107 · abgerufen am 14.10.2026
- [04]Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Flyer „Barrierefrei duschen!“, Ausgabe April 2023 (Archivkopie) · abgerufen am 14.10.2026
- [05]Baunetz Wissen, Barrierefreie Sanitärräume nach DIN 18040-1 · abgerufen am 14.10.2026
- [06]Drive Medical, Gebrauchsanweisung DKS 130, Stand 06.03.2022 (am Angebot hinterlegt) · abgerufen am 14.10.2026
- [07]Invacare, Gebrauchsanweisung Aquatec Sansibar 1470054-C (am Angebot hinterlegt) · abgerufen am 14.10.2026
- [08]AQUATEC, ältere Gebrauchsanweisung Duschklappsitz Sansibar (Händlerkopie) · abgerufen am 14.10.2026
- [09]MEYRA, Montage- und Bedienungsanleitung MoBaLux Duschklappsitz 3013972, Stand 2021-06 (am Angebot hinterlegt) · abgerufen am 14.10.2026
- [10]DIETZ, Bedienungsanleitung Duschklappsitz 9404-A, Version 2.0.0 (Händlerkopie) · abgerufen am 14.10.2026
- [11]delficare, Gebrauchs- und Montageanleitung varioporto, Stand 20.01.21 · abgerufen am 14.10.2026
- [12]Koch, Duschklappsitz Serie 300, Montageanleitung (Händlerkopie) · abgerufen am 14.10.2026
- [13]HEWI, Datenblatt Klappsitz Komfort 802.51.23960 · abgerufen am 14.10.2026
- [14]Normbau, Care Einhängesitz 0847710095, Produktseite · abgerufen am 14.10.2026
Änderungen an diesem Beitrag
- Erstveröffentlichung. Mess- und Montageverfahren aus den Anleitungen von Drive, Invacare, MEYRA, DIETZ und delficare zusammengeführt, Höhenraster von zehn Sitzen aus Verzeichnis und Datenblättern gegenübergestellt, Geltungsbereich von DIN 18040-2 nach dem Leitfaden der Bayerischen Architektenkammer eingeordnet.