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Stand der Angaben: 11.09.2026253 Quellenangaben

Wohlbefinden· Keilkissen · Ratgeber

Keilkissen und Raumgewicht: die Zahl, die fast nirgends steht

Das Hilfsmittelverzeichnis verlangt für Lagerungskeile mindestens 45 kg/m³ und die Angabe von Raumgewicht und Stauchhärte. Von sieben Produktseiten nennt eine beide Werte.

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Angaben geprüft

Diese Übersicht beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben — Herstellerangaben, Prüfberichte und Händlerdaten. Es wurde nicht selbst getestet. Wo eine Angabe fehlt, steht das da; sie wird nicht geschätzt. Wie ausgewertet wird, steht in der Methodik.

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Eine Zahl, die fast nirgends steht

Von sieben Produktseiten, die wir für diesen Themenbereich ausgelesen haben, nennt genau eine ein Raumgewicht. Sie schreibt: PU-Formschaum, RG ca. 20 kg/m³, Stauchhärte KBA/3,5 Soft. Das Hilfsmittelverzeichnis verlangt für Lagerungskeile formstabile Schaumstoffe mit einem Raumgewicht von mindestens 45 kg/m³.

Damit liegt die einzige veröffentlichte Zahl im gesamten Feld bei weniger als der Hälfte des Werts, den ein gelistetes Hilfsmittel nachweisen müsste. Das ist der Befund dieses Beitrags, und er hat eine unbequeme zweite Hälfte: Über die sechs anderen Geräte lässt sich an dieser Stelle überhaupt nichts sagen. Sie könnten besser sein, sie könnten schlechter sein. Niemand weiß es, weil niemand es hinschreibt.

Die Zahl ist dabei nicht schwer zu bekommen. Jeder Schaumstoffhersteller kennt sie für jede Charge, weil sie in der Kalkulation steht: Schaumstoff wird nach Volumen verkauft und nach Gewicht eingekauft. Ein Kissenhersteller, der seinen Kern bei einem Zulieferer bestellt, hat das Raumgewicht auf dem Lieferschein. Es kommt nicht auf die Produktseite, weil niemand danach fragt.

Wer also einen Anbieter dafür kritisiert, dass seine Zahl niedrig ist, kritisiert den einzigen, der prüfbar ist. Dieser Beitrag versucht deshalb etwas anderes: Er erklärt, was die beiden Werte messen, woher die Anforderung von fünfundvierzig kommt, wie andere Branchen dieselben Zahlen ausweisen — und was ein Käufer tun kann, wenn auf einer Produktseite keine davon steht.

Für diesen Beitrag gilt deshalb eine Regel, die wir vorab benennen: Ein Gerät kommt hier nicht vor, weil es gut oder schlecht wäre, sondern weil es eine bestimmte Art zeigt, mit der Materialfrage umzugehen. Drei Arten haben wir gefunden — eine Zahl, ein Werkstoffname, eine Härteklasse. Eine vierte, nämlich gar nichts zu sagen, ist die häufigste und lässt sich schlecht in einer Tabelle darstellen.

Nicht ausgewählt haben wir nach Bewertung, nach Verkaufszahlen oder nach Bekanntheit der Marke. Zwei der drei Geräte haben über tausend Stimmen, eines fünfundfünfzig. Für die Frage dieses Beitrags spielt das keine Rolle: Eine Kundenbewertung sagt nichts über ein Raumgewicht, und sie kann es auch gar nicht sagen — niemand schneidet sein Sitzkissen auf, um es zu wiegen.

Ganz unmöglich ist es allerdings nicht. Wer ein vorhandenes Kissen ohnehin aussortiert, kann den Bezug abziehen, den Kern mit einer Küchenwaage wiegen und die drei Kanten messen. Bei einem Keil ergibt die halbe Quadermasse das Volumen, und aus Gewicht durch Volumen wird das Raumgewicht. Der Aufwand lohnt sich nur einmal — dafür weiß man danach, in welchem Bereich sich das eigene bisherige Kissen bewegt hat.

Was Raumgewicht misst — und was nicht

Raumgewicht ist die Masse eines Kubikmeters Schaumstoff, angegeben in Kilogramm pro Kubikmeter und abgekürzt mit RG. Ein Schaum mit RG 20 wiegt zwanzig Kilogramm je Kubikmeter, einer mit RG 80 achtzig. Beide füllen denselben Raum. Der Unterschied liegt darin, wie viel Kunststoff zwischen den Poren steckt und wie viel Luft.

Ein Vergleich macht die Größenordnung greifbar: Wasser hat rund tausend Kilogramm je Kubikmeter, ein Weichschaum mit RG 20 also ein Fünfzigstel davon. Neunundneunzig Prozent des Volumens sind Luft. Bei RG 80 sind es rund zweiundneunzig Prozent. Der Unterschied zwischen einem leichten und einem schweren Schaum spielt sich also in einem sehr schmalen Band des Volumens ab — und wirkt sich trotzdem stark auf das Verhalten aus.

Derselbe Kubikmeter, drei MaterialmengenEin Kubikmeter Schaumstoff, dreimal unterschiedlich schwerDas Punktraster steht für die Materialmenge im gleichen Volumen · Stand 11.09.2026RG ca. 20 kg/m³Sitzkeil im Feldmindestens 45 kg/m³Anforderung80 kg/m³ ± 20Verbundschaum
Eigene Darstellung. Werte aus der Produktseite des Sitzkeils, aus der Untergruppe 20.29.01 und aus dem Datenblatt eines Zuschnittschaumstoffs, Stand 11. September 2026.

Bestimmt wird der Wert nach DIN EN ISO 845, einer Norm mit dem Titel „Schaumstoffe aus Kautschuk und Kunststoffen — Bestimmung der Rohdichte". Das Verfahren ist unspektakulär: Man nimmt einen Probekörper mit bekanntem Volumen, wiegt ihn und teilt. Genau deshalb ist es eine Zahl, die sich ohne großen Aufwand ermitteln lässt — und deren Fehlen sich schwer mit Kosten begründen lässt.

Die Norm stammt in ihrer deutschen Fassung von 2009 und heißt vollständig DIN EN ISO 845:2009-10. Sie gilt für Schaumstoffe aus Kautschuk und Kunststoffen gleichermaßen, also nicht nur für Polyurethan. Das ist der Grund, warum sie in den Datenblättern ganz verschiedener Materialien auftaucht und warum ein Wert nach dieser Norm zwischen Materialien vergleichbar ist.

Was das Raumgewicht sagt: wie viel Material vorhanden ist, und damit indirekt, wie lange ein Schaum seine Form behält. Mehr Substanz bedeutet mehr Stege zwischen den Poren, die sich die Last teilen, und damit langsamere Ermüdung. Was es nicht sagt: wie weich oder hart ein Schaum sich anfühlt. Ein schweres Material kann sehr weich sein, ein leichtes sehr fest.

Der Grund dafür liegt in der Zellstruktur. Ein Schaum kann viel Material enthalten und trotzdem nachgiebig sein, wenn seine Zellwände dünn und die Zellen groß sind. Umgekehrt kann ein leichter Schaum fest wirken, wenn seine Zellen klein und die Stege kurz sind. Dichte und Steifigkeit sind zwei Beschreibungen derselben Struktur aus verschiedenen Blickwinkeln.

Praktisch heißt das: Zwei Kissen, die sich beim Draufdrücken gleich anfühlen, können sehr verschieden lange halten. Das Gefühl in der Hand beantwortet die Frage nach der Stauchhärte ungefähr und die nach dem Raumgewicht gar nicht. Wer im Laden probesitzt, prüft die eine Hälfte der Auskunft und bekommt über die andere keinen Eindruck.

Diese Unterscheidung ist der häufigste Irrtum bei diesem Thema, und er kommt in Werbetexten regelmäßig vor: „hochdichter Schaum für festen Halt" verbindet zwei Eigenschaften, die voneinander unabhängig sind. Für den Halt ist die zweite Zahl zuständig.

Was Stauchhärte misst, und warum das etwas anderes ist

Die Stauchhärte gibt an, welcher Druck nötig ist, um einen Schaumstoff um einen festgelegten Anteil seiner Dicke zusammenzudrücken. Gemessen wird sie nach der Normenreihe ISO 3386, angegeben in Kilopascal. Ein Datenblatt, das „Stauchhärte 40 %" schreibt, meint: gemessen beim Zusammendrücken auf sechzig Prozent der Ausgangsdicke.

Auch dafür gibt es eine zweite, verwandte Größe. Die Eindruckhärte nach DIN EN ISO 2439 misst nicht mit einer Platte über die ganze Fläche, sondern mit einem Stempel — näher an dem, was ein Körper mit einem Kissen tut. Datenblätter führen häufig beide Werte. Auf den gesichteten Produktseiten steht keiner von beiden.

Vier Kilopascal sind ein weicher Schaum, vierzehn ein deutlich festerer. Das ist die Zahl, die entscheidet, ob ein Keil unter einem Körpergewicht seine Höhe behält oder ob er auf die halbe Höhe zusammensackt — und damit auch, ob der Winkel, den man gekauft hat, unter Last noch derselbe ist.

Für einen Keil ist dieser Zusammenhang wichtiger als für ein flaches Kissen, und zwar aus einem geometrischen Grund. Ein flaches Kissen verliert unter Last überall gleich viel Höhe und bleibt flach. Ein Keil wird an der hohen Kante stärker belastet als an der flachen — dort steht mehr Material übereinander, das nachgeben kann. Er verliert also nicht nur Höhe, sondern ändert seine Form.

In der Praxis hängen die Werte lose zusammen: Bei gleicher Rezeptur wird ein Schaum mit höherem Raumgewicht meist auch fester. Über verschiedene Schaumtypen hinweg gilt das nicht. Deshalb nennen Datenblätter beide Werte nebeneinander und nicht einen statt des anderen.

Es gibt einen Sonderfall, in dem die Stauchhärte allein irreführt: Viscoschäume werden weicher, je länger und je wärmer sie belastet werden. Ein Messwert, der bei Raumtemperatur in wenigen Sekunden ermittelt wird, beschreibt dann nicht, wie sich das Material nach zwanzig Minuten unter Körperwärme verhält. Genau das ist die Eigenschaft, mit der Memory-Schäume beworben werden.

Für ein Keilkissen ist diese Eigenschaft zweischneidig. Ein Material, das sich der Körperform anpasst, verteilt den Druck besser als ein starres. Zugleich gibt es unter der wärmsten und am stärksten belasteten Stelle am meisten nach — und das ist bei einem Keil nicht die Mitte, sondern die Kante, an der das meiste Material übereinandersteht. Wer eine Schräge sucht, die über Stunden gleich bleibt, sucht deshalb eher einen festen als einen anpassungsfähigen Schaum.

Die Anforderung im Wortlaut: mindestens 45 Kilogramm

Die Untergruppe 20.29.01 „Lagerungskeile" führt unter den besonderen Qualitätsanforderungen fünf Punkte auf. Der erste lautet wörtlich: „Formstabile Schaumstoffe, Raumgewicht min. 45 kg/m³." Es ist der einzige Punkt der ganzen Untergruppe mit einer Zahl und einer Einheit für das Material selbst.

Bemerkenswert ist die Reihenfolge innerhalb des Satzes. Erst steht die Eigenschaft — formstabile Schaumstoffe —, dann die Zahl, die sie belegen soll. Das Verzeichnis behandelt das Raumgewicht also nicht als eigenständige Anforderung, sondern als Nachweis für die Formstabilität. Genau diese Verknüpfung fehlt, wenn auf einer Produktseite nur das Wort steht.

Dazu kommt eine zweite Stelle. Unter den Anforderungen an die Produktinformationen steht: „Angabe des Raumgewichtes und der Stauchhärte des verwendeten Schaumstoffes." Das Verzeichnis verlangt also nicht nur einen Mindestwert, sondern ausdrücklich, dass beide Werte veröffentlicht werden. Für gelistete Produkte ist das Fehlen der Angabe selbst ein Mangel.

In der öffentlich einsehbaren Produktliste stehen die Werte allerdings nicht. Die Einträge der Untergruppe nennen Hersteller, Artikelnummern, Maße und den Hinweis auf einen Bezug — ein Raumgewicht steht bei keinem der sieben lieferbaren Einträge. Die Angabe wird also im Aufnahmeverfahren verlangt, aber nicht im Verzeichniseintrag veröffentlicht.

Beide Sätze gelten für alle vier Höhenklassen gleichermaßen — die Anforderungstexte der Produktarten sind untereinander wortgleich. Ein Keil von neun Zentimetern und einer von fünfunddreißig müssen dasselbe Raumgewicht nachweisen. Wie diese Höhenklassen aufgebaut sind und warum drei von vier leer stehen, steht im Vergleich von Zentimeter und Grad.

Was in den Anforderungen nicht steht, ist eine Prüfnorm. Das Verzeichnis nennt die Zahl, aber nicht das Verfahren, nach dem sie zu ermitteln wäre. In der Praxis ist das DIN EN ISO 845, weil es keine andere gebräuchliche Methode gibt — aber der Text sagt es nicht.

Dieselbe Forderung bei den Sitzkissen

Lagerungskeile sind nicht die einzige Produktart, für die das Verzeichnis diese beiden Werte verlangt. Bei den Weichlagerungssitzkissen der Untergruppe 11.39.01 steht dieselbe Forderung, und zwar für alle vier dortigen Produktarten: „Raumgewicht für die verwendeten Schaumstoffe" und „Stauchhärte für die verwendeten Schaumstoffe".

Die Liste der geforderten Produktinformationen ist dort noch länger. Sie verlangt zusätzlich Wirkprinzip, Artikelnummer, Größe des Sitzkissens, Sitzkissengewicht, Material von Kissen und Bezug, Bezeichnung des Bezugs, Lieferumfang, Angaben zu Wiedereinsatz und Wartungen — und ein Patientengewicht als Minimum und als Maximum.

Der Vergleich ist deshalb aufschlussreich, weil er zeigt, dass die beiden Schaumstoffwerte keine Besonderheit der Lagerungskeile sind. Überall dort, wo im Verzeichnis ein Schaumstoffkörper unter einem Menschen liegt, werden Raumgewicht und Stauchhärte verlangt. Sie sind das Standardmaß dieser Warengruppe.

Eine Besonderheit hat die Sitzkissen-Untergruppe allerdings, die den Keilen fehlt: Sie verlangt, dass der Bezug an der Unterseite eine rutschhemmende Beschichtung besitzt. Für ein Kissen, das auf einem Stuhl liegt, ist das die naheliegende Anforderung — und im Handel nennen sie zwei der drei hier geführten Sitzkeile.

Woher die Angaben zu diesen drei Geräten stammen

Die drei Geräte in diesem Beitrag haben wir am 11. September 2026 im Browser aufgerufen und jede Angabe aus der Produktseite übernommen. Ausgewählt sind sie nach einem einzigen Kriterium: Sie zeigen drei verschiedene Arten, mit der Materialfrage umzugehen — eine Zahl, ein Werkstoffname, eine Härteklasse.

Wir haben keinen Schaumstoff gewogen, keine Probe geschnitten und keinen Wert nachgemessen. Wo in diesem Beitrag ein Zahlenwert steht, stammt er entweder von einer Produktseite, aus dem Verzeichnis oder aus einem veröffentlichten Werkstoffdatenblatt. Wie wir dabei vorgehen und welche Quellen wir in welcher Reihenfolge heranziehen, steht auf der Seite zu unserem Vorgehen bei Vergleichen.

Das eine Gerät mit Zahlen

Ein Sitzkeil aus dem unteren Preissegment ist das einzige Gerät im gesamten gesichteten Feld, das beide Werte nennt. Es tut das im zweiten von fünf Merkmalen, zwischen zwei Werbeformulierungen, und ohne besonderen Aufhebens.

Das ist der erste bemerkenswerte Punkt: Die Zahl steht nicht als Auszeichnung da, sondern als technische Nebenangabe zwischen Sätzen über Sitzkomfort und lange Autofahrten. Wer sie finden will, muss die Merkmalsliste lesen; im Datenfeld unter „Füllmaterial" steht nur „Polyurethan (PU)".

Mit 3.708 Stimmen hat dieses Gerät zugleich die breiteste Bewertungsbasis aller sieben gesichteten Produkte. Das sagt über die Materialqualität nichts, zeigt aber, dass eine offengelegte Zahl im unteren Bereich den Absatz offensichtlich nicht behindert. Die verbreitete Annahme, Transparenz über schwache Werte koste Kunden, findet in diesem einen Fall jedenfalls keine Bestätigung.

Angaben der Produktseite, Stand 11.09.2026. Fehlende Werte bleiben als Zeile stehen.
Schaumtyp laut SeitePU-Formschaum
Raumgewichtca. 20 kg/m³
StauchhärteKBA/3,5 Soft
Härtegradeeine Ausführung
Reinigung des Kernslaut Produktseite nicht waschbar
Bezugsmaterial90 % Polyester, 10 % Viskose, atmungsaktiv
Bezugswäsche40 Grad, Trockner bei niedriger Temperatur
Rutschhemmende Unterseitekeine Angabe
Prüfzeichenkeines genannt

Rund zwanzig Kilogramm pro Kubikmeter sind für einen Polyurethan-Weichschaum kein ungewöhnlicher Wert — es ist ein Wert im unteren Bereich dessen, was der Zuschnitthandel führt. Für ein Sitzkissen, das täglich mehrere Stunden belastet wird, ist er wenig. Für ein gelistetes Hilfsmittel wäre er zu wenig.

Die Einordnung lässt sich an einem Vergleich festmachen, den jeder nachvollziehen kann. Ein Zuschnittschaumstoff, wie ihn Baumärkte als Standardware führen, liegt bei rund sechsundzwanzig Kilogramm pro Kubikmeter. Der hier genannte Wert liegt darunter. Er beschreibt damit ein Material, das leichter ist als das, was im Regal als Polsterschaum verkauft wird.

Die Stauchhärteangabe desselben Geräts lautet „KBA/3,5 Soft". Das ist die branchenübliche Kurzform aus Schaumtyp und Zahlenwert, wie sie im Zuschnitthandel verwendet wird. Der Zusatz „Soft" ordnet den Schaum in die weiche Hälfte ein. Eine Normangabe steht nicht daneben.

Auffällig ist die Wahl des Formats. „KBA/3,5 Soft" ist eine Bezeichnung aus dem Schaumstoffhandel und setzt voraus, dass der Leser sie kennt. Ein Kilopascalwert mit Norm wäre für einen Fachkäufer gleichwertig und für alle anderen verständlicher. Der Anbieter hat hier also die Sprache seines Zulieferers übernommen, statt sie zu übersetzen — was erklärt, warum die Angabe überhaupt da ist.

Dasselbe Datenblatt enthält noch einen Satz, den sonst niemand schreibt: Der Schaumkern ist laut Produktseite nicht waschbar. Das Verzeichnis verlangt für gelistete Keile ausdrücklich eine Reinigungsmöglichkeit des Schaumstoffs bei dreißig Grad. Auch hier gilt: Der Anbieter nennt eine Eigenschaft, die andere verschweigen.

Zusammengenommen ergibt sich ein Bild, das sich schwer in gut oder schlecht auflösen lässt. Drei Angaben dieser Seite — Raumgewicht, Stauchhärte, Nichtwaschbarkeit des Kerns — würden einem gelisteten Hilfsmittel Schwierigkeiten machen. Genau diese drei Angaben machen die Seite aber zur einzigen im Feld, auf der sich überhaupt etwas prüfen lässt. Transparenz sieht selten aus wie ein Verkaufsargument.

Man kann daraus eine allgemeine Beobachtung ableiten, die über dieses Feld hinausreicht. Wer Zahlen veröffentlicht, macht sich angreifbar, und wer keine veröffentlicht, bleibt unangreifbar. Solange Käufer nicht nach Zahlen fragen, ist Schweigen die günstigere Strategie. Das ändert sich erst, wenn die Angabe erwartet wird — so wie bei Matratzen, wo Raumgewicht und Stauchhärte seit Jahren selbstverständlich im Datenblatt stehen.

Der Werkstoff ohne Zahl

Das zweite Gerät nennt keinen Zahlenwert, aber einen Werkstoff — und dieser Werkstoff sagt mehr als der Name „Schaumstoff" allein.

Das Datenfeld dieses Geräts führt unter „Besonderes Merkmal" drei Stichworte: genoppt und gerippt, Verbundschaum, mit Antirutschgewebe. Zwei davon sind Formbeschreibungen, eines ist eine Werkstoffklasse. Damit steht hier mehr als die übliche Angabe „Schaumstoff", und genau das macht den Unterschied.

Angaben der Produktseite, Stand 11.09.2026.
Schaumtyp laut SeiteVerbundschaum
Raumgewichtkeine Angabe
Stauchhärtekeine Angabe
Härtegradeeine Ausführung
Reinigung des Kernskeine Angabe
Bezugsmaterial60 % Baumwolle, 40 % Polyester, atmungsaktiv
Bezugswäschewaschbar, ohne Temperaturangabe
Rutschhemmende UnterseiteAntirutschgewebe auf der Rückseite
Prüfzeichenkeines genannt

Verbundschaum entsteht, indem Schaumstoffflocken unter Druck mit einem Bindemittel zusammengepresst werden. Er ist damit ein Recyclingprodukt und hat eine Eigenschaft, die für diese Frage entscheidend ist: Er erreicht deutlich höhere Raumgewichte als frisch geschäumtes Material. Datenblätter aus dem Zuschnitthandel nennen für Polyurethan-Verbundschaum Werte um achtzig Kilogramm pro Kubikmeter.

Der Grund für diese hohen Werte liegt im Herstellungsverfahren. Beim Verpressen von Flocken bleibt weniger Luft zwischen dem Material, als beim Aufschäumen entsteht. Verbundschaum ist deshalb das Material, aus dem Turnhallenmatten, Sitzkissen in öffentlichen Gebäuden und Polsterunterbauten bestehen — überall dort, wo es auf Formhaltigkeit über Jahre ankommt und nicht auf ein weiches Gefühl.

Wenn der hier verbaute Verbundschaum in dieser Größenordnung liegt, läge er über der Anforderung des Verzeichnisses — deutlich über ihr. Das ist allerdings eine Ableitung aus der Werkstoffklasse und keine Angabe des Anbieters. Verbundschaum gibt es auch leichter, und ohne eine Zahl auf der Produktseite bleibt es bei der Vermutung.

Es gibt einen einfachen Test, der die Vermutung stützen oder entkräften könnte, und er braucht nur eine Küchenwaage: Gewicht des Kissens durch sein Volumen. Bei einer Grundfläche von siebenunddreißig mal dreiunddreißigeinhalb Zentimetern und einer mittleren Höhe von viereinhalb Zentimetern ergibt sich ein Volumen von rund 5,6 Litern. Ein Kissen dieses Volumens mit Verbundschaum von achtzig Kilogramm pro Kubikmeter wöge rund 450 Gramm, eines mit zwanzig rund 110. Der Unterschied ist mit jeder Haushaltswaage messbar — die Produktseite nennt allerdings kein Gewicht.

Dieses Gerät ist damit das interessanteste des Beitrags. Es trägt das Wort „formstabil" im Titel, es nennt einen Werkstoff, der die Zusage plausibel macht, und es bleibt trotzdem unprüfbar. Eine Zahl im Datenfeld hätte den Unterschied gemacht — und zwar zugunsten des Anbieters.

Dieser Fall ist im Feld kein Einzelfall, sondern die Regel. Sechs von sieben Geräten könnten mit einer einzigen zusätzlichen Zeile im Datenfeld aus dem Bereich der Zusagen in den Bereich der Nachweise wechseln. Dass es keiner tut, liegt nicht daran, dass die Zahl fehlt — sie steht auf dem Lieferschein des Schaums —, sondern daran, dass sie im Verkauf nichts zu bewirken scheint.

Drei Härtegrade statt einer Härte

Das dritte Gerät geht einen dritten Weg. Es nennt weder Raumgewicht noch Stauchhärte, bietet aber drei Härtegrade an — und beschriftet sie mit Körpergewichtsspannen.

Angaben der Produktseite, Stand 11.09.2026.
Schaumtyp laut SeiteMemory Foam, auf der Seite als BSAF-Schaum bezeichnet
Raumgewichtkeine Angabe, „hochdichter“ Schaum laut Merkmal
Stauchhärtekeine Angabe
Härtegradedrei, beschriftet mit Körpergewichtsspannen, hier Medium 60–80 kg
Reinigung des Kernskeine Angabe
Bezugsmaterialkeine Angabe
Bezugswäschemaschinenwaschbar, ohne Temperaturangabe
Rutschhemmende Unterseiterutschfeste Unterseite laut Merkmal
Prüfzeichenkeines genannt

Die Größenangabe im Datenfeld lautet nicht „Medium", sondern „Medium (60-80 kg)". Das ist bemerkenswert, weil es der Sache nach eine Stauchhärteangabe ist, nur in einer anderen Währung: Statt zu sagen, welcher Druck den Schaum um vierzig Prozent zusammendrückt, sagt der Anbieter, für welches Körpergewicht die Variante gedacht ist.

Die Übersetzung ist dabei nicht willkürlich. Wie stark ein Schaum unter einem Menschen nachgibt, hängt an drei Größen: der Stauchhärte des Materials, der Auflagefläche und dem Gewicht, das darauf wirkt. Wer zwei davon festhält — Fläche und gewünschte Resthöhe —, kann aus dem Gewicht auf die nötige Härte schließen. Genau das tut ein Anbieter, der drei Härtegrade nach Gewichtsspannen anbietet.

Bemerkenswert ist, wie nah diese Logik an einer Anforderung des Verzeichnisses liegt und wie weit sie zugleich davon entfernt ist. Das Verzeichnis verlangt für Sitzkissen ein Patientengewicht als Minimum und als Maximum — also ebenfalls eine Spanne, aber als Belastungsgrenze und damit als Sicherheitsangabe. Eine Komfortempfehlung sieht gleich aus und bedeutet etwas anderes: Sie sagt nicht, ab wann ein Kissen überlastet ist.

Für den Käufer ist das im Alltag brauchbarer als ein Kilopascalwert. Für einen Vergleich zwischen zwei Anbietern ist es unbrauchbar, weil jeder Hersteller seine Spannen selbst festlegt und niemand sagt, auf welcher Messung sie beruhen. Zwei Kissen, beide mit „Medium" beschriftet, können verschieden fest sein.

Hinzu kommt ein zweites Problem: Die Spannen überlappen zwischen Anbietern nicht deckungsgleich. Wer bei achtzig Kilogramm liegt, trifft bei einem Hersteller die obere Kante von Medium und beim nächsten die untere von Firm. Ohne eine Messgröße dahinter lässt sich nicht entscheiden, welche der beiden Varianten dem entspricht, was man bisher hatte.

Interessant ist die Nähe zu einer Anforderung des Verzeichnisses. Für Sitzkissen verlangt es ein Patientengewicht als Minimum und als Maximum — also genau eine solche Spanne. Der Unterschied ist, dass es dort eine Belastungsgrenze bezeichnet und hier eine Komfortempfehlung. Dieselbe Zahlenform, zwei verschiedene Aussagen.

Für die Auswahl bleibt die Härteklasse trotzdem die brauchbarste der drei Angaben in diesem Beitrag. Sie sagt wenigstens etwas über das Verhalten unter Last, und sie ist die einzige, die ein Käufer ohne Umrechnung auf sich selbst beziehen kann. Nur vergleichen lässt sie sich eben nicht.

Zwei Datenblätter aus dem Baumarkt

Dass diese Werte veröffentlicht werden können, zeigt eine Branche, die direkt nebenan liegt: der Zuschnitthandel für Schaumstoffe. Wer sich dort ein Stück Schaum für ein Polster zuschneiden lässt, bekommt ein Datenblatt mit Kennwerten und Prüfnormen.

Das ist keine Besonderheit einzelner Anbieter, sondern in dieser Branche üblich. Der Grund ist praktisch: Wer Schaumstoff als Meterware kauft, muss vorher wissen, wie fest er ist, weil er ihn nicht anfassen kann. Bei einem fertigen Kissen entfällt dieser Zwang — und mit ihm offenbar die Angabe.

  • Ein Polyurethan-Weichschaum. Raumgewicht 26 kg/m³ ± 2,6, Stauchhärte 4 kPa ± 0,5. Genannte Normen: DIN EN ISO 845 für die Rohdichte, DIN EN ISO 3386 für die Stauchhärte, dazu DIN EN ISO 2439 für die Eindruckhärte, DIN EN ISO 1798 für Zugfestigkeit und Bruchdehnung, DIN 53512 für die Rückprallelastizität und DIN EN ISO 1856 für den Druckverformungsrest.
  • Ein Polyurethan-Verbundschaum. Raumgewicht 80 kg/m³ ± 20, Stauchhärte 14 kPa ± 5, gemessen bei 40 Prozent. Genannte Normen: DIN EN ISO 845, DIN EN ISO 3386, dazu MVSS 302 für die Brennrate und OEKO-TEX Standard 100.

Zwei Dinge fallen an diesen Blättern auf. Erstens die Spannweite: Zwischen den beiden Materialien liegt der Faktor drei im Raumgewicht und der Faktor dreieinhalb in der Stauchhärte. Wer „Schaumstoff" auf einer Produktseite liest, weiß also nicht einmal die Größenordnung.

Ein dritter Unterschied steht ebenfalls in den Blättern und wird selten beachtet: die Liste der genannten Normen. Der Weichschaum führt sechs, der Verbundschaum vier. Jede davon steht für eine Eigenschaft, die jemand für wichtig genug hielt, sie zu messen — Zugfestigkeit, Bruchdehnung, Rückprallelastizität, Druckverformungsrest, Brennrate. Für ein Kissen, auf dem täglich ein Mensch sitzt, wären mindestens zwei davon auch interessant.

Zweitens die Selbstverständlichkeit. Beide Blätter nennen Werte, Toleranzen und die Normen, nach denen gemessen wurde. Das ist kein Aufwand, der einem Kissenhersteller nicht zuzumuten wäre — es ist dieselbe Information, die sein Schaumlieferant ihm ohnehin mitliefert.

Der Weichschaum mit 26 Kilogramm liegt dabei unter der Anforderung des Verzeichnisses, der Verbundschaum mit 80 deutlich darüber. Die Grenze von fünfundvierzig läuft also mitten durch das, was im Handel als Schaumstoff verkauft wird. Sie ist kein willkürlicher Wert, sondern eine Linie, die einen Teil des Marktes ausschließt.

Warum die Grenze bei fünfundvierzig und nicht bei vierzig oder fünfzig liegt, begründet das Verzeichnis nicht. Der Text nennt die Zahl und sonst nichts. Aus dem Materialbereich lässt sich immerhin sagen, dass fünfundvierzig ungefähr dort liegt, wo Standard-Weichschaum endet und die festeren Qualitäten beginnen — die Grenze trennt also Polsterware von Ware, die tragen soll.

Wo genau sie verläuft, lässt sich mit den beiden Blättern einkreisen. Ein Standard-Weichschaum liegt darunter, ein Verbundschaum darüber. Dazwischen liegen die festeren Weich- und die Kaltschäume, und genau in diesem Bereich müsste ein Material liegen, das die Anforderung knapp erfüllt. Ein Lagerungskeil ist damit kein Kissen aus Standardware.

Diese Einordnung erklärt auch, warum der Preisabstand zwischen gelisteten Hilfsmitteln und Handelsware größer ist, als die äußere Ähnlichkeit vermuten ließe. Ein dichterer Schaum kostet mehr Material je Liter, und ein Keil mittlerer Größe enthält mehrere Liter davon. Zahlen dazu nennen wir nicht — der Zusammenhang zwischen Dichte und Materialeinsatz ist aber der einzige Teil dieser Rechnung, der sich ohne Preisliste nachvollziehen lässt.

Was die Toleranzen bedeuten

Beide Datenblätter geben ihre Werte mit einer Toleranz an, und bei einem von ihnen ist sie beachtlich: 80 kg/m³ ± 20 heißt, dass derselbe Schaumtyp zwischen sechzig und hundert liegen darf. Das Blatt sagt dazu ausdrücklich, es handele sich um Richtwerte, die aufgrund der Rohstoffbasis naturgemäß größeren Schwankungen unterliegen.

Das ist ehrlich und für Verbundschaum plausibel: Ein Material aus gepressten Restflocken schwankt stärker als ein frisch geschäumter Block. Für die Bewertung einer Angabe heißt es aber auch, dass eine einzelne Zahl ohne Toleranz weniger präzise ist, als sie wirkt.

Die Anforderung des Verzeichnisses ist gegen dieses Problem gebaut. Sie nennt keinen Zielwert, sondern ein Minimum: mindestens fünfundvierzig. Wer mit Toleranz arbeitet, muss seinen Nennwert entsprechend höher ansetzen, damit auch die untere Grenze noch darüber liegt. Ein Mindestwert ist deshalb die robustere Formulierung.

Umgekehrt zeigt die Toleranz auch, warum eine einzelne Messung an einem gekauften Kissen wenig beweisen würde. Läge ein nachgewogener Wert fünf Prozent unter der Angabe, wäre das bei einer Toleranz von fünfundzwanzig Prozent kein Widerspruch. Für eine belastbare Aussage bräuchte es mehrere Proben aus mehreren Chargen — und damit genau das Verfahren, das ein Hersteller ohnehin fährt.

Für den Käufer folgt daraus eine schlichte Leseregel: Eine Angabe mit Toleranz ist mehr wert als eine ohne, auch wenn sie unschärfer aussieht. Sie sagt, dass jemand gemessen hat und weiß, wie stark seine Werte streuen.

Die Wörter, die die Zahlen ersetzen

Wo Zahlen fehlen, stehen Wörter. In den sieben gesichteten Produktbeschreibungen tauchen dieselben Formulierungen immer wieder auf, und sie lassen sich in drei Gruppen sortieren.

Wörter, die im Verzeichnis mit Zahl vorkommen

„Formstabil" steht in den Anforderungen — dort allerdings als „Formstabile Schaumstoffe, Raumgewicht min. 45 kg/m³". Das Wort trägt die Zahl mit sich. Auf einer Produktseite steht es allein und wird damit zu einer Zusage, die nichts belegt. Dasselbe gilt für „atmungsaktiv", das im Verzeichnis als fünfter Anforderungspunkt vorkommt — dort allerdings ebenfalls ohne Zahl.

„Druckentlastend" ist der dritte Fall dieser Gruppe. Im Verzeichnis kommt Druckentlastung bei den Sitzkissen der Produktgruppe 11 vor, und dort steht daneben, wie sie nachzuweisen ist: durch medizinische Bewertungen, die Mikroklima, Druckverteilung, Scherkraftminderung und Positionierung berücksichtigen. Auf einer Produktseite steht das Wort ohne all das.

Wörter, die eine Messung suggerieren

„Hochdicht", „hohe Dichte", „Premium-Schaum", „stabiler Schaumstoff", „hochwertiger Qualitätsschaum". Alle fünf beschreiben eine Eigenschaft, die sich messen ließe, und keine nennt den Messwert. „Hochdicht" ist dabei die interessanteste Formulierung, weil sie genau die Größe benennt, um die es geht — und sie als Adjektiv statt als Zahl führt.

Wörter, die etwas anderes messen

„Memory Foam" und „Viscoschaum" bezeichnen eine Materialklasse mit verzögerter Rückstellung. Sie sagen etwas über das Verhalten, nichts über die Dichte. Viscoschäume gibt es von leicht bis schwer, und ihre typische Eigenschaft — das langsame Zurückgehen in die Ausgangsform — ist unabhängig vom Raumgewicht.

Zwei weitere Begriffe gehören in diese Gruppe. „Kaltschaum" bezeichnet ein Herstellungsverfahren und steht für offenzelliges, meist punktelastisches Material; „Formschaum" bezeichnet einen Schaum, der in einer Form gegossen statt aus einem Block geschnitten wird. Beide sagen etwas über die Herstellung und nichts über die Dichte.

Keines dieser Wörter ist falsch. Sie sind nur nicht nachprüfbar, und das ist bei einer Kaufentscheidung der Unterschied, auf den es ankommt. Wie sich Zusage und Nachweis bei einem anderen Hilfsmittel auseinanderhalten lassen, zeigt der Beitrag über Prüfzeichen und ihre Belegbarkeit.

Was ein niedriges Raumgewicht im Alltag heißt

Ein Schaum mit geringer Dichte hat weniger Material, das die Last trägt. Die Stege zwischen den Poren werden stärker beansprucht, ermüden schneller und kehren irgendwann nicht mehr vollständig in ihre Ausgangsform zurück. Das Ergebnis ist eine Kuhle an der Stelle, an der man sitzt oder liegt.

Für diesen Vorgang gibt es einen eigenen Messwert. Der Druckverformungsrest beschreibt, wie viel Höhe ein Schaum nach einer festgelegten Belastungsdauer dauerhaft verloren hat, und wird nach DIN EN ISO 1856 bestimmt. Er steht in den Datenblättern des Zuschnitthandels — im Feld der Keilkissen fanden wir ihn kein einziges Mal.

Was sich stattdessen beobachten lässt, ist der Verlauf im eigenen Haushalt. Wer die Höhe eines neuen Kissens einmal notiert und nach sechs Monaten an derselben Stelle nachmisst, hat eine eigene Messreihe von zwei Punkten. Das ist keine Prüfung nach Norm, aber es beantwortet die Frage, um die es geht: Verliert dieses Kissen messbar Höhe, oder bleibt es, wie es war? Zwei Zahlen und ein Datum reichen dafür aus.

Bei einem Keilkissen hat das eine Folge, die bei einem gewöhnlichen Kissen nicht auftritt: Der Winkel ändert sich. Sackt ein Sitzkeil von acht Zentimetern hinten um zwei Zentimeter ein, während die Vorderkante bei zwei Zentimetern bleibt, verringert sich die Steigung von rund neun auf rund sechs Grad. Die Form, die man gekauft hat, ist dann eine andere.

Dasselbe gilt im Bett, nur mit anderen Zahlen. Ein Bettkeil von fünfzehn Zentimetern Höhe auf neunzig Zentimetern Länge hat rund neuneinhalb Grad. Verliert er unter dem Oberkörper drei Zentimeter, sind es noch rund siebeneinhalb. Das klingt nach wenig und ist es auch — entscheidend ist, dass sich der Wert über Monate weiter verschiebt, ohne dass jemand den Punkt bemerkt, an dem es zu viel wird.

Wie stark und wie schnell das passiert, lässt sich ohne die Stauchhärte und ohne eine Angabe zum Druckverformungsrest nicht beziffern. Wir nennen hier deshalb keine Zeitspanne. Was sich sagen lässt: Die Größe, die dafür zuständig ist, heißt Druckverformungsrest, sie wird nach DIN EN ISO 1856 bestimmt, und sie steht auf keiner einzigen der gesichteten Produktseiten.

Auch das Verzeichnis hilft hier nicht weiter. Der Abschnitt zu den Qualitätsanforderungen hinsichtlich der Nutzungsdauer ist für Lagerungskeile nicht besetzt. Es gibt also weder eine geforderte Haltbarkeit noch ein Verfahren, sie nachzuweisen — nur das Raumgewicht als indirekten Anhaltspunkt.

Neun Fragen an ein Datenblatt

Die folgenden neun Fragen richten sich an eine Produktseite, nicht an einen Menschen. Sie klären, ob sich aus den vorhandenen Angaben überhaupt etwas über das Material ablesen lässt.

Neun Punkte, die sich auf jeder Produktseite prüfen lassen

  • Steht ein Raumgewicht in kg/m³?Von sieben gesichteten Seiten stand es auf einer. Steht es da, ist der Rest dieser Liste einfacher.
  • Steht eine Stauchhärte in kPa?Auch hier: eine von sieben. Ein Buchstabenkürzel wie „Soft" ist eine Einordnung, kein Messwert.
  • Wird eine Prüfnorm genannt?DIN EN ISO 845 für die Rohdichte, ISO 3386 für die Stauchhärte. Auf keiner der sieben Seiten stand eine davon.
  • Steht eine Toleranz dabei?Ein Wert mit Toleranz zeigt, dass gemessen wurde und die Streuung bekannt ist.
  • Wird der Schaumtyp benannt?Weichschaum, Kaltschaum, Verbundschaum und Viscoschaum liegen in ganz verschiedenen Dichtebereichen. „Schaumstoff" allein sagt nichts.
  • Steht eine Angabe zur Reinigung des Kerns?Das Verzeichnis verlangt für gelistete Keile eine Reinigungsmöglichkeit bei 30 Grad. Ein Anbieter im Feld schreibt ausdrücklich, dass der Kern nicht waschbar ist.
  • Gibt es eine Gewichtsangabe für das Kissen selbst?Kissengewicht und Volumen ergeben zusammen ein ungefähres Raumgewicht — eine Notrechnung, wenn die Zahl fehlt.
  • Steht eine Grenze für das Körpergewicht?Für Sitzkissen verlangt das Verzeichnis ein Minimum und ein Maximum. Im Handel fanden wir nur Komfortspannen.
  • Sind die Angaben datiert?Produktseiten ändern sich ohne Ankündigung. Ein Bildschirmfoto mit Datum ist die einfachste Absicherung.

Die siebte Frage ist die einzige, die eine eigene Rechnung erlaubt. Wenn ein Anbieter Maße und Kissengewicht nennt, lässt sich daraus ein ungefähres Raumgewicht bestimmen: Volumen in Kubikmetern ausrechnen, Gewicht durch Volumen teilen. Das Ergebnis enthält den Bezug mit und liegt deshalb etwas zu hoch — als Größenordnung taugt es trotzdem.

Ein Rechenbeispiel dazu. Ein Bettkeil von fünfundvierzig mal neunzig Zentimetern Grundfläche und fünfzehn Zentimetern Höhe am hohen Ende hat als Keil rund die halbe Quadermasse, also ein Volumen von rund 30 Litern oder 0,03 Kubikmetern. Wöge dieses Kissen zwei Kilogramm, läge das Raumgewicht bei rund siebenundsechzig Kilogramm je Kubikmeter; wöge es achthundert Gramm, bei rund siebenundzwanzig. Der Unterschied ist so groß, dass selbst eine grobe Schätzung eine Einordnung erlaubt.

Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Notrechnung. Erstens zählt der Bezug mit und treibt den Wert nach oben; bei einem leichten Kissen kann das zehn Prozent und mehr ausmachen. Zweitens nennen viele Anbieter das Versandgewicht statt des Produktgewichts, und darin steckt die Verpackung. Wer rechnet, sollte deshalb prüfen, welches der beiden Gewichte im Datenfeld steht.

Was OEKO-TEX belegt und was nicht

Drei der sieben gesichteten Geräte führen OEKO-TEX Standard 100. Das ist ein Prüfzeichen für Schadstoffe in textilen Produkten. Es prüft, ob bestimmte Substanzen unterhalb festgelegter Grenzwerte bleiben — und es prüft nichts anderes.

Für ein Keilkissen betrifft das den Bezug und, je nach Zertifizierungsumfang, auch den Kern. Das ist für Menschen mit empfindlicher Haut oder mit Allergien eine relevante Information, und wir wollen sie nicht kleinreden. Sie gehört nur an eine andere Stelle als in einen Satz über Stützkraft.

Über Raumgewicht, Stauchhärte, Formhaltigkeit oder Eignung für eine Lagerung sagt es damit nichts. Das ist kein Vorwurf an das Prüfzeichen, sondern eine Feststellung über seinen Gegenstand. Bemerkenswert ist nur, an welcher Stelle es in Produktbeschreibungen auftaucht: regelmäßig im selben Merkmal, in dem auch von Qualität und Stabilität die Rede ist.

Genau darin liegt der Effekt. Ein Prüfzeichen in einem Satz über Qualität färbt auf den ganzen Satz ab, auch wenn es sich nur auf einen Teil bezieht. Das ist kein Vorwurf an einen einzelnen Anbieter — es ist die übliche Bauweise solcher Merkmalslisten und einer der Gründe, warum Prüfzeichen sich schlecht als Auswahlkriterium eignen.

Eines der beiden Werkstoffdatenblätter aus dem Zuschnitthandel nennt OEKO-TEX Standard 100 übrigens neben den Kennwerten und der Brennratenangabe nach MVSS 302. Dort steht das Prüfzeichen also dort, wo es hingehört: als eine Angabe unter mehreren, nicht als Ersatz für die übrigen.

Ein zweites Zeichen, das in diesem Feld gelegentlich vorkommt, ist die CE-Kennzeichnung. Für Medizinprodukte gilt über sie der Nachweis von Funktionstauglichkeit und Sicherheit nach § 139 Absatz 5 SGB V grundsätzlich als erbracht. Auf keiner der sieben gesichteten Seiten fanden wir sie — was folgerichtig ist, denn Gebrauchsgegenstände tragen sie nicht.

Wer wissen will, ob ein bestimmtes Produkt im Hilfsmittelverzeichnis steht, findet das dort selbst heraus: Die Produktlisten der Untergruppen sind öffentlich einsehbar und nennen Hersteller und Artikelnummer. Ein Produkt, das dort nicht auftaucht, ist kein gelistetes Hilfsmittel — unabhängig davon, wie es beworben wird.

Wo dieser Beitrag aufhört

Vier Grenzen gehören zu dieser Auskunft, und die letzte ist die wichtigste.

Wir haben nichts gemessen

Kein Probekörper wurde geschnitten, nichts gewogen, nichts gestaucht. Alle Werte in diesem Beitrag stammen aus Produktseiten, aus dem Hilfsmittelverzeichnis oder aus veröffentlichten Werkstoffdatenblättern, und jede Fundstelle steht im Verzeichnis am Ende.

Die Anforderung gilt nur für gelistete Produkte

Die 45 kg/m³ betreffen Lagerungskeile, die im Hilfsmittelverzeichnis angemeldet sind. Ein Kissen aus dem Handel muss sie nicht erfüllen und verstößt gegen nichts, wenn es darunter liegt. Wir benutzen die Zahl als Vergleichsmaßstab, weil es keinen zweiten gibt.

Ein niedriger Wert ist kein Urteil

Ein Sitzkeil mit RG 20 kann für gelegentliche Nutzung im Auto völlig ausreichen. Was wir sagen, ist nicht, dass dieses Gerät schlecht wäre — sondern dass es das einzige ist, bei dem sich diese Frage überhaupt stellen lässt.

Wir sagen nicht, welches Material wem zuträglich ist

Ob ein festerer oder ein weicherer Schaum angebracht ist, hängt an einer Person und einer Situation. Diese Frage gehört zur behandelnden oder pflegenden Stelle. Wir beschreiben, was die Zahlen messen und wo sie stehen.

Und wir nennen keine Marke als Empfehlung. Die drei Geräte dieses Beitrags stehen hier für drei Umgangsweisen mit einer Angabe, nicht als Auswahl. Wer daraus eine Rangfolge liest, liest etwas hinein, das wir nicht geschrieben haben — und was wir schreiben dürfen und was nicht, steht in unserer Arbeitsgrundlage.

Welche Quellen wir in welcher Reihenfolge heranziehen und warum in diesen Texten keine Preise stehen, erklärt unsere Quellenpolitik. Was wir bisher berichtigt haben, steht unter unserer Berichtigungsliste.

Über Links in diesem Beitrag kann eine Provision anfallen; was das für die Auswahl bedeutet und was ausdrücklich nicht, steht im Hinweis zu Provisionslinks. Auf die Werte in diesem Beitrag hat es keinen Einfluss — ein Gerät kommt hier vor, weil es eine Zahl nennt oder weil es keine nennt.

Was an die Materialfrage angrenzt

Raumgewicht und Stauchhärte sind zwei von mehreren Angaben, an denen sich ein Keilkissen prüfen lässt. Den Einstieg in alle übrigen bietet der Themeneinstieg zu Keilkissen; die Rubrik, in der er steht, sammelt unter Beiträgen zu Wohlbefinden und Entlastung auch die angrenzenden Themen.

Eine Materialzahl, die auf Produktseiten häufiger vorkommt als das Raumgewicht, ist die Belastbarkeit in Kilogramm. Woher solche Angaben stammen und warum sie sich über ganze Produktfelder in denselben Stufen wiederholen, haben wir im Beitrag über die Herkunft der Kilogrammangaben nachgezeichnet.

Dass ein Regelwerk Reinigung und Desinfektion mit Temperaturen belegt und der Handel dazu schweigt, ist kein Muster dieses Themenbereichs allein. Für Duschhilfen haben wir es im Beitrag über Reinigung und Wiederaufbereitung aufgeschlüsselt.

Wie sich Gewicht und Material bei einem ganz anderen Hilfsmittel auf die Auswahl auswirken, steht im Beitrag über leichte Rahmen und ihre Werkstoffe. Der Themeneinstieg dorthin ist die Übersicht zu Rollatoren.

Die beiden Nachbarrubriken sammeln die übrigen Themen: alles rund ums Bad unter Hilfen für das Badezimmer, alles zum Unterwegssein unter Hilfen für den Weg durch den Tag.

Die zweite Stelle, an der das Verzeichnis mit Zahlen arbeitet und der Handel mit Wörtern, ist die Reinigung: mindestens sechzig Grad für den Bezug, dreißig für den Schaumkern. Was die sieben gesichteten Produktseiten dazu sagen, steht im Beitrag über Reinigung und Bezugswäsche.

Ob die Anforderung von 45 Kilogramm je Kubikmeter für ein bestimmtes Kissen überhaupt gilt, hängt daran, in welcher Systematik es geführt wird. Derselbe Schaumstoffkeil hat im Verzeichnis vier mögliche Adressen, und nur an zweien davon steht überhaupt ein Raumgewicht. Nachgezeichnet ist das im Beitrag über Hilfsmittel und Gebrauchsgegenstand.

Welche Belastung ein Schaum aushalten muss, hängt schließlich an der Bauart: Ein Sitzkeil erlebt täglich zehn bis zwanzig Lastwechsel, ein Bettkeil einen. Was das für die Auswahl bedeutet, steht in der Gegenüberstellung der beiden Bauarten.

Fragen zu Raumgewicht, Stauchhärte und Schaumstoff

Was bedeutet Raumgewicht bei einem Keilkissen?
Es ist die Masse eines Kubikmeters Schaumstoff, angegeben in Kilogramm pro Kubikmeter und abgekürzt RG. Bestimmt wird der Wert nach DIN EN ISO 845 „Schaumstoffe aus Kautschuk und Kunststoffen — Bestimmung der Rohdichte“: Probekörper mit bekanntem Volumen wiegen und teilen. Ein höheres Raumgewicht bedeutet mehr Material zwischen den Poren und damit in der Regel eine langsamere Ermüdung.
Welches Raumgewicht verlangt das Hilfsmittelverzeichnis?
Für Lagerungskeile der Untergruppe 20.29.01 heißt es wörtlich: „Formstabile Schaumstoffe, Raumgewicht min. 45 kg/m³.“ Diese Anforderung gilt für alle vier Höhenklassen gleichermaßen, weil deren Anforderungstexte untereinander wortgleich sind. Eine Prüfnorm nennt das Verzeichnis dazu nicht.
Sagt ein hohes Raumgewicht, dass ein Kissen fest ist?
Nein. Raumgewicht und Festigkeit sind zwei verschiedene Größen. Für die Festigkeit steht die Stauchhärte, gemessen nach der Normenreihe ISO 3386 und angegeben in Kilopascal. Ein schwerer Schaum kann weich sein, ein leichter fest — bei gleicher Rezeptur hängen die Werte zwar zusammen, über verschiedene Schaumtypen hinweg aber nicht.
Was ist Stauchhärte?
Der Druck, der nötig ist, um einen Schaumstoff um einen festgelegten Anteil seiner Dicke zusammenzudrücken. „Stauchhärte 40 %“ meint: gemessen beim Zusammendrücken auf sechzig Prozent der Ausgangsdicke. Vier Kilopascal sind ein weicher Schaum, vierzehn ein deutlich festerer. Eine verwandte Größe ist die Eindruckhärte nach DIN EN ISO 2439, die mit einem Stempel statt mit einer Platte misst.
Warum steht auf so wenigen Produktseiten ein Raumgewicht?
Eine Pflicht dazu besteht nur für Produkte, die im Hilfsmittelverzeichnis angemeldet sind; dort ist die Angabe des Raumgewichtes und der Stauchhärte in den Produktinformationen ausdrücklich gefordert. Für Gebrauchsgegenstände gibt es keine solche Vorgabe. Die Zahl selbst ist jedem Hersteller bekannt, weil Schaumstoff nach Gewicht eingekauft und nach Volumen verkauft wird.
Welches Raumgewicht haben handelsübliche Schaumstoffe?
Zwei veröffentlichte Datenblätter aus dem Zuschnitthandel geben die Spannweite an: ein Polyurethan-Weichschaum mit 26 kg/m³ ± 2,6 und einer Stauchhärte von 4 kPa ± 0,5, ein Polyurethan-Verbundschaum mit 80 kg/m³ ± 20 und 14 kPa ± 5. Zwischen beiden liegt der Faktor drei in der Dichte. Die Grenze von 45 kg/m³ verläuft mitten durch diesen Bereich.
Was ist Verbundschaum?
Ein Material aus Schaumstoffflocken, die unter Druck mit einem Bindemittel zusammengepresst werden — also ein Recyclingprodukt. Es erreicht deutlich höhere Raumgewichte als frisch geschäumtes Material, weil beim Verpressen weniger Luft eingeschlossen bleibt. Datenblätter nennen für Polyurethan-Verbundschaum Werte um 80 kg/m³, allerdings mit großen Toleranzen.
Was sagen Härtegrade wie „Medium (60–80 kg)“ aus?
Sie übersetzen eine Materialeigenschaft in eine Körpergewichtsspanne. Das ist im Alltag brauchbarer als ein Kilopascalwert, zwischen Anbietern aber nicht vergleichbar: Jeder Hersteller legt seine Spannen selbst fest, und keiner nennt die Messung dahinter. Zwei Kissen mit derselben Beschriftung können verschieden fest sein.
Lässt sich das Raumgewicht selbst überschlagen?
Ja, grob. Wenn Maße und Produktgewicht auf der Seite stehen: Volumen in Kubikmetern ausrechnen, Gewicht durch Volumen teilen. Ein Keil hat etwa das halbe Volumen des umschließenden Quaders. Der Bezug zählt mit und treibt den Wert nach oben, und manche Seiten nennen das Versandgewicht statt des Produktgewichts — als Größenordnung reicht die Rechnung trotzdem.
Was heißt ein niedriges Raumgewicht im Alltag?
Weniger Material trägt die Last, die Stege zwischen den Poren ermüden schneller, und der Schaum kehrt irgendwann nicht mehr vollständig in seine Form zurück. Bei einem Keil ändert sich dabei nicht nur die Höhe, sondern der Winkel: Sackt ein Sitzkeil hinten um zwei Zentimeter ein, während die Vorderkante bleibt, sinkt die Steigung von rund neun auf rund sechs Grad.
Gibt es eine Angabe zur Haltbarkeit?
Die zuständige Messgröße heißt Druckverformungsrest und wird nach DIN EN ISO 1856 bestimmt. Sie steht in Datenblättern des Zuschnitthandels, auf keiner der sieben gesichteten Produktseiten und auch nicht in den Anforderungen des Verzeichnisses: Der Abschnitt zu den Qualitätsanforderungen hinsichtlich der Nutzungsdauer ist für Lagerungskeile nicht besetzt.
Was belegt OEKO-TEX Standard 100 bei einem Keilkissen?
Dass bestimmte Schadstoffe unterhalb festgelegter Grenzwerte bleiben. Über Raumgewicht, Stauchhärte, Formhaltigkeit oder Eignung für eine Lagerung sagt es nichts. Für Menschen mit empfindlicher Haut ist es eine relevante Angabe — sie gehört nur nicht in einen Satz über Stützkraft.
Bedeutet „Memory Foam“ ein hohes Raumgewicht?
Nein. Memory Foam oder Viscoschaum bezeichnet ein Material mit verzögerter Rückstellung. Diese Eigenschaft ist unabhängig vom Raumgewicht; Viscoschäume gibt es leicht und schwer. Hinzu kommt, dass Viscoschäume unter Wärme und längerer Belastung weicher werden — ein kurz gemessener Härtewert beschreibt ihr Verhalten nach zwanzig Minuten nicht.
Muss ein Keilkissen aus dem Handel die 45 kg/m³ erfüllen?
Nein. Die Anforderung gilt für Lagerungskeile, die im Hilfsmittelverzeichnis angemeldet sind. Ein Kissen aus dem Handel verstößt gegen nichts, wenn es darunter liegt. Wir benutzen die Zahl als Vergleichsmaßstab, weil es keinen zweiten öffentlich nachlesbaren gibt — nicht als Zuordnung.

Quellen

  1. [01]GKV-Hilfsmittelverzeichnis, Untergruppe 20.29.01 „Lagerungskeile“, Anforderungen gemäß § 139 SGB V, Änderungsdatum 06.06.2023 · abgerufen am 11.09.2026
  2. [02]GKV-Hilfsmittelverzeichnis, Untergruppe 11.39.01 „Weichlagerungssitzkissen“, Anforderungen an Produktinformationen · abgerufen am 11.09.2026
  3. [03]GKV-Hilfsmittelverzeichnis, Produktliste der Untergruppe 20.29.01 · abgerufen am 11.09.2026
  4. [04]DIN EN ISO 845:2009-10, Schaumstoffe aus Kautschuk und Kunststoffen — Bestimmung der Rohdichte · abgerufen am 11.09.2026
  5. [05]Prüfungsbeschreibung Bestimmung der Rohdichte nach DIN EN ISO 845 · abgerufen am 11.09.2026
  6. [06]Prüfungsbeschreibung Stauchhärte nach ISO 3386 · abgerufen am 11.09.2026
  7. [07]Werkstoffdatenblatt Polyurethan-Weichschaum, Raumgewicht 26 kg/m³, Stauchhärte 4 kPa, mit Prüfnormen · abgerufen am 11.09.2026
  8. [08]Werkstoffdatenblatt Polyurethan-Verbundschaum, Raumgewicht 80 kg/m³, Stauchhärte 14 kPa, mit Prüfnormen · abgerufen am 11.09.2026
  9. [09]Amazon-Produktseite Brandsseller Sitzkeilkissen mit Raumgewichtsangabe, Stand 11.09.2026* · abgerufen am 11.09.2026
  10. [10]Amazon-Produktseite Beautissu Sitzkeilkissen aus Verbundschaum, Stand 11.09.2026* · abgerufen am 11.09.2026
  11. [11]Amazon-Produktseite feela. Keilkissen mit drei Härtegraden, Stand 11.09.2026* · abgerufen am 11.09.2026

Änderungen an diesem Beitrag

  1. Erstveröffentlichung. Die Anforderung von mindestens 45 kg/m³ aus der Untergruppe 20.29.01 gegen drei Produktseiten und zwei veröffentlichte Werkstoffdatenblätter gehalten, drei ASINs im Browser verifiziert.
  2. Konsistenzprüfung über den fertigen Cluster: Ein Gerät war hier unter einem anderen Kurznamen geführt als in den übrigen Beiträgen. Der Name ist clusterweit vereinheitlicht.