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Stand der Angaben: 24.09.2026344 Quellenangaben

Sicherheit im Bad· Badewannengriffe · Ratgeber

Wannenrand messen: vier Maße vor dem Badewannengriff

Randstärke, Überstand, freier Raum unter dem Rand und fugenfreie Wandfläche. Die Klemmspannen der zehn gelisteten Griffe decken 45 bis 185 mm ab — mit einer Lücke.

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Angaben geprüft

Diese Übersicht beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben — Herstellerangaben, Prüfberichte und Händlerdaten. Es wurde nicht selbst getestet. Wo eine Angabe fehlt, steht das da; sie wird nicht geschätzt. Wie ausgewertet wird, steht in der Methodik.

Was die Norm über die Wand sagt

Der Satz steht in der Baunorm für barrierefreies Bauen in Wohnungen, und er ist bemerkenswert präzise in dem, was er verlangt. Er verlangt nicht, dass Griffe montiert werden. Er verlangt, dass die Wand sie aufnehmen kann — bauseits, also im Rohbau, bevor gefliest wird, und unabhängig davon, ob jemals ein Griff kommt.

In einem Neubau nach dieser Norm heißt das: Hinter den Fliesen neben der Badewanne sitzt eine Traverse oder eine durchgehende Beplankung, in die sich später dübeln lässt. In den allermeisten Bädern in Deutschland heißt es gar nichts, weil sie vor der Norm gebaut wurden oder nicht nach ihr.

Zwei Bauweisen kommen dafür in Frage, und beide sind im fertigen Bad unsichtbar. Bei einer Vorwandinstallation im Ständerwerk wird zwischen zwei Profile ein Kantholz oder eine Metalltraverse gesetzt, meist auf 85 bis 100 Zentimetern über dem Fußboden. Bei massiver Bauweise genügt die Wand selbst, sofern sie aus Vollziegel, Kalksandstein oder Beton besteht.

Erkennbar ist der Unterschied nur im Rohbau oder über den Bauplan. Im fertigen Bad bleibt der Klopftest, und der unterscheidet massiv von hohl, aber nicht Ständerprofil von Zwischenraum. Wer eine Traverse vermutet, findet sie am ehesten mit einem Leitungssucher, der Metall anzeigt — mit dem Vorbehalt, dass dieselben Geräte auch Rohre anzeigen.

Genau hier beginnt das praktische Problem. Wer einen Griff sucht, hat in der Regel kein Bad nach dieser Norm. Er hat eine Wanne, eine Wand und keine Auskunft darüber, was hinter den Fliesen sitzt. Was er hat, sind vier Maße, die sich mit einem Zollstock nehmen lassen und die die Auswahl erheblich einengen.

Und was sie über den Wannenrand nicht sagt

Dieselbe Norm nennt für die Badewanne Planungsmaße: 170 Zentimeter Länge und 70 bis 75 Zentimeter Tiefe als empfohlene Objektmaße, davor eine Bewegungsfläche von 120 mal 120 Zentimetern, bei rollstuhlgerechter Ausführung 150 mal 150 Zentimeter. Sie stellt außerdem fest, dass eine Badewanne keinen barrierefreien Duschplatz ersetzt.

Über den Wannenrand selbst sagt sie nichts. Keine Randstärke, keine Randform, keine Punktlast, obwohl sie für den Stützklappgriff am WC eine Punktlast von 1 Kilonewton am vorderen Griffende festlegt — das sind rund 102 Kilogramm. Für den Bereich der Wanne plant die Norm konsequent an der Wand, nicht an der Wanne.

Das hat einen sachlichen Grund. Eine Norm für das Bauen kann etwas über Bauteile verlangen, die zum Gebäude gehören — Wände, Böden, Türen, Leitungsführung. Die Badewanne ist ein Ausstattungsgegenstand, der ausgetauscht wird, während die Wand bleibt. Eine Anforderung an den Wannenrand hätte in einer Planungsnorm deshalb wenig Sinn.

Das Hilfsmittelverzeichnis geht den umgekehrten Weg. Es führt eine eigene Produktart für mobile Badewannengriffe und verlangt von jedem Hersteller die Angabe der Klemmbreite in Zentimetern — also genau die Zahl, die zum Wannenrand passen muss. Über die Wand daneben sagt es nichts.

Zwei Regelwerke, zwei Bezugspunkte, und dazwischen fällt die Frage hindurch, mit der jeder anfängt: Passt dieser Griff an diese Wanne? Die Antwort steht in vier Zahlen, und keine davon steht in einer Norm. Sie muss gemessen werden.

Die vier Maße, um die es geht

Vier Maße entscheiden, welche Bauart in Frage kommt, und sie lassen sich in zehn Minuten nehmen. Drei betreffen den Wannenrand, eines die Wand daneben.

  1. Randstärke: die Höhe des Wannenrands von der Oberkante bis zur Stelle, an der ein Bügel von unten greifen könnte. Sie ist der Wert, den die Angabe Klemmbreite meint.
  2. Überstand: wie weit die Oberkante über die darunterliegende Fläche hinausragt, gemessen waagerecht. Alles über null macht das Umgreifen schwerer, ab etwa fünf Millimetern unmöglich.
  3. Freier Raum unter dem Rand: die Tiefe, um die eine Gegenplatte unter den Rand geschoben werden kann, bevor sie an Schürze, Träger oder Fliese anstößt.
  4. Fugenfreie Wandfläche: das größte Quadrat ohne Fuge in der Höhe, in der die Hand greift — maßgeblich für Saugteller.

Die ersten drei Maße hängen zusammen und beschreiben dieselbe Kante aus drei Richtungen. Erst zusammengenommen sagen sie, ob ein Klemmbügel überhaupt greifen kann. Ein Rand von 55 Millimetern Stärke nützt nichts, wenn darunter kein Zentimeter frei ist.

Ein weiterer Grund für diese Reihenfolge liegt im Aufwand. Randstärke und Überstand sind in zwei Minuten genommen; der freie Raum unter dem Rand verlangt, unter die Wanne zu greifen, und das geht nicht bei jeder Schürze. Wer mit dem leichten Maß beginnt und das schwierige überspringt, kauft ein Gerät, das an der schwierigen Stelle scheitert.

Das vierte Maß gehört zur anderen Bauart und wird oft vergessen, weil die Wand nicht wie ein Bauteil aussieht, das man ausmisst. Für einen Saugteller ist sie aber genau das, und ein Bad mit Mosaikfliesen von 5 mal 5 Zentimetern scheidet die Bauart aus, gleichgültig welche Wanne davor steht.

Ein fünftes Maß kommt hinzu, wenn gebohrt werden soll: der Abstand von der Oberkante der Wanne bis zur Stelle, an der der Griff sitzen soll. Dazu später mehr — es ist das einzige der Maße, das nicht am Bauteil, sondern am Menschen genommen wird.

Randstärke: der Wert, den die Klemmspanne meint

Die Angabe Klemmbreite auf einer Angebotsseite bezeichnet den Bereich, in dem sich die Klemmung öffnen und wieder schließen lässt. Sie meint damit eine Höhe, keine Breite — die Höhe des Materials, das zwischen Bügel und Gegenplatte kommt. Die Benennung ist irreführend und hat sich trotzdem durchgesetzt.

Gemessen wird senkrecht von der Oberkante des Wannenrands nach unten bis zu der Stelle, an der die Gegenplatte anliegen würde. Bei einer freistehenden Stahl-Email-Wanne ist das die Unterkante der Bördelung, meist 45 bis 60 Millimeter. Bei einer Acrylwanne im Träger ist es die Unterkante der Auflage, oft nur 20 bis 30 Millimeter — sofern der Träger nicht bündig anschließt.

Der Zollstock ist dafür das falsche Werkzeug, weil er an der Kante ansetzen muss und dabei verrutscht. Besser ist ein Messschieber mit Tiefenmaß oder, wenn keiner da ist, ein steifer Karton: an den Rand halten, die Unterkante anzeichnen, den Karton abnehmen und den Abstand messen. Das ist auf zwei Millimeter genau, und genauer muss es nicht sein.

Zwei Millimeter Genauigkeit reichen, weil die Klemmspannen breit sind: 8 bis 17 Zentimeter, 9 bis 17 Zentimeter, 6,5 bis 13,5 Zentimeter. Sie reichen nicht, wenn der gemessene Wert nahe an einer Grenze liegt. Ein Rand von 89 Millimetern bei einer Spanne bis 90 Millimetern ist ein Grenzfall, und Grenzfälle gehören nicht an eine Stelle, an der jemand sein Gewicht abstützt.

Praktisch heißt das: Liegt der gemessene Wert näher als 5 Millimeter an einer der beiden Grenzen einer Spanne, wird ein anderes Gerät gesucht. Bei einem Rand von 82 Millimetern und einer Spanne von 80 bis 170 Millimetern gilt das; bei einem Rand von 110 Millimetern in derselben Spanne nicht. Die Mitte einer Spanne ist immer die bessere Wahl, weil dort auch die Gewindelänge der Klemmschraube im mittleren Bereich liegt.

Wichtig ist außerdem, woran nicht gemessen wird. Nicht an der Silikonfuge, nicht an der Fliesenkante darüber und nicht an einer Abdeckleiste. Gemessen wird an der Wanne selbst, und wenn eine Abdeckleiste im Weg ist, ist sie Teil des Problems und nicht der Messung.

Vier Randprofile im Schnitt

Vier Randformen decken die meisten Bäder ab. Sie unterscheiden sich nicht im Material, sondern darin, ob und wie weit ein Bügel den Rand umgreifen kann.

Vier Wannenränder im Querschnitt, je mit der greifbaren KlemmzoneRandstärke 55 mmgreifbarStahl-Email, freistehender RanAuflage 25 mm, darunter bündignicht greifbarAcryl im WannenträgerRandstärke 95 mm, Überstand 8 mmÜberstand sperrtGemauerte Schürze, eingeflisteRandstärke 40 mm, Wulst 12 mmgreifbar mit VorbehaltFreistehende Wanne, Wulstrandgrün hinterlegt: der Bereich, in dem ein Klemmbügel den Rand umgreifen kann
Eigene schematische Darstellung. Die Profile sind typisiert und nicht maßstäblich; die Zahlen sind mittlere Werte aus Herstellerangaben zu Wannenbauarten und aus den Klemmbreiten der zehn im Hilfsmittelverzeichnis geführten mobilen Badewannengriffe, Stand 24.09.2026. Die grüne Zone ist abgeleitet, nicht gemessen.

Der erste Fall ist der einfachste und wird seltener, weil freistehende Wannen mit umlaufendem Bördelrand aus älteren Bädern stammen. Die Bördelung gibt einen sauberen Querschnitt von rund 55 Millimetern, sie ist senkrecht, und darunter ist Luft. Jede Klemmspanne des Verzeichnisses passt darauf.

Der zweite Fall ist der häufigste in Bädern seit den achtziger Jahren und der schwierigste. Eine Acrylwanne liegt in einem Styropor- oder Kunststoffträger, der bis unter den Rand reicht und dort bündig abschließt. Die Auflage misst 20 bis 30 Millimeter, aber darunter ist kein Raum für eine Gegenplatte. Die Klemmung hat nichts zu fassen.

Erkennen lässt sich dieser Fall von außen an zwei Merkmalen. Erstens schließt die Schürze unmittelbar unter dem Rand an, ohne einen Absatz zu bilden; zweitens klingt der Bereich unter dem Rand beim Klopfen dumpf statt hohl, weil der Träger dahinter steht. Wer unsicher ist, schiebt ein Lineal unter den Rand: Stößt es nach weniger als einem Zentimeter an, ist der Träger bündig.

Der dritte Fall ist eine gemauerte Wannenschürze mit eingeflister Kante. Hier ist die Randstärke groß — 95 Millimeter sind nicht ungewöhnlich —, aber die Fliese steht 5 bis 10 Millimeter über die Wannenkante vor. Ein Bügel, der über diesen Überstand greifen soll, müsste um genau diesen Betrag weiter öffnen und sitzt dann nicht mehr formschlüssig auf.

Dieser Fall hat eine Besonderheit, die ihn von den anderen dreien unterscheidet: Er ist veränderbar. Eine aufgesetzte Fliesenkante lässt sich abnehmen und durch eine bündige ersetzen, und eine Abdeckleiste lässt sich ganz weglassen. Das ist eine Arbeit von einer Stunde für jemanden, der fliesen kann, und sie macht aus einem ungeeigneten Rand einen geeigneten.

Der vierte Fall betrifft freistehende Wannen neuerer Bauart mit Wulstrand. Die Randstärke von etwa 40 Millimetern passt in jede Spanne, der Wulst von 10 bis 15 Millimetern erzeugt aber eine gewölbte Auflagefläche. Ein Klemmbügel mit ebener Auflage liegt darauf nur auf einer Linie auf, und die Flächenpressung steigt entsprechend. Hier entscheidet die Form der Auflage am Gerät, und die steht in keinem Datenblatt.

Der Überstand, der alles entscheidet

Unter den acht von uns gesichteten Angeboten nennt genau eines diese Bedingung, und es nennt sie im Titelbereich: Die Wanne müsse außen einen glatten Rand haben, der nicht vorsteht. Der Satz ist die nützlichste Angabe, die wir im ganzen Feld gefunden haben, und er steht bei sieben von acht Angeboten nicht.

Gemessen wird der Überstand waagerecht: Ein Lineal auf die Oberkante des Wannenrands legen, senkrecht nach unten peilen und feststellen, wie weit die Kante über die darunterliegende Fläche hinausragt. Bei null Millimetern fällt die Kante senkrecht ab, und die Klemmung kann greifen.

Zwischen 1 und 4 Millimetern wird es eine Frage der Bauart: Klemmungen mit nachgiebigem Polster an der Innenseite kommen damit zurecht, Klemmungen mit starrer Platte nicht. Ab etwa 5 Millimetern entfällt die Bauart. Diese Grenzen sind unsere Einschätzung aus den gesichteten Bauformen und stehen so in keiner Quelle.

Prüfen lässt sich das ohne Gerät mit einem einfachen Versuch. Eine Postkarte senkrecht an die Außenseite des Wannenrands halten, sodass sie oben an der Kante anliegt. Fällt sie glatt an der Wanne entlang, ist der Überstand null. Steht sie oben ab, ist der Abstand zwischen Karte und Wanne genau der Überstand, und er lässt sich mit dem Lineal abgreifen.

Der Überstand entsteht auf drei Wegen, und der dritte wird fast immer übersehen. Erstens durch eine eingeflieste Kante, zweitens durch eine Abdeckleiste aus Kunststoff oder Aluminium, drittens durch die Silikonfuge selbst: Eine schlecht gezogene Fuge mit hochstehender Wulst wirkt wie ein Überstand von 2 bis 3 Millimetern und lässt sich — anders als die anderen beiden — mit einem Fugenmesser beseitigen.

Der freie Raum unter dem Rand

Das dritte Maß ist das, an dem die meisten Klemmgriffe in der Praxis scheitern, und es steht in keiner einzigen Angebotsangabe. Eine Gegenplatte braucht Platz, und zwar in zwei Richtungen: Tiefe unter dem Rand und Höhe unter der Kante.

Die Tiefe entscheidet, wie weit die Platte unter den Rand geschoben werden kann. Je weiter, desto größer ist der wirksame Abstand zwischen Bügel und Platte und desto kleiner die Kraft, die am äußeren Ende entsteht. Bei den gesichteten Geräten liegen die Platten 4 bis 7 Zentimeter unter dem Rand; wer nur 2 Zentimeter frei hat, kann die Klemmung nicht vollständig ansetzen.

Die Höhe entscheidet, ob die Schraube überhaupt gedreht werden kann. Eine Rändelschraube braucht mindestens 3 Zentimeter Raum, um von Hand gefasst zu werden, und sie sitzt bei den meisten Bauarten unter dem Rand. Ein Bad, in dem die Wanne an drei Seiten von Mauerwerk umgeben ist, lässt an der vierten Seite Platz — und nur dort ist die Montage möglich.

Zwei Bauformen umgehen dieses Problem. Bei der einen sitzt die Schraube seitlich am Bügel statt unter dem Rand, bei der anderen wird über eine Exzenterklemmung gespannt, die einen Hebel statt einer Schraube braucht. Beide sind unter den gesichteten Angeboten die Ausnahme; in den Verzeichniseinträgen finden sich Rändelschraube, Feststellschraube und Stellschraube — dreimal dieselbe Grundidee.

Gemessen wird mit der Hand und mit einem Zollstock: Hand unter den Rand, Zollstock waagerecht einschieben, bis er anstößt. Der Wert, bei dem er anstößt, ist die nutzbare Tiefe. Wer nicht unter den Rand greifen kann, weil die Schürze geschlossen ist, hat die Antwort bereits: Für diese Wanne gibt es keinen Klemmgriff.

Damit ist auch gesagt, welche Bauart dann bleibt. Entweder ein Saugnapfgriff an der Wand, sofern die Fläche taugt, oder eine feste Montage, sofern gebohrt werden darf. Was die beiden voneinander unterscheidet, steht in der Entscheidung zwischen Klemmung und Wandmontage.

Drei Messpunkte statt einem

Ein Wannenrand ist kein gleichmäßiges Bauteil. Er kann sich über die Länge um mehrere Millimeter ändern, und zwar aus drei Gründen: durch die Formgebung der Wanne, durch die Bauweise der Schürze und durch die Fliesenarbeit an den Ecken.

Wir messen deshalb an drei Stellen: einmal in der Mitte der Längsseite, einmal etwa 30 Zentimeter vom Fußende und einmal 30 Zentimeter vom Kopfende entfernt. Bei einer Wanne von 170 Zentimetern Länge sind das Messpunkte bei 30, 85 und 140 Zentimetern.

Maßgeblich ist danach nicht der Mittelwert, sondern der Wert an der Stelle, an der der Griff sitzen soll. Und diese Stelle liegt fast nie in der Mitte: Gebraucht wird der Griff dort, wo das Bein über den Rand geht, also im vorderen Drittel auf der Seite, von der aus eingestiegen wird.

Weicht der Wert an der gewünschten Stelle von den anderen ab, ist das ein Befund und kein Messfehler. Eine Wanne mit angeformter Ablage am Kopfende hat dort einen breiteren Rand, und eine Wanne, deren Schürze an einer Seite an die Wand stößt, hat dort keinen freien Raum. Beides ist häufig.

Ein zweiter Grund für drei Messpunkte liegt in der Montage der Wanne. Wannen werden auf verstellbaren Füßen ausgerichtet, und eine Abweichung von 3 Millimetern über 170 Zentimeter Länge ist innerhalb der üblichen Toleranz. Sie fällt im Wasserspiegel nicht auf, verändert aber den Abstand zwischen Wannenkante und Fliesenkante über die Länge — und damit den gemessenen Überstand.

Was die Klemmspannen des Verzeichnisses abdecken

Zum Abgleich haben wir alle zehn Einträge der Produktart für mobile Badewannengriffe ausgelesen. Fünf von ihnen nennen eine Klemmspanne oder eine Wannenstärke; die übrigen fünf nennen keine.

  • 60 bis 125 Millimeter — der breiteste Bereich unter den gelisteten Einträgen
  • 45 bis 90 Millimeter — der einzige, der unter 60 Millimeter hinunterreicht
  • 100 bis 185 Millimeter — der einzige, der über 125 Millimeter hinausreicht
  • 80 bis 170 Millimeter — deckt den oberen Bereich mit ab
  • 75 bis 155 Millimeter — liegt dazwischen

Zusammengenommen decken die fünf Angaben den Bereich von 45 bis 185 Millimetern ab, mit einer Ausnahme, auf die der nächste Abschnitt eingeht. Für die allermeisten Wannenränder gibt es damit ein gelistetes Gerät — vorausgesetzt, die beiden anderen Maße stimmen auch.

Bemerkenswert ist die Verteilung. Drei der fünf Spannen beginnen bei 60 Millimetern oder darüber. Ein Acrylrand mit 25 Millimetern Auflage findet unter den gelisteten Geräten kein einziges, das so weit hinuntergeht — auch der Eintrag mit 45 Millimetern Untergrenze nicht. Die häufigste Randform im deutschen Bad ist in der Produktart am schlechtesten versorgt.

Gegenprobe: Wie viele Wannen hat eine Randstärke unter 45 Millimetern? Freistehende Stahl-Email-Wannen liegen bei 45 bis 60 Millimetern, Acrylwannen mit Bördelrand bei 35 bis 50 Millimetern, Acrylwannen im Träger bei 20 bis 30 Millimetern. Nur die dritte Gruppe fällt ganz heraus — sie ist aber die zahlenmäßig größte in Bädern der letzten vierzig Jahre.

Im Handel sieht es etwas anders aus. Dort finden sich Klemmspannen ab 5 Zentimetern und eine Mindesthöhe von 6 Zentimetern, also 50 und 60 Millimeter. Auch das reicht für einen Acrylrand mit 25 Millimetern nicht. Wer diese Randform hat, kommt an einer anderen Bauart nicht vorbei.

Die Lücke zwischen neunzig und hundert Millimetern

Beim Übereinanderlegen der fünf Spannen fällt eine Lücke auf, die keine sein dürfte. Ein Eintrag fasst bis 90 Millimeter, der nächstgrößere beginnt bei 100 Millimetern. Ein Wannenrand von 95 Millimetern passt in keinen von beiden.

Diese Lücke ist nicht theoretisch. Randstärken zwischen 90 und 100 Millimetern kommen bei gemauerten Wannenschürzen mit aufgesetzter Fliesenkante regelmäßig vor, weil sich die Fliesendicke von 8 bis 10 Millimetern zur Wannenkante addiert. Bei einer Wanne mit 85 Millimetern Randstärke und einer 10 Millimeter starken Fliese oben drauf steht am Ende ein Maß von 95 Millimetern.

Wer in diese Lücke fällt, hat zwei Möglichkeiten. Die erste ist ein Gerät aus dem Handel, dessen Spanne dort hineinreicht — drei der gesichteten Angebote nennen Spannen bis 170 Millimeter und fassen 95 Millimeter ohne Weiteres. Die zweite ist die Frage, ob es an dieser Stelle überhaupt um die Randstärke geht: Eine eingeflieste Kante bringt fast immer einen Überstand mit, und der entscheidet vorher.

Uns ist an dieser Lücke ein zweiter Umstand aufgefallen. Die zehn Einträge rechnen in zwei Einheiten: Vier Angaben stehen in Millimetern, drei in Zentimetern. Die Liste der technischen Daten des Verzeichnisses verlangt die Klemmbreite in Zentimetern. Vier von sieben Einträgen halten sich nicht daran, und beim Vergleich zweier Einträge muss man deshalb im Kopf umrechnen.

Für die eigene Messung heißt das: In Millimetern messen und notieren. Eine Angabe wie 8 bis 17 Zentimeter ist dasselbe wie 80 bis 170 Millimeter, und wer durchgängig in Millimetern rechnet, macht beim Vergleich mit dem eigenen Maß keinen Kommafehler.

Die Höhe über dem Rand und wofür sie zählt

Ein Maß am Gerät gehört in die Messliste, obwohl es nicht am Bad genommen wird: die Höhe, um die der Griff über den Wannenrand hinaufreicht. Die gelisteten Geräte spannen hier von 15,5 bis 38 Zentimetern — Faktor 2,5 innerhalb einer Produktart.

Diese Zahl entscheidet über zwei Dinge. Erstens darüber, in welcher Körperhaltung gefasst wird: Ein Griff, der 38 Zentimeter über den Rand reicht, liegt bei einer üblichen Wannenhöhe von 55 bis 60 Zentimetern etwa auf 95 Zentimetern über dem Fußboden, also etwa auf Höhe der eigenen Hüfte. Ein Griff mit 15,5 Zentimetern liegt bei rund 72 Zentimetern und verlangt, sich zu bücken.

Beide Werte lassen sich gegenrechnen. Eine Wanne mit 57 Zentimetern Oberkante über dem Fußboden und ein Griff mit 30 Zentimetern Bauhöhe ergeben einen Griffmittelpunkt bei 87 Zentimetern. Zum Vergleich: Die Baunorm setzt die Montagehöhe von Haltegriffen im rollstuhlgerechten Bad auf 80 Zentimeter über dem fertigen Fußboden an. Wer diese Höhe treffen will, braucht bei derselben Wanne ein Gerät mit 23 Zentimetern Bauhöhe.

Zweitens entscheidet sie über den Hebel an der Klemmung. Je höher der Angriffspunkt, desto größer das Moment, mit dem die Klemmung arbeiten muss. Die beiden gelisteten Geräte mit der höchsten angegebenen Traglast von 136 und 130 Kilogramm sind genau die mit den niedrigsten Bauhöhen von 15,5 und 16 Zentimetern. Wie das zusammenhängt, steht im Beitrag über die Haltekraft beider Bauarten.

Messen lässt sich das am eigenen Bad nur indirekt, und zwar mit einer einfachen Probe. Neben die Wanne stellen, die Hand dorthin legen, wo sie beim Übersteigen des Rands Halt suchen würde, und den Abstand von der Wannenoberkante bis zur Handmitte messen. Der Wert liegt bei den meisten Menschen zwischen 20 und 35 Zentimetern und ist das brauchbarste Auswahlkriterium, das sich ohne Gerät gewinnen lässt.

Die Einstiegshöhe, das fünfte Maß

Ein Maß gehört dazu, das nicht über die Bauart entscheidet, sondern über die Frage, ob ein Griff überhaupt die richtige Antwort ist: die Höhe, die beim Einstieg überwunden werden muss. Sie wird von der Oberkante des Wannenrands bis zum Fußboden gemessen.

Übliche Einbauwannen liegen bei 55 bis 60 Zentimetern, freistehende Wannen bei 55 bis 65 Zentimetern, und Wannen auf einem gemauerten Podest kommen auf 65 bis 75 Zentimeter. Zum Vergleich: Eine übliche Treppenstufe ist 17 bis 19 Zentimeter hoch, und die Baunorm setzt die Sitzhöhe eines WC im barrierefreien Bad auf 46 bis 48 Zentimeter an.

Der Einstieg in eine Wanne verlangt also, ein Bein um das Zwei- bis Dreifache einer Treppenstufe anzuheben, und zwar im Stehen auf einem Bein, auf nassem Boden und mit einer Drehung im Rumpf. Das ist der Vorgang, den ein Griff absichert, und er ist der Grund, warum die Norm feststellt, dass das Besteigen einer Badewanne oft unmöglich, sehr beschwerlich oder eine Unfallgefahr ist.

Aus dem Maß folgt eine einfache Abschätzung. Wer die Hand bequem auf den Wannenrand legen kann, ohne sich zu strecken, braucht einen Griff, der über den Rand hinausreicht, um überhaupt etwas zu gewinnen. Wer sich dafür schon bücken muss, hat eine Wanne, die im Verhältnis zur eigenen Körpergröße niedrig sitzt — dann ist ein Griff mit 15 bis 20 Zentimetern Bauhöhe passender als einer mit 38.

Dieselbe Abschätzung lässt sich für die Kraft anstellen. Ein Bein über einen Rand von 57 Zentimetern zu heben verlangt, den Körperschwerpunkt für einen Moment allein über einem Fuß zu halten. Die seitliche Kraft, die dabei über die Hand abgefangen wird, liegt erfahrungsgemäß bei 10 bis 25 Prozent des Körpergewichts — bei 75 Kilogramm also zwischen 7,5 und knapp 19 Kilogramm oder 75 bis 190 Newton.

Die Innentiefe der Wanne ist die Gegengröße dazu und wird von der Oberkante bis zum Wannenboden gemessen. Bei 40 Zentimetern Innentiefe und 57 Zentimetern Randhöhe steht der Wannenboden 17 Zentimeter über dem Fußboden; beim Hinsetzen sinkt der Körper also nicht auf Bodenhöhe, sondern auf Stufenhöhe. Das macht das spätere Aufstehen leichter, als es aussieht.

Beide Werte gehören zusammen notiert, weil sie zusammen die Aufgabe beschreiben. Eine Wanne mit 70 Zentimetern Randhöhe und 45 Zentimetern Innentiefe ist eine andere Aufgabe als eine mit 55 und 40 Zentimetern, und kein Griff der Welt gleicht die ersten 15 Zentimeter Unterschied aus.

Die Wandfläche daneben, vermessen

Das vierte Maß gilt der anderen Bauart und ist in zwei Minuten genommen. Gesucht wird das größte fugenfreie Quadrat in der Höhe, in der die Hand greift.

Ein gesichtetes Angebot beziffert die Anforderung: Fliesen ab 10 mal 10 Zentimetern, außerdem Glas, Metall, Stein und Acryl, jeweils glatt und ohne offene Poren. Ein zweites ergänzt, dass die Teller nicht auf Fugen montiert werden können, da sonst Luft eindringt. Zusammen ergibt das eine prüfbare Bedingung.

Gemessen wird so: Die Fliesenkante von Fuge zu Fuge messen, in beiden Richtungen. Bei einem Format von 15 mal 15 Zentimetern ist die Bedingung erfüllt, bei 10 mal 20 Zentimetern ebenfalls, bei 7,5 mal 15 Zentimetern in einer Richtung nicht. Mosaik scheidet grundsätzlich aus, und dasselbe gilt für Fliesenspiegel mit eingelegten Bordüren genau auf Greifhöhe.

Zu beachten ist dabei die Richtung der Verlegung. Ein Format von 20 mal 10 Zentimetern im Verband verlegt hat in der Waagerechten durchgehende Fugen und in der Senkrechten versetzte. Für einen Saugteller zählt aber nicht die Richtung, sondern nur das Rechteck, in dem keine Fuge liegt — und das ist hier 20 mal 10 Zentimeter. Ein Teller von 9 Zentimetern Durchmesser passt hinein, wenn er auf zwei Millimeter genau platziert wird.

Drei weitere Prüfungen gehören dazu und kosten nichts. Mit der flachen Hand über die Fläche fahren: Struktur- und Rustikalfliesen fallen dabei sofort auf. Mit dem Fingernagel über die Oberfläche: Wo sich Farbe löst, sitzt ein Anstrich und keine Glasur. Und mit dem Knöchel klopfen: Ein hohler Klang deutet auf eine Trockenbauwand oder eine Hohllage unter der Fliese hin.

Die Höhe, in der gemessen wird, ergibt sich aus derselben Probe wie oben. Bei einer Wannenoberkante auf 57 Zentimetern und einer Greifhöhe von 30 Zentimetern darüber liegt das Feld bei 87 Zentimetern über dem Fußboden. Genau dort, und nicht in Augenhöhe, wird die Fliese vermessen.

Zwei Höhen sind zu prüfen, wenn beide Bauarten in Frage kommen. Für den Saugteller die Greifhöhe beim Einstieg, für einen zweiten Griff die Höhe beim Aufrichten aus dem Sitzen. Zwischen beiden liegen 15 bis 25 Zentimeter, und in vielen Bädern hat nur eine der beiden Höhen eine geeignete Fläche.

Was die Planungsmaße für das ganze Bad vorgeben

Wer ohnehin plant oder umbaut, sollte die Maße des Griffs nicht isoliert betrachten. Die Baunorm und die zugehörige Richtlinienreihe nennen für das Bad Objektmaße und Bewegungsflächen, und der Griff steht mitten darin.

  • Badewanne: empfohlenes Objektmaß 170 cm Länge, 70 bis 75 cm Tiefe
  • Bewegungsfläche vor der Wanne: 120 × 120 cm nach der Baunorm
  • bei rollstuhlgerechter Ausführung: 150 × 150 cm
  • Bewegungsflächen dürfen sich in Wohnungen überlagern
  • Stützklappgriffe am WC: Oberkante 28 cm über der Sitzhöhe, lichter Abstand 65 bis 70 cm, Punktlast 1 kN am vorderen Ende

Die Bewegungsfläche von 120 mal 120 Zentimetern ist für den Griff insofern erheblich, als ein Griff, der über den Wannenrand nach außen ragt, in sie hineinsteht. Bei den gesichteten Geräten ragen die Bügel 14 bis 25 Zentimeter über den Rand hinaus. Das ist kein Verstoß gegen irgendetwas — Bewegungsflächen dürfen sich in Wohnungen überlagern —, aber es ist ein Maß, das man kennen sollte, bevor die Waschmaschine gegenüber steht.

Die Anforderung an die Wand ist die wichtigere. Wer heute fliest und später vielleicht einen Griff will, sollte im Rohbau eine Traverse setzen. Das kostet im Neubau wenig und später viel, und die Norm verlangt es für barrierefreie Wohnungen ausdrücklich. Wer keinen Neubau hat, muss die Wand prüfen, statt sie vorzubereiten.

Wie sich solche Planungsmaße im Rest der Wohnung fortsetzen, haben wir in einer anderen Rubrik zusammengetragen: Der Beitrag über Türbreiten und Wendekreise in der Wohnung rechnet dieselben Größen für Flur und Durchgang durch.

Wo der Griff hingehört

Die Position ist keine Frage des Geschmacks, sondern folgt aus dem Bewegungsablauf. Beim Einstieg geht ein Bein über den Rand, während das andere trägt; in diesem Moment ist der Körperschwerpunkt außerhalb der Standfläche, und genau dann wird Halt gebraucht.

  1. Seite: die Seite, von der aus eingestiegen wird. Bei den meisten Menschen die Seite der stärkeren Hand.
  2. Längsposition: im vorderen Drittel der Wanne, also dort, wo das Bein übersteigt — nicht in der Mitte.
  3. Höhe bei Klemmgriffen: ergibt sich aus der Bauhöhe des Geräts, 15,5 bis 38 cm über dem Rand.
  4. Höhe bei Wandgriffen: aus der eigenen Greifprobe, meist 85 bis 100 cm über dem Fußboden.
  5. Abstand zur Armatur: mindestens 20 cm, damit weder Hand noch Griff an den Auslauf stoßen.

Ein zweiter Griff an der Wand ist in vielen Bädern sinnvoller als ein größerer am Rand, weil er eine andere Bewegung unterstützt: das Aufrichten aus dem Sitzen. Dafür sitzt er höher und weiter innen, etwa über der Mitte der Wanne. Beide Griffe zusammen decken Einstieg und Aufstehen ab, und sie müssen nicht von derselben Bauart sein.

Für diesen zweiten Griff gilt eine andere Höhe. Beim Aufrichten aus dem Sitzen in der Wanne liegt der Schultergürtel etwa 40 bis 50 Zentimeter über dem Wannenboden, also bei einer Wanne mit 40 Zentimetern Innentiefe knapp unter der Randhöhe. Ein Griff auf 100 bis 110 Zentimetern über dem Fußboden erlaubt dort den Zug nach oben, ohne dass der Arm über die Schulter gestreckt werden muss.

Bei der Wahl der Höhe gilt eine Regel, die aus der Ergonomie stammt und nicht aus einer Norm: Eine Hand kann am meisten Kraft aufbringen, wenn der Ellenbogen leicht gebeugt ist, also bei etwa 90 bis 120 Grad. Ein Griff, den man mit gestrecktem Arm fasst, nimmt weniger Last auf, gleichgültig was auf seinem Datenblatt steht. Dieselbe Überlegung steht hinter der Bestimmung der Stockhöhe.

Werkzeug, Vorgehen, Protokoll

Die ganze Messung braucht vier Dinge, die in jedem Haushalt liegen: einen Zollstock oder ein Maßband, ein Lineal oder eine Wasserwaage als Anschlag, ein Stück steifen Karton und etwas zum Schreiben. Ein Messschieber ist angenehmer, aber nicht nötig.

  1. Wanne trocknen und die Silikonfuge ansehen. Eine hochstehende Fuge vorher beurteilen, damit sie nicht als Überstand mitgemessen wird.
  2. An drei Stellen die Randstärke nehmen: 30, 85 und 140 Zentimeter von einem Ende aus. Werte in Millimetern notieren.
  3. An denselben drei Stellen den Überstand nehmen: Lineal auf die Oberkante, senkrecht nach unten peilen.
  4. An der Einstiegsseite den freien Raum unter dem Rand messen: Tiefe bis zum Anschlag und Höhe unter der Kante.
  5. Greifprobe: Hand dorthin legen, wo beim Übersteigen Halt gesucht wird, Abstand zur Wannenoberkante messen.
  6. Auf dieser Höhe die Fliesenkante messen, in beide Richtungen, und die drei Handproben machen.
  7. Alle Werte zusammen auf ein Blatt. Erst danach Angebote ansehen.

Der letzte Punkt ist der wichtigste und der am häufigsten übersprungene. Wer zuerst Angebote ansieht und danach misst, misst auf ein Gerät hin und findet Gründe, warum es passen könnte. Wer zuerst misst, hat eine Liste von sechs Zahlen, gegen die sich jedes Angebot in dreißig Sekunden prüfen lässt.

Dasselbe gilt für die Reihenfolge innerhalb der Messung. Wer mit der Greifprobe beginnt, legt die Hand dorthin, wo ein Griff schön aussähe, und misst anschließend darauf hin. Wer mit den drei Randmaßen beginnt, hat die Bauart schon weitgehend festgelegt, bevor die Frage nach der Position überhaupt aufkommt.

Die sechs Zahlen lauten: Randstärke an der Einstiegsstelle, Überstand dort, nutzbare Tiefe unter dem Rand, nutzbare Höhe unter der Kante, Greifhöhe über dem Rand und Fliesenformat auf dieser Höhe. Mehr braucht es nicht, und weniger reicht nicht.

Fünf Fehler beim Messen

Beim Nachvollziehen der Angaben sind uns fünf Fehlerquellen begegnet, von denen vier auf eine falsche Bezugskante zurückgehen.

  • Die Silikonfuge mitmessen. Sie gehört weder zur Wanne noch zur Fliese und kann 2 bis 3 Millimeter Überstand vortäuschen.
  • An der Kopfseite messen. Dort ist der Rand bei vielen Wannen breiter, und der Griff kommt woanders hin.
  • Von der Fliesenoberkante statt von der Wannenoberkante messen. Der Unterschied beträgt genau die Fliesendicke, also 8 bis 10 Millimeter.
  • Die Klemmbreite als Breite verstehen. Gemeint ist eine Höhe; wer den Rand waagerecht misst, bekommt einen Wert, der zu keiner Angabe passt.
  • Den freien Raum unter dem Rand gar nicht prüfen. Er ist das einzige der vier Maße, das nicht sichtbar ist, und das häufigste Ausschlusskriterium.

Ein sechster Fall ist kein Messfehler, sondern eine Verwechslung: Manche Angebote geben unter Klemmbreite die Öffnungsweite des Bügels an, also den Abstand zwischen Bügel und Gegenplatte im geöffneten Zustand. Das ist ein größerer Wert als die verwendbare Klemmspanne. Wo eine einzelne Zahl steht statt einer Spanne, ist Vorsicht angebracht.

Die Gegenprobe ist einfach. Eine Klemmspanne wird immer als Bereich angegeben, mit einem unteren und einem oberen Wert: 8 bis 17 Zentimeter, 45 bis 90 Millimeter. Wo dagegen nur maximal 17 Zentimeter steht, fehlt die Untergrenze, und ohne sie ist nicht zu erkennen, ob die Klemmung bei 3 Zentimetern noch greift oder erst bei 8 anfängt.

Und ein siebter Punkt betrifft das Gedächtnis. Wer heute misst und in drei Wochen bestellt, hat die Zahlen nicht mehr im Kopf. Ein Foto des Zollstocks am Rand, mit sichtbarer Skala, ist in diesem Fall mehr wert als jede Notiz — es lässt sich nachprüfen, und es zeigt die Randform gleich mit.

Drei Fotos genügen und decken die ganze Messung ab: eines vom Zollstock an der Randstärke, eines vom Rand im Profil von der Seite, und eines von der Wandfläche mit einem Gegenstand bekannter Größe daneben. Eine Scheckkarte misst 85,6 mal 54 Millimeter und ist als Maßstab im Bild immer brauchbar.

Wenn die Maße nichts ergeben

In zwei Konstellationen führt die Messung zu keinem Gerät, und das ist ein brauchbares Ergebnis, kein Scheitern. Der erste Fall ist die Acrylwanne im geschlossenen Träger: Der Rand hat 25 Millimeter Auflage, darunter ist nichts frei, und keine Klemmspanne erreicht diesen Wert.

Der zweite Fall ist die gemauerte Schürze mit eingeflister Kante und einem Überstand von 8 Millimetern. Hier ist die Randstärke groß genug, aber die Kante sperrt. Beides zusammen kommt in Bädern der siebziger und achtziger Jahre häufig vor, und beides ist ohne Umbau nicht zu ändern.

Ein dritter Fall ist seltener und wird meist zu spät bemerkt: die Wanne, die an drei Seiten von Mauerwerk umschlossen ist. Hier ist nur die Längsseite zugänglich, und wenn ausgerechnet dort eine Abdeckleiste sitzt oder die Armatur im Weg ist, bleibt keine Stelle für die Klemmung. Das Maß, das hier fehlt, ist kein Millimeterwert, sondern die Länge des freien Randabschnitts — mindestens 25 Zentimeter sollten es sein.

Bleibt die Wand. Ist die Fläche für Saugteller geeignet, kommt diese Bauart in Frage — mit den Einschränkungen, die zu ihr gehören. Darf gebohrt werden und trägt der Untergrund, ist eine feste Montage die mechanisch günstigste Lösung, auch wenn sie leistungsrechtlich anders behandelt wird.

Und bleibt auch die Wand nicht, führt der Weg aus der Wanne heraus oder an ihr vorbei. Eine Boden-Deckenstange braucht weder Rand noch Wand, sondern Boden und Decke mit ausreichender Festigkeit; ein Wannenbrett oder ein Wannensitz löst eine andere Aufgabe. Was es dafür gibt, steht im Beitrag über Wannenbrett, Sitz und Stange.

Wer ohnehin vor einem größeren Umbau steht, sollte an dieser Stelle rechnen. Die Norm stellt fest, dass eine Badewanne keinen barrierefreien Duschplatz ersetzt, und sie empfiehlt, das Bad so zu planen, dass zwischen stufenlos begehbarer Dusche und Badewanne gewählt werden kann. Welche Sitzgelegenheit dann in Frage kommt, zeigt der Beitrag über die Höhenverstellung am Duschhocker.

Was dieser Beitrag nicht leistet

Er sagt nicht, ob die eigene Wanne eine bestimmte Klemmung trägt. Die Tragfähigkeit hängt vom Wannenmaterial, von der Lagerung der Wanne und vom Zustand der Befestigung ab. Es gibt dafür keine Norm, keine Prüfvorschrift und keine Herstellerangabe, die den Fall abdeckt.

Er sagt auch nichts über die Wand hinter den Fliesen. Ein Klopftest unterscheidet hohl von massiv und sonst nichts; ob an einer Stelle ein Ständerprofil sitzt, ob eine Traverse eingebaut ist und welcher Dübel passt, klärt nur eine Probebohrung oder ein Bauplan.

Die Grenzwerte zum Überstand — unter 5 Millimeter je nach Bauart, darüber nicht — sind unsere Einschätzung aus den gesichteten Bauformen und stehen in keiner Quelle. Wir kennzeichnen sie als das, was sie sind, und sind für Gegenbelege dankbar.

Und er entscheidet nichts über Erstattung. Ob ein Gerät als Hilfsmittel geführt wird, hängt nicht an seiner Klemmbreite, sondern an Bauart und Montageort. Der Zusammenhang steht im Überblick zu Badewannengriffen; Korrekturen an unseren Angaben sammelt das Verzeichnis der Korrekturen, unsere Arbeitsweise steht unter Redaktion und Methode, die Finanzierung erklärt der Abschnitt wie diese Seite finanziert ist.

Woher die Maße stammen

Die Planungsmaße stammen aus der Baunorm für barrierefreies Bauen in Wohnungen und aus der zugehörigen Richtlinienreihe für Maße von Sanitärobjekten, Bewegungsflächen und Abständen. Daraus stammen 170 Zentimeter Wannenlänge, 70 bis 75 Zentimeter Wannentiefe, 120 mal 120 Zentimeter Bewegungsfläche und 150 mal 150 Zentimeter in rollstuhlgerechter Ausführung.

Aus derselben Norm stammen die Angaben zum Stützklappgriff am WC mit 28 Zentimetern Oberkante über der Sitzhöhe, 65 bis 70 Zentimetern lichtem Abstand und einer Punktlast von 1 Kilonewton am vorderen Ende. Sie sind hier als Vergleichsgröße herangezogen und nicht als Anforderung an Wannengriffe; für den Wannenbereich stellt die Norm nur die Anforderung an die Wand.

Die Klemmspannen und Bauhöhen stammen aus der Produktart für mobile Badewannengriffe, deren zehn Einträge wir am 24. September 2026 vollständig ausgelesen haben. Die Angaben zu Fliesenformaten und Untergründen stammen von zwei Angebotsseiten desselben Tages.

Die vier Randprofile sind typisiert. Sie fassen zusammen, was uns an Wannenbauarten begegnet ist, und sie sind nicht maßstäblich gezeichnet. Die Zahlen an den Profilen sind mittlere Werte, keine Messwerte an einem bestimmten Produkt.

Nicht gemessen haben wir an einem realen Bad, und nicht geprüft haben wir, wie sich die Profile unter Last verhalten. Wer eigene Werte an einer Wanne nimmt und dabei etwas findet, das den hier beschriebenen Fällen widerspricht, kann uns das melden — solche Rückmeldungen sind der schnellste Weg, eine typisierte Darstellung zu verbessern.

Was danach zu entscheiden ist

Liegen die sechs Zahlen vor, fallen die nächsten Entscheidungen schnell. Drei Fragen stehen an, und für jede gibt es hier einen eigenen Beitrag.

Die Bauart

Klemmung, Saugscheibe oder Dübel: Das entscheidet sich an den Maßen, am Untergrund und daran, ob gebohrt werden darf. Die mechanische Seite behandelt der Vergleich der Halteprinzipien, die leistungsrechtliche der Vergleich von mobil und festmontiert.

Der Einbau

Ist die Bauart gewählt, folgt das Ansetzen und die erste Prüfung, und danach eine Routine in festen Abständen. Wie das im Einzelnen abläuft, steht im Beitrag über Anbringen und Nachprüfen im Einzelnen.

Der Rest des Bades

Die Wanne ist eine Station von mehreren. Wer am WC vor derselben Maßfrage steht, findet sie im Beitrag über das Bestimmen der Sitzhöhe am WC beantwortet; den Rahmen dazu spannt der Themenbereich Toilettensitzerhöhungen. Für Höhe und Winkel beim Sitzen gibt es den Beitrag über Höhe und Winkel beim Keilkissen, für den Weg dorthin den Überblick über Rollatoren. Weitere Themen sammelt die Rubrik Sicherheit im Bad.

Zwölf Fragen zum Ausmessen

Welche vier Maße brauche ich vor dem Kauf?
Randstärke, Überstand, freier Raum unter dem Rand und die größte fugenfreie Wandfläche auf Greifhöhe. Die ersten drei entscheiden über Klemmgriffe, das vierte über Saugnapfgriffe.
Was bedeutet die Angabe Klemmbreite?
Sie bezeichnet eine Höhe, keine Breite: den Bereich, in dem sich die Klemmung über das Material des Wannenrands öffnen und wieder schließen lässt. Gemessen wird senkrecht von der Oberkante nach unten.
Wie messe ich die Randstärke richtig?
Senkrecht von der Oberkante des Wannenrands bis zu der Stelle, an der eine Gegenplatte anliegen würde. Nicht von der Fliesenoberkante und nicht über die Silikonfuge hinweg.
An wie vielen Stellen sollte ich messen?
An drei: bei 30, 85 und 140 Zentimetern von einem Ende einer Wanne von 170 Zentimetern Länge. Maßgeblich ist der Wert an der Stelle, an der der Griff sitzen soll.
Welche Klemmspannen sind im Verzeichnis geführt?
Fünf Einträge nennen eine: 45 bis 90, 60 bis 125, 75 bis 155, 80 bis 170 und 100 bis 185 Millimeter. Zusammen decken sie 45 bis 185 Millimeter ab.
Warum passt ein Rand von 95 Millimetern nirgends?
Weil ein gelisteter Eintrag bis 90 Millimeter fasst und der nächstgrößere erst bei 100 Millimetern beginnt. Solche Randstärken entstehen bei gemauerten Schürzen mit aufgesetzter Fliesenkante.
Ab welchem Überstand entfällt die Klemmung?
Nach unserer Einschätzung aus den gesichteten Bauformen ab etwa fünf Millimetern. Zwischen einem und vier Millimetern hängt es davon ab, ob die Klemmung ein nachgiebiges Polster hat.
Warum ist der Raum unter dem Rand wichtig?
Weil die Gegenplatte dort hin muss und die Schraube dort gedreht wird. Die gesichteten Platten liegen 4 bis 7 Zentimeter unter dem Rand; eine Rändelschraube braucht rund 3 Zentimeter Raum.
Passt ein Klemmgriff auf eine Acrylwanne im Träger?
Meist nicht. Die Auflage misst 20 bis 30 Millimeter, und der Träger schließt darunter bündig an. Kein gelisteter Eintrag reicht mit seiner Klemmspanne so weit hinunter.
Welche Fliesengröße braucht ein Saugnapfgriff?
Mindestens 10 mal 10 Zentimeter fugenfrei, so ein gesichtetes Angebot. Gemessen wird in der Höhe, in der die Hand greift, nicht in Augenhöhe.
Was sagt die Baunorm zum Wannenbereich?
Sie verlangt, dass die Wände bauseits so ausgebildet werden, dass Stütz- und Haltegriffe im Bereich von Dusche und Badewanne nachgerüstet werden können. Zum Wannenrand sagt sie nichts.
Welche Bewegungsfläche ist vor der Wanne vorgesehen?
120 mal 120 Zentimeter nach der Baunorm, bei rollstuhlgerechter Ausführung 150 mal 150 Zentimeter. In Wohnungen dürfen sich Bewegungsflächen überlagern.

Quellen

  1. [01]DIN 18040-2, Maße für Bad und WC in barrierefreien Wohnungen, mit Maßtabelle nach VDI 6000-1 · abgerufen am 24.09.2026
  2. [02]GKV-Spitzenverband, Fortschreibung Produktgruppe 04 Bade- und Duschhilfen, 15.10.2025 · abgerufen am 24.09.2026
  3. [03]Hilfsmittelverzeichnis, Produktart 04.40.05.0 Badewannengriffe, mobil · abgerufen am 24.09.2026
  4. [04]§ 139 SGB V, Hilfsmittelverzeichnis, Qualitätssicherung bei Hilfsmitteln · abgerufen am 24.09.2026
  5. [05]§ 33 SGB V, Hilfsmittel · abgerufen am 24.09.2026
  6. [06]DIN EN ISO 17966:2016, Hilfsmittel zur Körperpflege, Anforderungen und Prüfverfahren · abgerufen am 24.09.2026
  7. [07]Aufbau des Hilfsmittelverzeichnisses und Bedeutung der Positionsnummer · abgerufen am 24.09.2026

Änderungen an diesem Beitrag

  1. Erstveröffentlichung. Die Klemmspannen aller Einträge der Produktart 04.40.05.0 übereinandergelegt, die Lücke zwischen 90 und 100 Millimetern dokumentiert und die Planungsmaße der Baunorm für Wanne und Bewegungsfläche gegen die Maße am Wannenrand gestellt.